Tony Parker gewann mit den Spurs zwischen 2003 und 2007 drei Meisterschaften © getty

Der Volltreffer des Franzosen entscheidet die Neuauflage der West-Finals zugunsten der Spurs. Durant wandelt auf LeBrons Spuren.

Von Eric Böhm

München/San Antonio - Tony Parker hat den San Antonio Spurs eine kleine Revanche für die verlorenen West-Finals der vergangenen Saison verschafft.

Beim 86:84 (45:40) seiner San Antonio Spurs über die Oklahoma City Thunder versenkte der Point Guard mit der Schlusssirene den entscheidenden Wurf ( 633022 DIASHOW: Die Bilder der 1. Woche ).

Insgesamt sammelte der Franzose elf Assists und "nur" 14 Punkte, aber vor seinem Siegtreffer war ihm bereits der Dreier zum 84:84-Ausgleich gelungen.

"Am Ende hätte man denken können, dass Tony nach zwei Spielen hintereinander müde werden würde, aber er hatte noch Kraft in den Beinen und hat seinen Job großartig gemacht", lobte Coach Gregg Popovich.

Spurs bremsen Youngster

Am Abend zuvor waren die Spurs mit einem Sieg in New Orleans (Bericht) gestartet. Gegen die Thunder zeigten sie sich dennoch von Beginn an hellwach.

Der explosive Angriff des Vize-Meisters kam nur selten in Schwung. Es entwickelte sich eine verbissene Abwehrschlacht. Letztendlich gab die größere Routine den Ausschlag.

In ihrem ersten Spiel ohne den nach Houston gewechselten Sixth Man James Harden vergaben die Thunder in der Schlussphase den Sieg.

Parker trifft über Ibaka

Aufbauspieler Russell Westbrook (18 Punkte) verlor nach Parkers Dreier sechs Sekunden vor Schluss den Ball und ließ den Franzosen bei der letzten Aktion entwischen.

"Block-Monster" Serge Ibaka stürmte zwar verzweifelt auf Parker ein, konnte den Wurf aber nicht mehr entscheidend beeinflussen.

"Ich wusste, ich muss zügig abdrücken. Er kam unglaublich schnell auf mich zu. Es hat gerade noch geklappt", freute sich der Finals-MVP von 2007.

Durant knackt 10.000-Punkte-Marke

Westbrook übernahm die Verantwortung für die Auftaktpleite seiner Thunder: "Ich habe ihn verloren. Sie haben nur einen Block gestellt, da muss ich besser aufpassen."

Teamkollege Kevin Durant war dank 23 Zählern Topscorer der Partie. Ein historischer Meilenstein seiner Karriere konnte den All-Star aber auch nicht trösten.

Im Alter von 24 Jahren und 33 Tagen wurde er nach LeBron James zum zweitjüngsten NBA-Spieler, der die Schallmauer von 10.000 Punkten durchbrach.

"Es ist eine Ehre, in einem Atemzug mit ihm genannt zu werden, ich hätte aber lieber das Spiel gewonnen", gab Durant das politisch korrekte Statement ab.

Harden fehlt

Hardens Verlust machte sich bei OKC sofort bemerkbar. Denn ohne den Publikumsliebling fehlte der emotionale Funke, den der bekannteste Bartträger des US-Sports regelmäßig auf sein Team überspringen ließ.

Nachfolger Kevin Martin zeigte mit 15 Punkten zwar eine gute Leistung, der neue sechste Mann ist aber ein reiner Scorer - Harden war eine Säule in Abwehr und Angriff.

"Es war schon komisch, ohne ihn zu spielen und zu trainieren. Wir müssen trotzdem Wege finden, zu siegen", meinte Westbrook.

Brooks: Spurs als Vorbild

Die Spurs kompensierten dagegen erneut Manu Ginobilis Ausfall. Der Argentinier laboriert nach wie vor an Rückenproblemen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Tim Duncan (20 Zähler) war San Antonios bester Scorer. Danny Green steuerte 13 Zähler bei. Defensiv-Ass Kawhi Leonard gelangen fünf Steals. Er machte zudem Durant das Leben schwer.

"Die Spurs sind eben ein Spitzenteam. Sie machen keine Fehler und nutzen deine eiskalt aus. Diese letzte Abgeklärtheit müssen wir uns noch erarbeiten", bilanzierte Oklahoma Citys Cheftrainer Scott Brooks.

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