Kobe Bryant wurde 2009 und 2010 zum MVP der Finals gewählt © getty

Der Fehlstart nagt an den Lakers. Bryant kanzelt vor dem Lokalduell mit den Clippers die Zweifler ab. Steve Nash wackelt.

Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Die Nerven der Los Angeles Lakers liegen schon ein wenig blank.

Die zehn Niederlagen in Folge - acht davon in der Vorbereitung - haben dem neuen Superteam der Western Conference gründlich die Laune verhagelt ( 633022 DIASHOW: Die Bilder der 1. Woche ).

Vor dem prestigeträchtigen Stadtderby gegen die Clippers (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) holte Superstar Kobe Bryant zum verbalen Rundumschlag aus.

"Ich habe schon alles gewonnen, also sage ich euch: Haltet die Klappe! Lasst uns in Ruhe arbeiten. Am Ende werdet ihr mit dem Resultat zufrieden sein", zischte die "Black Mamba" in die Mikrofone.

Bryant erinnert an Jackson

Der Ex-MVP und fünfmalige Champion wirkte bei seiner Tirade wie eine aggressive Version seines Mentors Phil Jackson.

Auch die Trainerlegende verwies in Krisenzeiten häufig auf die großen Erfolge. Bryant verteidigte Coach Mike Brown und dessen neues, sogenanntes "Princeton-Angriffssystem".

"Die Kritik amüsiert mich. Das ist wie 1999. Damals brachte Phil die Triangle-Offense zu uns. Darauf mussten wir uns auch erst einstellen, aber es hat funktioniert", erklärte der 34-Jährige.

Nash hat Probleme

Das auf viel Bewegung ohne Ball und Steilpässe in den Rücken der Abwehr ausgerichtete Konzept unterscheidet sich deutlich vom alten Lakers-Angriff, braucht aber ähnlich viel Zeit, um es einzustudieren.

"Der Kern ist bei beiden System gleich: Alle Spieler müssen das Rampenlicht teilen. Dafür muss die Abstimmung passen. Ich muss mich zwingen, die Kritiker nicht als dumme Idioten zu bezeichnen - was ich jetzt doch getan habe", sagte Bryant.

Vor allem das Zusammenspiel mit dem neuen Point Guard Steve Nash passt noch nicht. Der Kanadier kann sein gefürchtetes Pick-and-Roll noch nicht wie gewünscht einbringen.

"Das ist eine völlige Umstellung für mich, trotzdem kann ich mich daran gewöhnen. Dann kann das richtig gut klappen", meint Nash.

Historischer Fehlstart droht

In zwei Partien kam er im Durchschnitt nicht über 4,5 Punkte sowie 4,0 Assists hinaus. Zudem zog er sich in Portland (Bericht) eine Schienbeinprellung zu und droht auch gegen die Clippers auszufallen.

"Wir müssen abwarten, wenn es noch etwas nachlässt, könnte es gehen. Vielleicht bin ich aber zu optimistisch", blieb der 38-Jährige skeptisch.

Den Lakers droht gegen den aufstrebenden Rivalen der erste 0:3-Start seit 1978 - ein Jahr später wurde Magic Johnson als Nummer eins des NBA-Drafts verpflichtet.

Fast Breaks plagen Lakers

Dabei ist der Angriff gar nicht das größte Problem des Starensembles. Die Verteidigung offenbarte gegen Dallas (Bericht) und Portland große Schwächen.

Mavericks-Eigentümer Mark Cuban fühlte sich sogar an alte und schwerfällige Versionen seiner Mannschaft erinnert - vor allem an die Jahre mit Erick Dampier (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Ballverluste, schnelle Abschlüsse und nachlassende Spritzigkeit bei den Routiniers laden die Kontrahenten zu Schnellangriffen ein.

Howard ist fit

Ein positives Zeichen ist die gute Form des neuen Centers Dwight Howard. Während Ex-Laker Andrew Bynum in Philadelphia auf Eis liegt, zeigt "Superman" keine Nachwirkungen seiner Bandscheiben-OP.

In beiden Partien lieferte der dreimalige Abwehrspieler des Jahres ein Double-Double. "Ich fühle mich gut. Körperlich bin ich auf dem besten Weg", bestätigte Howard.

Vertrauen in Odom

Auf der anderen Seite der kalifornischen Metropole geht es dagegen deutlich entspannter zu. Die Clippers feierten zum Auftakt einen souveränen Sieg über Memphis.

Zwei ehemalige Lakers bringen deutlich mehr Erfahrung in das extrem talentierte, aber auch immer noch sehr junge Team um Blake Griffin und Chris Paul.

Neben Matt Barnes will auch Lamar Odom an die Form früherer Tage anknüpfen. Gegen die Grizzlies präsentierte sich der Forward jedoch eher in der desaströsen Verfassung seines Dallas-Gastspiels.

"Ich bin vielleicht parteiisch, aber ich glaube, wir haben die beste Bank der Liga. Lamar wird noch sehr wertvoll werden", versprach der neue Sixth Man Jamal Crawford.

Weiterlesen