Dirk Nowitzki wurde von 2002 bis 2011 jedes Jahr ins All-Star Game berufen © getty

Der Mavs-Star gibt zu, sich 2011 falsch auf die Saison vorbereitet zu haben. Nun hofft er, an den Top 3 im Westen zu kratzen.

Von Michael Spandern

München - Trotz des bewegten Sommers hat sich Dirk Nowitzki wesentlich gewissenhafter auf die neue Saison vorbereitet als ein Jahr zuvor.

Die komprimierte Lockout-Spielzeit, welche die Dallas Mavericks auf Platz 7 im Westen beendeten und anschließend in der ersten Playoffrunde mit 0:4 scheiterten, "war eine großartige Lektion, um zu lernen", sagte der 34-Jährige am Freitag beim Medientag der Mavs. ( 618221 Die Bilder vom Media Day )

"Ich kann nicht komplett auf Null herunterfahren und dann erwarten, binnen vier Wochen in Form zu kommen", erläuterte Nowitzki. "Das kannst du machen, wenn du in den Zwanzigern bist, aber nicht nach 14 Jahren in der NBA."

"Sogar auf Reisen Gewichte gestemmt"

Der Würzburger war zu Anfang der Saison ein Schatten seiner meisterhaften Selbst und setzte zudem neun Spiele mit Knieproblemen aus. Experte Charles Barkley hatte bereits geunkt, die Zeit des Würzburgers sei abgelaufen.

Diesmal vermied Dirkules einen Kaltstart - trotz Heirat mit Jessica Olsson, die er gleich mehrfach feierte, und etlicher Besuche von Shows oder Sportevents.

"Auch wenn ich dreieinhalb Monate keinen Ball in der Hand hatte, war ich auch im Juni und Juli regelmäßig im Kraftraum und habe meine Beine gestärkt", berichtete er. "Sogar auf den Reisen habe ich immer Gewichte gestemmt und bin gelaufen, sodass es viel leichter war, vor vier Wochen wieder mit Basketball anzufangen."

Preseason-Auftakt bei ALBA

"Vor einem Jahr", scherzte Nowitzki, "konnte ich nicht mal die untere Kante des Bretts erreichen. Dieses Jahr schon ein wenig."

Nach einigen Wochen Individualtraining mit Holger Geschwindner steht am Samstag der offizielle Trainingsauftakt in Dallas auf dem Programm. Bereits Mitte nächster Woche fliegt der Mavs-Tross nach Berlin, wo es zum Start der Preseason am Samstagabend gegen ALBA geht.

Am 31. Oktober startet dann die Saison mit dem Kracher beim 16-maligen Meister L.A. Lakers. (DATENCENTER: NBA-Spielplan)

Lakers beeindruckend, aber verletzungsanfällig

Das Glamourteam, dass sich mit den All-Stars Dwight Howard und Steve Nash spektakulär verstärkt hat, halten viele für den klaren Favoriten im Westen.

Auch Nowitzki ist beeindruckt: "Auf dem Papier sehen sie richtig, richtig gut aus. Ihre Starting Five liest sich wie die eines All-Star Games. Sie sind hochgerüstet und werden schwer zu schlagen sein, wenn sie verletzungsfrei bleiben."

Genau das aber steht infrage, da Nash, 38, oftmals mit Rückenschmerzen kämpft und "Superman" Howard nach seiner Bandscheiben-OP noch unbefristet ausfällt. "Niemand weiß, wie es Dwight geht", meinte Nowitzki.

"Ich bin kein Howard mehr"

Die Mavs hatten sich große Hoffnungen gemacht, den wohl besten Center der Liga zu verpflichten. Und noch größere, dass Free Agent Deron Williams in seine Heimatstadt wechselt. Doch der Spielmacher entschied sich, in Brooklyn zu bleiben.

Stattdessen kamen der ehemalige deutsche Nationalcenter Chris Kaman, O.J. Mayo, Darren Collison und der einstige Nummer-1-Draftpick Elton Brand zu den Mavs. (BERICHT: Mayo-Mania packt auch Nowitzki)

Brand sagte nun, dass die Mavs die zwei geplatzten Top-Transfers vergessen machen könnten: "Ich weiß, dass wir als Team mit diesen Leuten das erreichen oder dem nahekommen können, was die Beiden gebracht hätten."

Allerdings relativiert der 34-Jährige Brand, der in 2011/12 für Philadelphia elf Punkte und 7,2 Rebounds pro Spiel ablieferte: "Ich selbst bin kein Dwight Howard mehr."

Angriff auf das Toptrio

Nowitzki äußerte sich zu den Chancen der neuen Mavericks nicht übermäßig forsch: "Der Westen hat aufgestockt, gerade in der Spitze. Es wird hart, an den besten zwei oder drei Teams zu kratzen, aber wir werden das sicherlich versuchen." (BERICHT: Nowitzki lobt "schlagkräftige Truppe").

Neben den Lakers ist mit dem nahezu unveränderten Vorjahresfinalisten Oklahoma City Thunder ebenso zu rechnen wie mit den nimmermüden San Antonio Spurs.

Müde aber fühlt sich auch Nowitzki nicht: "Ich fühle mich gut. Und das macht schon ein großer Batzen aus. Wenn ich mich gut fühle, werden wir okay sein."

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