Tony Parker (l.) wurde 2012 ins All-NBA Second Team gewählt © getty

Der Point Guard bewahrt mit Hilfe auch im zweiten West-Finale San Antonios weiße Playoff-Weste. Das OKC- Trio wacht zu spät auf.

Von Eric Böhm

München/San Antonio - Die San Antonio Spurs streben unaufhaltsam ihrer fünften NBA-Meisterschaft entgegen. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Die Texaner gewannen Spiel zwei der Western Conference Finals gegen die Oklahoma City Thunder 120:111 (55:44) und führen nun in der Best-of-Seven-Serie mit 2:0.

Die Spurs wahrten somit auch im zehnten Auftritt 2012 ihre weiße Playoff-Weste. Einmal mehr war Point Guard Tony Parker der überragende Akteur.

"Manchmal läuft unser Angriff exakt so, wie wir es vorher geplant haben. Manchmal ist es ein Wunder. Wenn es darauf ankommt, machen gute Spieler den Unterschied. Tony hatte die Fäden in der Hand", lobte Coach Gregg Popovich.

Hartes Foul bringt Parker ins Rollen

Dank seiner 34 Punkte sowie acht Assists stellte Parker seinen jungen Kontrahenten Russell Westbrook in den Schatten.

Oklahoma Citys Aufbauspieler sammelte zwar 27 Zähler, benötigte dafür aber 24 Würfe. Frankreichs Vize-Europameister traf hingegen 16 seiner 21 Versuche aus dem Feld. ( 565181 DIASHOW: Die Conference Finals )

Selbst ein hartes Foul von Westbrook im zweiten Viertel konnte Parker nicht bremsen. Es schien ihm den vielmehr den letzten Kick zu geben. Ein 14:4-Zwischenspurt der Gastgeber folgte.

Auf den Spuren der Lakers

Mit dem 20. Sieg in Folge stellte das topgesetzte Team der Western Conference zudem einen NBA-Rekord auf.

2001 brachten die L.A. Lakers eine ähnliche Serie in die Playoffs, verloren aber nach 19 Erfolgen am Stück das erste Spiel der Finals gegen die Philadelphia 76ers - zum Titel reichte es am Ende dennoch.

In dieser Form scheint ein ähnlicher Ausgang für die Spurs wahrscheinlich. Sie knüpften vom Tip-Off weg an ihr phänomenales Schlussviertel aus Spiel eins (Bericht) an. Im dritten Viertel lagen sie bereits mit 22 Zählern in Front.

"Du kannst nicht einfach sagen, dass du einen tollen Start hinlegen willst. Das ist nicht planbar. Du kannst nur aggressiv anfangen. Das zeichnet gute Teams aus", sagte Popovich.

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Leonard unterstützt Dreigestirn

Die Ausgeglichenheit war erneut San Antonios großer Trumpf. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Neben Parker, Manu Ginobili (20 Punkte) und Center Tim Duncan (11 Zähler, 12 Rebounds, 4 Blocks) spielte diesmal Rookie Kawhi Leonard eine Hauptrolle.

Der Flügelspieler steuerte mit 18 Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double bei. In den ersten drei Spielabschnitten hielt seine Mannschaft eine Wurfquote von 60 Prozent.

Fouls an Splitter bremsen Spurs

Vor allem dank Sixth Man James Harden (30 Punkte, 10 von 13 aus dem Feld) kamen die Thunder im Schlussviertel noch einmal heran.

Ihr bester Scorer war NBA-Topscorer Kevin Durant (31). Die "Hack-a-Splitter"-Taktik brach dabei den Rhythmus der bis dato übermächtigen Gastgeber.

OKC begann - in Anlehnung an die einstige Marschroute gegen Shaquille O'Neal - gegen Ende des dritten Viertels San Antonios schwachen Freiwerfer Tiago Splitter (Playoffs: 32 Prozent) absichtlich an die Linie zu schicken.

"Es gibt nur einen Grund dafür. Du willst den Rhythmus des Gegners killen. Ich glaube, es hat uns aus dem Tritt gebracht", bestätigte Parker.

San Antonio als Angstgegner

Westbrooks Freiwürfe brachten fünfeinhalb Minuten vor dem Ende das 93:99 aus Sicht der Gäste. San Antonio konterte jedoch mit einem 11:5-Lauf und brachte den Sieg unter Dach und Fach.

"Unsere Jungs haben wieder alles gegeben. Unglücklicherweise kam wieder nichts dabei heraus", bilanzierte OKC-Trainer Scott Brooks. Playoffs und reguläre Saison zusammengerechnet gelang Oklahoma City aus den vergangenen elf Duellen nur ein Sieg.

Die Thunder stehen nun in Spiel drei (Fr., ab 3 Uhr LIVESCORES) vor heimischer Kulisse unter immensem Druck, eine weitere Niederlage würde fast schon das Aus bedeuten.

In der NBA-Historie drehten nur 14 Teams einen 0:2-Rückstand noch um - nach einem 0:3 gewann noch keine Mannschaft eine Serie.

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