Wade (l.), James (M.) und Bosh spielen seit 2010 gemeinsam für die Miami Heat © getty

Der Verlust des verletzten Forwards fällt auch in Spiel 1 der Ost-Finals zwischen den Heat und den Celtics nicht ins Gewicht.

Von Hardy Heuer

München - Phasenweise ist es eine Vorführung der beiden Heat-Stars gewesen:

Beim ungefährdeten 93:79 (46:46)-Heimerfolg gegen die Boston Celtics in Spiel 1 der Ost-Finals (Spielbericht) demonstrierten MVP LeBron James (32 Punkte, 13 Rebounds) und Dwyane Wade (22 Punkte, 7 Assists) ihre ganze Stärke und ließen den Gästen kaum eine Chance.

Das Duo befindet sich derzeit in einer überragenden Form und macht den Ausfall von "Miami Thrice"-Mitglied Chris Bosh (Bauchmuskelzerrung), der schon sieben Partien in Folge verpasste, fast schon vergessen.

Seit James und Wade gemeinsam für Miami spielen, waren sie noch nie so stark (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

James und Wade überragend

Allein in den letzten vier Partien erzielte James 130 Punkte und steuerte 47 Rebounds und 27 Assists bei. Wade lieferte 121 Punkte, 25 Rebounds und 18 Assists ab.

Aus "Miami Thrice" wird auf einmal "Miami Twice". "Ich liebe Chris, aber unsere Vorbereitung läuft ohne ihn", erklärte Heat-Coach Erik Spoelstra vor der Partie gegen Boston.

Miamis Trainer kann momentan einfach keine Rücksicht auf Boshs Zustand nehmen ( 565181 DIASHOW: Die Conference Finals ).

"Er macht seine Reha weiter. Wenn er wieder richtig Basketball spielen kann, dann werde ich ihm wieder mehr Aufmerksamkeit schenken", sagte Spoelstra.

Boshs Ausfall nicht schwerwiegend

Indianas Trainer Frank Vogel meinte während der Serie gegen die Heat, dass Boshs Ausfall Miami sogar zugutekommt.

Celtics-Coach Doc Rivers stößt ins gleiche Horn. "Bosh macht die Heat stärker", erklärte er zwar, gab aber zu bedenken:

"Auf der anderen Seite gehen die 15 Würfe von Bosh an Wade und James. Sie haben häufiger den Ball, spielen aggressiver und bauen einen großen Druck auf die Defensive auf."

Dies musste er mit Boston in Spiel 1 am eigenen Leib erfahren.

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Bosh zuversichtlich

Bosh, der wohl auch in Spiel 2 (Mi., ab 2.30 Uhr LIVESCORES) fehlen wird, bleibt derweil nur das Warten. "Ich hoffe einfach, dass es eine Möglichkeit gibt, auf den Platz zurückzukehren", meinte er.

"Wenn ich in der Halle bin, denke ich immer an meine Rückkehr, weil es passieren wird", bleibt der Power Forward optimistisch.

In der aktuellen Verfassung von James und Wade braucht ihn Miami aber nicht unbedingt. Seine im Schnitt erzielten 18 Punkte fangen die beiden locker auf.

"Sie sind ohne Bosh mehr Wade- und LeBron-Dominant", erklärte Celtics-Guard Keyon Dooling.

Battier "sehr stolz"

Und auch in der Defensive macht sich das Fehlen Boshs nicht bemerkbar. Vor der Serie gegen die Celtics hatten viele ihre Zweifel, ob Bostons Forward Kevin Garnett ohne ihn überhaupt zu verteidigen ist - auch beim Sichern der Rebounds.

Doch James sprang in die Bresche und schnappte sich gleich 13, während Garnett nur auf 10 kam. Zudem mussten die Celtics elf Blocks über sich ergehen lassen.

"Wir sind in der Defensive sehr aktiv, und das müssen wir auch sein", betonte Small Forward Shane Battier (10 Punkte, 10 Rebounds), der zum ersten Mal in den Conference Finals steht: "Wir sind nicht das größte Team, aber wir haben sprunggewaltige Spieler."

Auch Battier wuchs über sich hinaus. "Ich bin sehr stolz, weil ich seit drei Jahren keine 10 Rebounds mehr in einem Spiel geschafft habe", erklärte er.

Starke Defensive

Überhaupt hatten die Celtics nicht viel zu melden.

War Boston um Garnett, Greg Stiemsma, Brandon Bass und Paul Pierce bei den drei Siegen über Miami in der regulären Saison unter dem Korb noch überlegen, sah es diesmal ganz anders aus.

Mit 48:33 ging die Rebound-Statistik klar an die Heat - und das ohne ihren Star-Forward.

"Ich betrachte die Spiele momentan so, wie wenn ich nicht zum Team gehören würde", gibt sich Zuschauer Bosh frustriert: "Man wird ausgegrenzt." James sieht das etwas anders: "Sein Trikot ist in der Umkleidekabine und wir warten darauf, dass er zurückkommt."

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