Mo Williams (M.) kam im Sommer von den L.A. Clippers nach Utah zurück © getty

Dallas bricht bei den Jazz im dritten Viertel ein und kassiert die erste Niederlage. Nur Collison wehrt sich gegen Utahs Riesen.

Von Eric Böhm

München/Salt Lake City - Die Dallas Mavericks sind einen Tag nach ihrem Auftakt-Sieg bei den L.A. Lakers (Spielbericht) wieder auf dem Boden der NBA-Realität gelandet.

Der Ex-Meister musste ohne Dirk Nowitzki (Knie-OP) und Chris Kaman (Wadenzerrung) eine deutliche 94:113 (63:55)-Niederlage bei den Utah Jazz einstecken.

Nach einer vor allem offensiv sehr starken ersten Hälfte verlor Dallas im dritten Viertel völlig den Faden. Utah dominierte den Abschnitt (37:13) in der Zone und streute einige Dreier ein ( 633022 DIASHOW: Die Bilder der 1. Woche ).

"Wenn du ein Viertel mit 24 Punkten verlierst, spricht das eine klare Sprache. Wir hatten ihrer Aggressivität nichts entgegenzusetzen. Das hat den Unterschied gemacht", bilanzierte Coach Rick Carlisle.

Collison auf verlorenem Posten

Ein 18:2-Lauf brachte den Gastgebern das vorentscheidende 92:76. Den zwischenzeitlichen 20-Punkte-Rückstand konnten die Mavs im Schlussabschnitt nur noch unwesentlich verkürzen.

Der neue Point Guard Darren Collison war mit 17 Zählern und sieben Assists erneut bester Akteur. Big Man Brandan Wright steuerte 15 Punkte bei.

Der gegen die Lakers noch so starke Frontcourt hatte gegen die großen Leute der Jazz kaum eine Chance. Die Rebound-Bilanz (40:61) spricht Bände.

"Sie haben uns ihren Willen aufgezwungen. Wir kamen vorn und hinten kaum noch zum Atmen", sagte Collison.

Jefferson und Millsap dominieren

Center Al Jefferson (12 Punkte, 14 Rebounds) und Power Forward Paul Millsap (13, 15) schafften für Utah Double-Doubles (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Ihre physische Überlegenheit münzten sie in 20 Offensiv-Rebounds und 42 Freiwürfe um. Im Gegensatz zu den Lakers nahmen die Gastgeber diese Geschenke von der Linie an und trafen 31 Mal.

"Sie waren ständig an der Linie, aber erst ihre Treffer aus der Distanz machten unseren lausigen Abend in der zweiten Hälfte perfekt", haderte Carlisle.

Beide Williams glänzen

Die Neuzugänge Mo und Marvin Williams markierten für die Jazz jeweils 21 Zähler. Dazu kam der dritte Debütant Randy Foye (13). Auf ihr Konto gingen Utahs sechs Dreier.

"Es hat Spaß gemacht. Vor der Pause war Dallas sehr stark, dann haben wir unseren Rhythmus gefunden", sagte Mo Williams, der nach acht Jahren zu den Jazz zurückkehrte.

Gegen die starken Guards machte sich die fehlende Tiefe der Mavs im Backcourt bemerkbar. Wenn Collison und O.J. Mayo (12 Punkte) Pausen brauchten, ging nicht viel.

Bank enttäuscht

Außerdem holte sich Center Eddy Curry schnelle Fouls ab und konnte nur acht Minuten eingesetzt werden.

Center-Rookie Bernard James war überfordert. Mit ihm auf dem Feld büßten die Mavs 27 Punkte ein. Ersatz-Spielmacher Roddy Beaubois (8 Zähler) ließ auf einen guten Auftritt wieder einmal eine schwache Leistung folgen.

Der einzige Bankspieler mit zweistelliger Ausbeute war Vince Carter (12). Shawn Marion war dagegen im Angriff kein Faktor, sammelte aber wenigstens elf Rebounds.

"Sie haben uns in der ersten Hälfte dominiert, in unserem Haus 63 Punkte gemacht. Der Coach (Tyrone Corbin, Anm. der Red.) hat uns in der Halbzeit richtig heiß gemacht", erklärte Mo Williams.

Kaman vor Einstand

Dallas bestreitet in der Nacht auf Sonntag das erste Heimspiel der Saison gegen die Charlotte Bobcats (ab 1.30 Uhr LIVESCORES).

Eventuell kehrt dann Ex-Nationalspieler Kaman zurück. "Wir wollten kein Risiko eingehen. Für Charlotte sieht es ganz gut aus", sagte Carlisle.

Nowitzki wird frühestens Ende November wieder auflaufen. Bis dahin müssen die Texaner sich durchbeißen. Mit Leistungen wie in der ersten Hälfte und in L.A. ist das möglich.

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