Rajon Rondo (r.) wurde 2006 von den Phoenix Suns im Draft ausgewählt © getty

Bostons Guard zieht eine Show ab, doch die Heat siegen auch im zweiten Ost-Finale. In der Verlängerung bleibt James cool.

Von Eric Böhm

München/Miami - Die Miami Heat haben das irre zweite Finale der Eastern Conference für sich entschieden. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Der Vize-Meister bezwang die Boston Celtics trotz 44 Punkten des Gäste-Spielmachers Rajon Rondo 115:111 (46:53, 99:99) nach Verlängerung und ging in der Best-of-Seven-Serie mit 2:0 in Front.

LeBron James (34 Zähler, 10 Rebounds) und Dwyane Wade (23 Punkte) waren einmal mehr die Schlüsselfiguren der Heat, die in der ersten Hälfte bereits mit 15 Zählern in Rückstand gelegen hatten.

"Dieses Team hat Entschlossenheit. Es war ein großartiges Spiel. Sie haben uns kalt erwischt. Wir haben die Energie unserer Fans genutzt, um zurückzukommen", sagte Wade.

James gibt Startschuss

Dank des größten Playoff-Comebacks ihrer NBA-Geschichte kämpfte sich seine Mannschaft mit einem erstklassigen dritten Viertel (35:22) heran.

Zwei Dreier von James ließen den Funken überspringen, plötzlich wachte auch Wade auf. Er traf selbst und bediente Forward Udonis Haslem (13 Zähler, 11 Rebounds), der mit einem Drei-Punkte-Spiel das 73:71 der Gastgeber besorgte.

"In den Playoffs war es für uns von immenser Bedeutung, dieses Viertel zu gewinnen. Im vierten Abschnitt entwickelte sich ein Schlagabtausch", rekapitulierte D-Wade. ( 565181 DIASHOW: Die Conference Finals )

"Mussten auf die harte Tour gewinnen"

Die Führung wechselte nun ständig. Erst ein 9:0-Zwischenspurt brachte die Heat in der Schlussphase erneut in Führung. Innerhalb der letzten Minute stand es 99:96.

Der zuletzt viel kritisierte Ray Allen (13 Punkte) rettete Boston jedoch mit einem Dreier in die Overtime, auch weil James im Anschluss zwei Siegchancen leichtfertig liegen ließ.

Erst verfehlte er einen Korbleger, holte sich aber den eigenen Rebound, nur um dann den letzten Wurf auch daneben zu setzen.

"Wir mussten dieses Spiel auf die harte Tour gewinnen", fasste Miamis Coach Erik Spoelstra zusammen.

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James lobt Rondo

In der Verlängerung entwickelte sich ein Dreikampf zwischen James und Wade sowie dem überragenden Rondo, der jede einzelne Minute auf dem Feld stand und noch acht Rebounds sowie zehn Assists sammelte.

Von den 28 Punkten in den fünf zusätzlichen Minuten gingen lediglich vier nicht auf das Konto der drei All-Stars.

"Rondo war einfach erstaunlich. Seine Leistung wird in die Geschichtsbücher eingehen. Es war ein unglaublicher Kampf. Du wusstest bis zuletzt nicht, wer gewinnen würde", meinte James.

Freiwürfe entscheiden

Erst ein 8:0-Lauf innerhalb der finalen zwei Minuten sorgte letztlich für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber, die am Ende von der Freiwurflinie kühlen Kopf behielten.

Insgesamt gingen sie 47-mal an die Linie. James hatte fast so viele Freiwürfe wie Bostons komplettes Team (24:29).

"Wir haben fantastisch gespielt. Wir haben mit viel Herz gekämpft, waren aber nicht immer besonders clever. Ich glaube, das können wir korrigieren", analysierte Celtics-Trainer Doc Rivers.

Kapitän Paul Pierce markierte 21 Punkte. Kevin Garnett steuerte 18 Zähler sowie acht Rebounds bei. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Rondo beklagt Foul

Seine Spieler ärgerten sich über einen der seltenen Fehlversuche ihres Point Guards. Beim Stand von 103:103 verlegte Rondo einen Layup, reklamierte aber ein Foul.

"Es war ganz klar. Danach haben sie sich abgesetzt. So kann ich mich über meine Leistung nicht freuen. Wir haben verloren", haderte "Rajzilla".

Immerhin bleibt dem 26-Jährigen ein Platz in der ruhmreichen Celtics-Geschichte. Nur sechs Spieler erzielten für die "Kelten" jemals mehr Punkte in einer Postseason-Partie. Für die Playoffs 2012 ist es ebenfalls eine Bestmarke. (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs)

"Er hat heute bewiesen, dass er zu den besten Aufbauspielern der Liga gehört. Es war unfassbar", lobte Miamis Guard Mario Chalmers (22 Zähler).

Celtics kämpfen gegen Geschichte

Die Serie wird nun in der Nacht auf Samstag in Boston (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) fortgesetzt. Seit 1969 konnte der Rekordmeister eine Serie nach einem 0:2-Rückstand nicht mehr drehen.

In der langen NBA-Historie gelang dies überhaupt nur 14 Teams - nach einem 0:3 setzte sich keine Mannschaft noch durch.

"Das war eines der besten Spiele, die ich je mitgemacht habe. Das ist natürlich leichter gesagt, wenn du gewinnst. Es war unglaublich. Ich glaube, die Serie wird so weitergehen", vermutete Miamis Forward Shane Battier.

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