Dwight Howard wurde 2009, 2010 und 2011 zum besten Verteidiger der NBA gewählt © getty

Mark Cuban unkt, die Integration von Nash und vor allem Dwight Howard könne nach hinten losgehen - ohne Chance gegenzusteuern.

Von Michael Spandern

Erst die Miami Heat, jetzt die Los Angeles Lakers: Glamour-Teams mit mehreren Superstars sind der letzte Schrei in der NBA.

Doch Mark Cuban ist auf diesem Ohr taub. Der Besitzer der Dallas Mavericks hat so seine Zweifel, dass die Lakers durch die Verpflichtung zweier weiterer All-Stars an glorreiche Zeiten anknüpfen können.

Vielmehr erinnert Cuban den West-Rivalen und Auftaktgegner an seinen vielleicht größten Albtraum: die Implosion in den Finals 2004, die der große Außenseiter Detroit Pistons mit 4:1 gewann. (DATENCENTER: NBA-Spielplan)

Debakel mit Payton und Malone

"Die Lakers haben das ja schon mal gemacht", sagte er den "Sporting News". "Erinnert euch: Gary Payton, Karl Malone und Kobe und Shaq waren alle vereint, und es hat nicht geklappt."

Die gescheiterte Integration der bis dato titellosen Altstars Payton und "Mailman" Malone sprengte eines der dominantesten Duos, Kobe Bryant und Shaquille O'Neal, das von 2000 bis 2002 drei Meisterschaften in Folge gewonnen hatte.

Payton durfte zwar 2006 als knapp 38-Jähriger mit den Heat doch noch den Ring überstreifen. Malone, damals 40, lief hingegen nie wieder in der NBA auf, nachdem er in der Endspielserie auch verletzungsbedingt ein Schatten seiner selbst war und sich mit Bryant überworfen hatte.

"Superman" bald schon wieder weg?

Nun also stoßen Nash, zweimaliger MVP, und Dwight Howard, der beste Center der Welt, zur Truppe von Bryant und Doppel-Europameister Pau Gasol.

"Es benötigt großen Teamgeist, es benötigt Jungs, die wirklich dort sein wollen", meint Cuban und stichelt: "Ich weiß nicht, ob das bei all deren Jungs der Fall ist - es wird interessant."

Damit spielt er wohl vor allem auf Dwight Howard an. Der divenhafte "Superman" war lange auch in Dallas ein Kandidat, bis er nach endlosem Theater und trotz der von ihm erbetenen Entlassung von Coach Stan Van Gundy Orlando in Richtung Kalifornien verließ - allerdings ohne seinen bis 2013 befristeten, 80 Millionen Dollar schweren Fünfjahresvertrag zu verlängern.

Im nächsten Sommer also könnte er bei Misserfolg oder einem höher dotierten Angebot schon wieder weg sein.

Lakers-Starensemble 2011 "weggefegt"

Nur zu gerne erinnert Cuban sich und die Lakers-Verantwortlichen daran, dass nicht immer die Teams mit den größten Namen den Titel erobern.

Wie 2011, als die alternden Mavs mit Dirk Nowitzki die Trophäe hochhielten - nachdem sie L.A. im Viertelfinale mit 4:0 eliminiert und in den Finals Miami entzaubert hatten.

"Als wir unseren großartigen Lauf hatten", schildert Cuban, "hätte man uns in keiner Runde das Weiterkommen zugetraut. Die Lakers waren Titelverteidiger und wir haben sie weggefegt, obwohl sie ihr Team komplett zusammenbehalten hatten."

L.A. mit 100-Millionen-Gehaltsrolle

Auch die jetzigen Transfererfolge - an Leistungsträgern gab der 17-malige Meister nur Andrew Bynum ab - relativiert Cuban.

"Viele Teams machen ihren Job im Sommer gut, aber was im Sommer passiert bringt mich nicht allzu sehr aus der Fassung."

Der Selfmade-Milliardär betont vielmehr, dass es aufgrund des 2011 erneuerten Tarifvertrags nicht mehr nur darum gehe, viele Gehälter mit den Regeln zu vereinbaren - wie es die Lakers in der kommenden Saison trotz einer Payroll ohne Gleichen von über 100 Millionen Dollar tun.

Auf Kosten der Flexibilität

Wer in der Summe die vorgeschriebene Grenze (58,044 Mio.) überschreitet, zahlt nämlich nicht nur Luxussteuern, sondern darf im folgenden Jahr keine Sign-and-Trade-Geschäfte abwickeln, durch die vertragslosen Spielern bessere Konditionen angeboten werden können.

"Die Lakers zum Beispiel könnten nächstes Jahr keinen Deal wie bei Steve Nash machen", erklärt Cuban.

Auch die Nets und weitere Teams, die viel Geld ausgegeben haben, müssten einsehen: "Das ist ihr Team für eine lange Zeit. Jemand verletzt sich, irgendetwas fällt vor oder es funktioniert einfach nicht - und schon haben sie große Probleme."

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