Chris Kaman nahm 2010 zum bisher einzigen Mal am All-Star Game teil © getty

Der Deutsch-Amerikaner verhilft Dallas im Schlussviertel zum Sieg über Portland. Mayo beschenkt sich mit einer Geburtstags-Gala.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks halten sich auch ohne den nach wie vor fehlenden Dirk Nowitzki weiterhin sehr gut.

Gegen die Portland Trail Blazers gelang dem NBA-Meister von 2011 durch das 114:91 (57:55) bereits der dritte Sieg im vierten Saisonspiel ( 635288 DIASHOW: Die Bilder der 2. Woche ).

Wie schon gegen Charlotte (Spielbericht) war O.J. Mayo der überragende Mann. Der neue Shooting Guard verwandelte sechs Dreier und markierte 32 Punkte.

"Wir spielen organisierten Streetball. Wir sind unberechenbar, lesen die Defense und spielen einfach drauf los", beschrieb Mayo das Erfolgsrezept.

Beeindruckende Geburtstagsparty

An seinem 25. Geburtstag lieferte er das zweite 30-Punkte-Spiel in Folge und wächst nach leichten Anlaufschwierigkeiten in die erhoffte Rolle des Scorers hinein.

"Er ist ein Arbeitstier und feilt ständig an seinem Wurf. Wenn er so weitermacht, wird es für uns alle eine gute Saison", sagte Point Guard Darren Collison.

In dieser Form wird Mayo auch viel Druck von Nowitzki nehmen, wenn der Kapitän wieder einsteigen kann - Ende November ist als Comeback-Termin anvisiert.

"Wir haben in der Abwehr keinen guten Job gemacht, aber Dallas hat in der zweiten Hälfte seinen Angriff lehrbuchhaft umgesetzt. Der Ball lief hervorragend", lobte Portlands neuer Coach Terry Stotts.

Kaman überzeugt

Er kann das beurteilen: Als Rick Carlisles Assistent war zuvor Stotts jahrelang hauptsächlich für den Angriff der Mavericks zuständig.

Nach drei sehr ausgeglichenen Vierteln zogen die Mavericks im Schlussabschnitt (31:12) an. Sie dominierten Portland in Abwehr und Angriff.

Deutschlands Ex-Nationalspieler Chris Kaman (16 Zähler) initiierte Mitte des Abschnitts einen 17:4-Lauf, der knapp fünf Minuten vor Schluss in der beruhigenden 102:87-Führung endete.

"Die Mavericks haben im Sommer einige gute Spieler verloren, aber auch gute und unterschätzte dazubekommen", betonte Kaman.

Collison zieht die Fäden

Der Center verwandelte in seinen ersten beiden Partien für Dallas 16 von 19 Würfen und trug maßgeblich zu einer Quote von jeweils über 60 Prozent bei - ein neuer Teamrekord.

Collison setzte mit einem Double-Double (14 Punkte, 13 Assists) und nur einem Ballverlust seinen starken Start im Mavs-Trikot fort. Acht Akteure erzielten mindestens acht Zähler.

"Einige der Jungs sind richtig gute Scorer und extrem kreativ - das fängt natürlich mit Darren und O.J. an", schwärmte Kaman von dem neuen Guard-Duo.

Marion leicht angeschlagen

Ein kleiner Wermutstropfen war die Verletzung von Shawn Marion. Der Routinier musste mit einer Knievblessur im dritten Viertel passen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"The Matrix" gab allerdings im Anschluss Entwarnung: "Es ist nicht so schlimm. Ich habe das Knie etwas überdehnt. Es war eine reine Vorsichtsmaßnahme."

Rookie Jae Crowder ersetzte Marion sehr wirkungsvoll. In Abwesenheit Roddy Beaubois' (Fußprobleme) gab das ewige Talent Dominique Jones eine Bewerbung als zweiter Spielmacher ab.

Carlisle zufrieden

In nur 14 Minuten verbuchte "DoJo" sechs Punkte, sechs Assists und drei Steals. Neuzugang Troy Murphy schnappte sich fünf Rebounds.

"Die Ausgeglichenheit muss ohne Dirk - und auch nach seiner Rückkehr - unsere größte Stärke sein. So sind wir Meister geworden. Das war heute ein richtiger Schritt", bilanzierte Carlisle.

In der Nacht auf Donnerstag stellt sich sein nächster Ex-Assistent in Dallas vor. Dwane Casey bringt die Toronto Raptors (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) ins American Airlines Center.

Lillard fehlt Zielwasser

Bei Portland überzeugten All-Star LaMarcus Aldridge - er stammt aus Dallas - und Guard Wesley Matthews (beide 20 Punkte).

Rookie-Überraschung Damian Lillard erlebte trotz seiner 13 Zähler den ersten Rückschlag seiner NBA-Karriere. Er traf nur zwei seiner 13 Würfe.

"Es war ein harter Abend für mich. Ich hatte einige gute Möglichkeiten, aber sie sind einfach nicht gefallen", haderte der Point Guard.

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