Dwight howard (M.) wurde seit 2007 immer ins All-Star Game berufen © getty

Dwight Howard trumpft gegen Detroit auf und beendet die Pleitenserie des Topfavoriten. Bryant wird zum Helden der Statistiker.

Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Endlich hat es geklappt: Nach insgesamt elf Niederlagen am Stück - acht davon in der Preseason - haben die Los Angeles Lakers ihren ersten Sieg errungen.

Der 16-malige NBA-Champion schlug die Detroit Pistons souverän mit 108:79 (62:44). Center Dwight Howard war dank 28 Punkten der herausragende Akteur ( 633022 DIASHOW: Die Bilder der 1. Woche ).

"Wir brauchten dringend einen Sieg. Es geht aber noch deutlich besser. Wir kratzen bei diesem Team erst an der Oberfläche. Das Potenzial ist riesig", atmete Coach Mike Brown auf.

Gasol unterstützt Howard

Trotz namhafter Verstärkungen hatten die Lakers ihren schlechtesten Start seit 1978 hingelegt, doch gegen Detroit platzte der Knoten.

Bereits nach dem phänomenalen ersten Viertel (34:13) war eine Vorentscheidung gefallen. Der Topfavorit der Western Conference beendete den Abschnitt mit einem 23:5-Lauf. 21 Zähler markierten allein Howard und Pau Gasol.

"Wir mussten die Negativserie stoppen. Wir wollten mit einem überzeugenden Sieg ein Zeichen setzen. Die Anspannung ist jetzt ein wenig gelöst", freute sich der Spanier.

Lauf wie 1978?

Zumindest für einen Abend verschwanden die kritischen Fragen nach dem neuen System, dem Alter und der schwachen Verteidigung.

So war schon früh klar, dass der erste 0:4-Saisonauftakt seit 1957 - damals spielten die Lakers noch in Minneapolis - abgewendet werden würde. Das 78er-Team gewann nach dem Fehlstart im Übrigen 15 der nächsten 16 Partien.

Bryant als Allrounder

Der nach wie vor an Fußproblemen leidende Kobe Bryant hielt sich etwas zurück, steuerte aber 15 Zähler, sieben Rebounds und acht Assists bei.

"Es ist eine große Erleichterung, vor allem für Mike. Jetzt können wir hoffentlich etwas lockerer in die nächsten Spiele gehen", sagte Bryant (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Im letzten Viertel konnten die Stars bereits geschont werden. In der Nacht auf Donnerstag treten die Lakers bei den Utah Jazz an (ab 3 Uhr LIVESCORES).

Blake vertritt Nash

Den Ausfall Steve Nashs (Bruch des Wadenbeinkopfes) kompensierte diesmal Steve Blake sehr gut. Er lieferte sechs Assists und stellte mit fünf Steals eine persönliche Bestmarke auf.

"Die Niederlagen waren schon hart. Wir brauchten das heute, um wieder ein gutes Gefühl zu bekommen. Die Stimmung hatte zuletzt schon etwas gelitten", betonte Blake.

Nash wird frühestens in der nächsten Woche wieder zurückkehren. Der Ball lief gegen den Meister von 2004 phasenweise schon deutlich besser.

"Es war totale Dominanz"

Die Big Men wurden regelmäßig in gute Positionen gebracht. 56 Punkte in der Zone und die Rebound-Überlegenheit (46:33) sprechen eine deutliche Sprache.

"Wir waren nicht perfekt, aber es war ein guter Vorgeschmack", lobte Brown. Gasol erzielte 14 Zähler. Metta World Peace gelangen 18 Punkte.

"Es war totale Dominanz. Ich glaube, bei den Lakers war niemand in Panik. Sie sind ein großartiges Team. Es herrscht eine große Diskrepanz zwischen uns und ihnen", bilanzierte Detroits Trainer Lawrence Frank.

Stuckey in Problemen

Bei den überforderten Gästen wusste einzig der Schwede Jonas Jerebko (18 Zähler) zu überzeugen.

Die Starter trafen gerade einmal knapp über 25 Prozent ihrer Würfe. Shooting Guard Rodney Stuckey verwandelte in bisher drei Spielen nur einen von 23 Versuchen aus dem Feld.

"Wir fanden nie einen Rhythmus. Wir wussten, die Lakers würden nach ihren Niederlagen einen Blitzstart hinlegen, wir haben in der Abwehr nicht genug dagegengehalten", sagte Forward Tayshaun Prince.

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