Nicolas Batum (M.) wurde mit Frankreich 2006 U-18-Europameister © getty

Der Favorit ist in Portland trotz Howards Gala chancenlos. Nash verletzt sich am Knie. 80-Millionen-Harden feiert ein Traumdebüt.

Von Eric Böhm

München/Portland - Die immens verstärkten Los Angeles Lakers haben einen klassischen Fehlstart hingelegt.

Einen Tag nach der Heimpleite gegen Dallas (Spielbericht) setzte es bei den Portland Trail Blazers eine 106:116 (57:62)-Niederlage ( 633022 DIASHOW: Die Bilder der 1. Woche ).

Bereits in der Preseason hatte der Topfavorit der Western Conference sämtliche acht Partien verloren.

"Wir müssen lernen zusammenzuspielen. Du musst erst gut sein, bevor du großartig werden kannst", sagte Neuzugang Dwight Howard.

Howard reagiert gereizt

Trotz "Supermans" exzellenter Leistung (33 Punkte, 14 Rebounds) verloren die Lakers im dritten Viertel den Anschluss.

Kobe Bryant gelangen 30 Zähler, in der Verteidigung sah der 16-malige Champion aber erneut sehr alt aus. Erst eine Minute vor dem Ende verkürzte die Glamour-Truppe den Rückstand noch einmal auf unter zehn Punkte.

"Wir hatten nicht erwartet, auf den Court zu gehen und sofort super zu sein. Das ist ein Prozess. Wir brauchen Geduld, um am Ende die Trophäe hochzuhalten", kanzelte Howard die Kritiker ab.

Nash erleidet Knieblessur

In der Ansammlung von All-Stars stimmt es noch nicht. Coach Mike Brown fehlt noch das richtige Rezept, dem Team eine Identität.

Drehte sich in den vergangenen Jahren alles um Bryant, soll nun Howard zu einem Fixpunkt werden. Die vielen großen und diversen älteren Akteure sind zudem anfällig für Schnellangriffe.

In Portland zog sich zu allem Überfluss Point Guard Steve Nash in der ersten Hälfte auch noch eine Knieverletzung zu und musste im dritten Viertel endgültig raus.

"Es ist eine Prellung. Ich hoffe, es reicht für die Clippers", sagte der Kanadier. Im ersten Stadtduell (Sa., ab 3.30 Uhr LIVESCORES) braucht sein Team ein Erfolgserlebnis (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Lillard lässt aufhorchen

Bei den Blazers ragten Nicolas Batum (26 Punkte) sowie Rookie Damian Lillard heraus. Der Aufbauspieler sammelte in seinem Debüt 23 Zähler und elf Assists.

"Das hatten uns wohl nur wenige Leute zugetraut. Mit dieser Energie gehen wir auch im Training zur Sache, das hat die Lakers zermürbt", freute sich Lillard.

Ähnlich wie die Mavericks hat Portland seine Mannschaft nach einer enttäuschenden Saison umgebaut und vor allem auf den Guard-Positionen athletischer gemacht.

"Es ist aber nicht nur der Speed der anderen Teams. Die Grundlage für Siege sind konzentrierte Abwehrarbeit und wenige Ballverluste. In diesen Bereichen müssen wir stabiler werden", analysierte Brown.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Detroit Pistons - Houston Rockets 96:105

James Harden lieferte beim 105:96 (55:58) seiner Houston Rockets bei den Detroit Pistons einen traumhaften Einstand ab.

Der Neuzugang aus Oklahoma City unterschrieb vor dem Spiel einen bis 2018 gültigen 80-Millionen-Dollar-Vertrag und zahlte das Vertrauen prompt zurück (News).

Ihm gelangen 37 Punkte und vier Steals. Mit zwölf Assists stellte der bekannteste Bartträger der NBA zudem eine persönliche Bestmarke auf.

"Ich war nach all den Gesprächen und dieser verrückten Woche froh, wieder Basketball spielen zu können. Ich wollte punkten und das Team mitreißen", erzählte Harden.

Lin im Schatten

Das einstige Phänomen der New York Knicks, Jeremy Lin, blieb dagegen unauffällig. Der Point Guard kam auf zwölf Zähler sowie acht Assists.

Kurz vor Ende des dritten Viertels lag Houston noch mit zehn Punkten im Rückstand, ein 22:8-Zwischenspurt wendete jedoch das Blatt. In Carlos Delfino trug ein weiterer Neuzugang im Schlussabschnitt vier Dreier zum Auswärtssieg bei.

Detroit fehlte in dieser Phase die Feuerkraft. Center Greg Monroe (14 Punkte, 8 Rebounds) war noch der gefährlichste Piston.

New Orleans Hornets - San Antonio Spurs 95:99

Veteran Tim Duncan (24 Punkte, 11 Rebounds) führte die San Antonio Spurs zu einem 99:95 (43:50)-Auftaktsieg bei den New Orleans Hornets.

Ohne den angeschlagenen Manu Ginobili (Rückenprobleme) taten sich die Spurs aber lange Zeit schwer. Erst Tony Parkers Dreier knapp 50 Sekunden vor Schluss brach den Widerstand der Gastgeber.

Der Franzose markierte insgesamt 23 Zähler. "Ihre Jugend und Athletik hat uns Probleme bereitet. Wenn sie zusammenbleiben, wird es Spaß machen, diesem Team zuzusehen", lobte San Antonios Trainer Gregg Popovich.

Rivers fällt im Vergleich zu Davis ab

Auch der gelungene erste NBA-Auftritt von Top-Draftpick Anthony Davis (21 Zähler, 7 Rebounds) konnte den Frust der Hornets über die verpasste Überraschung nicht lindern.

"Er wird sich immer weiter verbessern. Ich liebe, dass für ihn Niederlagen das Ende der Welt sind. Das geht mir genauso", sagte Coach Monty Williams

Der zweite namhafte Neuling Austin Rivers tat sich dagegen sehr schwer. Der Sohn von Bostons Trainer Doc Rivers traf nur einen seiner neun Würfe aus dem Feld. Der Ex-Bamberger Brian Roberts kam nur für wenige Sekunden zum Einsatz.

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