Scott Brooks (l. mit Fisher) wurde 2010 zum Trainer des Jahres in der NBA gewählt © getty

Vor Spiel 2 der West-Finals in San Antonio gesteht OKC-Coach Scott Brooks Fehler ein. Die Spurs stehen vor einer Bestmarke.

Von Hardy Heuer

München - Mit einem 71:62 sind die Oklahoma City Thunder ins letzte Viertel gegangen, hatten den Sieg in Spiel 1 der West-Finals bei den San Antonio Spurs (Bericht) fest im Blick - und gingen am Ende doch leer aus.

Im Schlussviertel trumpften die Texaner nämlich auf und drehten die Partie in ein 101:98.

Thunder-Coach Scott Brooks sucht die Schuld bei sich, weil er Forward Serge Ibaka, Führender der Block-Statistik, im gesamten vierten Viertel draußen ließ.

"Ich glaube, dass bei jeder getroffenen Entscheidung, die nicht funktioniert, gesagt wird: 'Warum hast du das getan?' In diesem Fall stimme ich dem zu", erklärt Brooks: "Ich wünschte, ich hätte Serge im letzten Viertel spielen lassen."

Erfolgsrezept funktioniert nicht

Dabei lag der Thunder-Trainer bisher mit seinen Entscheidungen oftmals richtig (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

In den ersten beiden Runden gegen die Dallas Mavericks (4:0) und Los Angeles Lakers (4:1) bewies Brooks jeweils ein gutes Händchen und wusste, wann er eine kleine Formation aufs Parkett zu schicken hatte.

"Wir haben es in der Vergangenheit so gemacht und es war sehr erfolgreich", sagt Brooks: "Ich dachte, wir können das Spiel auf diese Weise zumachen."

Ibaka bleibt drin

In Spiel 2 (ab 3 Uhr LIVESCORES) wird er seine Marschroute nun ändern und Ibaka auf dem Feld lassen.

"In der nächsten Partie wird er seine normale Einsatzzeit bekommen", bestätigt Brooks ( 565181 DIASHOW: Die Conference Finals ).

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Pleite schnell vergessen

Die Thunder müssen aber unbedingt die knappe und etwas unglückliche Niederlage im ersten Aufeinandertreffen aus den Köpfen streichen.

"Wir haben drei Viertel lang einen super Job gemacht und die Spurs eingegrenzt, zur Verzweiflung getrieben und ihre Shooter aus dem Spiel genommen", trauert Guard James Harden der verpassten Chance immer noch hinterher: "Im vierten Viertel haben wir es schleifen lassen."

Warnung vor Ginobili

Die Thunder haben vor allem Manu Ginobili zur Entfaltung kommen lassen.

Mit 26 Punkten wuchs der Argentinier über sich hinaus. "Ich bin nicht traurig über die 26 Punkte, aber es gibt wichtigeres. Wir haben viele Waffen", betont der Spurs-Guard.

Thunders Backup-Spielmacher Derek Fisher warnt erneut vor Ginobili.

"Wir haben eine Menge darüber gesprochen, wie wir unseren Job machen und die Räume von Ginobili und Parker eingrenzen müssen", sagt er: "Im vierten Viertel haben wir dies nicht getan."

Fällt der Rekord?

Den Spurs wird es egal sein, denn sie haben die große Chance, einen neuen Rekord aufzustellen.

Momentan liegt San Antonio mit 19 Siegen in Folge gleichauf mit der Serie der Los Angeles Lakers aus dem Jahr 2011. Noch ein Erfolg, und der Rekord gehört den Spurs alleine.

"Das kümmert uns nicht", meint allerdings Ginobili:

"Wir sind sieben Spiele davon entfernt, etwas viel größeres zu erreichen. Die Serie ist schön und gut, aber wir denken immer sofort an das nächste Spiel und wie schwer es wird."

Leicht wird es gegen die Thunder mit Sicherheit wieder nicht.

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