Carmelo Anthony holte mit den USA in London den Olympiasieg © getty

Dank des All-Stars glückt gegen die 76ers ein weiterer Heimerfolg - und der beste Start seit 1999. Durants Thunder brechen ein.

Von Eric Böhm

München - Wenn sich selbst Carmelo Anthony im Kampf um den Ball in die Sitzreihen wirft, sind die New York Knicks auf einem guten Weg.

Angeführt vom Topscorer setzte sich das Team aus dem "Big Apple" gegen die Philadelphia 76ers 100:84 (57:44) durch und startete erstmals seit 1999 wieder mit zwei Siegen in eine Saison.

Olympiasieger Anthony erzielte 27 Punkte. Sixth Man J.R. Smith steuerte vier Dreier, neun Rebounds und 20 Zähler bei ( 633022 DIASHOW: Die Bilder der 1. Woche ).

"Wir haben gute Typen im Team, die alle gewinnen wollen. Wir ziehen jetzt an einem Strang und spielen guten Basketball", freute sich "Melo".

Wieder Dreier-Spektakel

Ähnlich wie beim Coup über Meister Miami (Bericht) stützten sich die Knicks auf eine aggressive Verteidigung und ihre gefährlichen Distanzschützen.

Nahezu alle Guards steuerten ihren Teil zu den elf verwandelten Dreiern bei. Die Startformation mit den beiden Aufbauspielern Raymond Felton (11 Punkte) und Veteran Jason Kidd (12) funktionierte optimal.

"Die Erfahrung im Kader macht uns die Abstimmung leicht. Jeder hier kennt seine Rolle", lobte Kidd.

Anthony ersetzt "STAT"

Mit Center Tyson Chandler gewann der 39-Jährige an der Seite von Dirk Nowitzki 2011 bereits die Meisterschaft - eine Neuauflage scheint in dieser Form nicht unmöglich (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Selbst der Ausfall von Amare Stoudemire wird kompensiert. Anthony rackert als Ersatz auf der großen Forward-Position wie selten zuvor in seiner Karriere.

"Wenn du siehst, dass sich dein Star in die Sitze wirft und statt abzudrücken den freien Mann sucht, steckt das den Rest des Teams an", bestätigte Smith.

Wallace darf auch ran

Sogar der 38-jährige NBA-Rückkehrer Rasheed Wallace trug in vier Minuten noch einen Korb und zwei Rebounds bei.

"Sie sind ohne Stoudemire vielleicht sogar noch schwerer zu verteidigen. Trotz einer kleinen Aufstellung bleiben sie auch unter dem Korb gefährlich", analysierte Philadelphias Cheftrainer Doug Collins.

Bynum wird vermisst

Bei seiner Truppe ragte Jrue Holiday heraus. Der Point Guard kam auf 27 Zähler und sieben Assists.

Ohne den nach wie vor verletzten Neuzugang Andrew Bynum (Knieprobleme) fehlt den Sixers die Präsenz unter dem Korb. Mit Spencer Hawes spielt aktuell nur ein echter Center.

Näher als auf neun Punkte zum Ende des dritten Viertels kamen die Gäste nicht an die Knicks heran.

Außerdem verloren sie auch noch Jason Richardson, der auf einem am Spielfeldrand sitzenden Kameramann trat und umknickte.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Oklahoma City Thunder - Atlanta Hawks 95:104

Die Atlanta Hawks haben beim Vize-Meister einen überraschenden Auswärtssieg gefeiert.

Center Al Horford führte sein Team mit 23 Punkten und zwölf Rebounds zu einem 104:95 (47:51) bei den Oklahoma City Thunder.

Neuzugang Lou Williams drehte im Schlussviertel auf. Der Guard markierte während eines 12:4-Zwischenspurts acht seiner insgesamt 19 Zähler. Mit zwei Freiwürfen sorgte er knapp fünf Minuten vor dem Ende für den vorentscheidenden 91:84-Vorsprung.

"Die Jungs kamen in die Arena, krempelten die Ärmel hoch und lieferten über 48 Minuten eine tolle Leistung ab", schwärmte Coach Larry Drew von seinem Team, das ohne Forward Josh Smith (Knöchelverletzung) auskommen musste.

Durant und Westbrook schwächeln

Die Thunder kassierten ohne den nach Houston gewechselten James Harden im dritten Spiel ihre zweite Niederlage, obwohl sein Nachfolger Kevin Martin 28 Zähler verbuchte.

Kevin Durant sammelte zwar 22 Punkte, zwölf Rebounds sowie acht Assists, verfehlte aber zehn von 17 Würfen aus dem Feld.

Point Guard Russell Westbrook (14 Zähler, 9 Assists) traf sogar nur fünf seiner 18 Würfe.

"Wir kommen am Anfang nicht richtig in die Gänge. Wir müssen die Spiele sofort an uns reißen", forderte Durant.

Orlando Magic - Phoenix Suns 115:94

Die Orlando Magic gewannen auch ihr zweites Saisonspiel. Gegen die Phoenix Suns gelang ein 115:94 (46:56)-Erfolg.

Reservist J.J. Redick war dank 24 Punkten erfolgreichster Werfer. Big Man Nikola Vucevic lieferte mit 18 Zählern und 13 Rebounds ein Double-Double.

"Ich glaube, wir investieren sehr viel Energie. Es geht nicht so sehr um den Stil, eher wie du ihn umsetzt", erklärte Redick das Erfolgsrezept unter dem neuen Coach Jaque Vaughn.

Tucker nur mit Kurzeinsatz

Für Phoenix traf Luis Scola (24) am besten. Der Ex-Bamberger P.J. Tucker musste sich mit acht Minuten und einem Pünktchen begnügen.

Im dritten Viertel gestatteten die Suns den Gastgebern 40 Zähler und verloren den Anschluss. "Das ist nicht akzeptabel", fasste sich Coach Alvin Gentry auf der Pressekonferenz kurz.

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