Bryant liegt mit 1.725 Steals auf Platz 15 der besten Balldiebe der NBA-Historie © getty

40 Punkte der "Black Mamba" können die dritte Niederlage in Folge nicht verhindern. Paul zaubert 15 Assists aus dem Ärmel.

Von Florian Pertsch

München - Die Los Angeles Lakers haben trotz Kobe Bryants 40-Punkte-Auftritt auch ihre dritte Partie in der NBA verloren.

Im Stadtduell gegen die Clippers setzte es eine 95:105-Niederlage (47:52), wodurch die Pleitenserie, die Preseason mit eingerechnet, auf zwölf Spiele anwächst (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die Clippers sind damit in ihren bisherigen zwei Saisonpartien ungeschlagen, bester Werfer war Jamal Crawford von der Bank, der 21 Punkte erzielte. Point Guard Chris Paul legte ein beindruckendes Double Double hin, zu seinen 18 Zählern gesellten sich auch noch 15 Assists.

Nur Gasol unterstützt Bryant

Für die Lakers konnte neben Bryant nur Pau Gasol überzeugen, der mit zehn Punkten und 14 Rebounds ebenfalls in zwei Kategorien zweistellige Statistiken ablieferte.

Drei Niederlagen zum Auftakt sind ärgerlich, doch in einer Saison mit 82 Spielen scheint eine solche Serie verschmerzbar zu sein ( 633022 DIASHOW: Die Bilder der 1. Woche ).

Ein Blick auf die Historie der Lakers zeichnet aber umgehend ein anderes Bild: es ist der schlechteste Start seit 34 Jahren.

Alarmglocken schrillen

Dementsprechend ernst nahm Superstar Kobe Bryant die Niederlage und beantwortete die Frage, wann es denn an der Zeit sei, den Panik-Knopf zu drücken mit "Jetzt".

Später relativierte er zwar seine Aussage und verfiel in die ständigen Gedulds- und Arbeits-Mantras seiner Teamkollegen, doch der Statistikbogen spricht eine andere Sprache.

Bryant nahm mit 23 Würfen nur etwas weniger als Pau Gasol, Dwight Howard und Metta World Peace (insgesamt 26) zusammen und verteilte genau einen Assist.

Nash fehlt als Anführer

Er versucht ohne den verletzten Steve Nash das Team zu führen, vertraut dem Rest dabei aber nicht so recht und gönnt sich zudem mit seinem geprellten Fuß fast keine Pause.

"Ich dachte nach dem Spiel, das Ding fällt gleich ab", erklärte der Lakers-Star, den Fuß tief im Eiskübel versenkt: "Wir können nicht erwarten, dass die Dinge sich von selbst regeln. Wir müssen weiter Gas geben und hart an uns arbeiten."

Auch Coach Mike Brown ist sich der ernsten Lage bewusst - Kobes und der der Lakers im Allgemeinen.

Steal-Rekord gebrochen

"Wir brauchen dringend einen Sieg, das ist offensichtlich. Ich will hier niemanden für dumm verkaufen, darum hat Kobe auch die vielen Minuten gespielt", erklärt der Trainer die Zwickmühle.

Abgesehen von Bryants 40 Punkten und seinem 1.725 Steal, der ihn an Magic Johnson vorbei zum besten Balldieb der Lakers-Geschichte macht, sorgten die Lakers für lange Gesichter.

Howard rieb sich in Duellen unter dem Korb auf und hatte die komplette Partie mit Foulproblemen zu kämpfen.

Auswechselspieler machen den Unterschied

Die Bank in Lila und Gold offenbarte mit insgesamt 16 Punkten die befürchtete Offensivschwäche.

Ganz anders die Clippers, die allein durch Bankspieler Crawford auf 21 Punkte kamen.

"Wir werden als Mannschaft immer besser, das ist ein besonderer Sieg für uns", freute sich Clippers-Flieger Blake Griffin, der auf 15 Punkte und acht Rebounds kam.

"Früher waren wir den Lakers-Fans egal, jetzt buhen sie uns bei der Vorstellung aus. Das Duell hat sich ein wenig verschärft", erklärte der Power Forward.

Clippers-Trainer Vinny Del Negro versuchte seinen euphorisierten Star umgehend wieder einzufangen und relativierte den Sieg:

Barnes bändigt Bryant

"Es ist erst das zweite Spiel der Saison. Es ist viel zu früh, um irgendeine Aussage zu treffen."

Point Guard Chris Paul, dem vor der Saison 2011/12 der Wechsel zu den Lakers durch die NBA verboten worden war, lieferte eine starke Partie gegen den Stadtrivalen ab und war stolz auf sein Team, die zweite Halbzeit so routiniert beendet zu haben.

"Der Schlüssel war, Kobes viertes Viertel zu überstehen. Wir sind mit einem Vorsprung in den Schlussabschnitt gegangen und dann war Kobe eben wieder Kobe. Unsere Bank hat uns aber gut unterstützt und zum Sieg verholfen", so der Aufbau, der zusammen mit Ex-Laker Matt Barnes für die Überwachung der "Black Mamba" zuständig war.

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