Lebron James (M.) wurde in dieser Saison zum wertvollsten Spieler gewählt © getty

In den Ost-Finals treffen Miami und die Celtics aufeinander. Wade will von Bostons Wehwechen nichts wissen, Garnett Revanche.

Von Hardy Heuer

München - Rekordmeister gegen Möchtegern-Serienmeister, nimmermüde "Big Three" gegen dezimierte "Miami Thrice":

Für spannungsgeladene Conference Finals im NBA-Osten zwischen den Miami Heat und den Boston Celtics (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) ist reichlich gesorgt.

"Das ist die Creme de la creme", freut sich Celtics-Forward Kevin Garnett bereits auf das Duell mit den Heat.

Die Zweitrunden-Pleite aus dem vergangenen Jahr soll vergessen gemacht werden. "Wir waren im letzten Jahr mit der Art und Weise, wie wir ausgeschieden sind, alles andere als zufrieden", betont Garnett.

Boston will Revanche nehmen

Nun soll die Revanche folgen. "Wir sind bereit", sagt Celtics-Trainer Doc Rivers, der 2008 seinen einzigen Meistertitel mit Boston feierte (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Doch die Heat haben pünktlich zu den Playoffs ihre Bestform erreicht ( 565181 DIASHOW: Die Conference Finals ).

"Unsere Auftritte in den letzten drei Spielen müssen zur Normalität werden", lobt Heat-Coach Erik Spoelstra sein Team, fordert aber zugleich eine Steigerung:

"Wir müssen das nächste Level erreichen, ansonsten wird es für unser finales Ziel nicht reichen." Dwyane Wade legt sogar noch eine Schippe drauf. "Es gibt keine Ausreden", erklärt der Guard.

James und Wade überragend

LeBron James, MVP dieser Saison, und Dwyane Wade haben die Heat fast alleine in die Conference Finals getragen.

In den letzten drei Playoff-Partien lieferte Wade 99 Punkte, 22 Rebounds und elf Assists ab.

James stand diesen Zahlen in nichts nach und steuerte 98 Punkte, 34 Rebounds und 24 Assists bei.

Vorfreude bei James

Für James ist das Playoff-Duell mit den Celtics zudem ein Stück Geschichte. 2008 und 2010 scheiterte der Forward mit den Cleveland Cavaliers an Boston, 2011 setzte er sich mit Miami endlich durch.

"Egal wo ich spiele, ich werden einen Weg finden, um gegen Boston zu spielen. Es ist das einzige Team in den Playoffs, an das ich gewöhnt bin", meint der Heat-Superstar: "Wir haben eine große Geschichte."

[image id="c9f7db8b-6448-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Wade: "Celtics bei 100 Prozent"

"Kein Fuß ist bei den Celtics verletzt, niemand ist müde", will Wade von Bostons Wehwehchen nichts wissen:

"Das sind die Boston Celtics und für mich sind sie bei 100 Prozent. Wenn sie gegen Miami spielen, dann ist das ein anderes Spiel."

Bradley verletzt

Ganz so recht hat er damit aber nicht. Boston muss ohne Defensiv-Spezialist Avery Bradley auskommen. Der Shooting Guard wurde am Freitag an der linken Schulter operiert. Zudem plagt sich Ray Allen mit Knöchelproblemen herum.

Gut, dass Spielmacher Rajon Rondo die Schwächen der in die Jahre gekommenen "Big Three", bestehend aus Garnett, Allen und Paul Pierce, kompensiert.

Mit 15,3 Punkten und 12,3 Assists pro Spiel in den Playoffs ist der Point Guard der effektivste Celtics-Spieler.

Bosh wohl nicht dabei

Allerdings haben auch die Heat einen schwerwiegenden Ausfall zu verzeichnen.

Mit Chris Bosh fällt ein Spieler der "Miami Thrice" aus. Der Power Forward absolvierte zwar ein Einzeltraining am Sonntag, soll aber weiterhin nicht zur Verfügung stehen.

"Er macht ein bisschen mehr, ist aber weiterhin fraglich. Ich habe momentan die Pflicht, eine Mannschaft ohne ihn auf die Partie vorzubereiten", erklärt Spoelstra.

Celtics begrüßen kurze Pause

Ausgeruhter dürfte sein Team auf alle Fälle sein. Bisher sind die Heat in den Playoffs gegen die New York Knicks (4:1) und gegen die Indiana Pacers (4:2) relativ locker durchmarschiert.

Boston hingegen hatte nach dem Sieg über die Atlanta Hawks (4:2) große Probleme in der Best-of-Seven-Serie gegen die Philadelphia 76ers und musste viel Kraft lassen. Erst im entscheidenden Spiel 7 schafften die Celtics den Sprung in die Ost-Finals.

"Wir sind kein Team, das nach Ausreden sucht", stellt Rivers jedoch klar. Die Spieler begrüßen sogar die kurze Pause.

"Wir finden es gut, dass wir gleich wieder dran sind", meint Small Forward Pierce: "Dadurch bleiben wir im Rhythmus. Wir sind ein altes Team und versteifen, wenn wir längere Zeit nur herumsitzen."

Erwartetes Duell

Gut vorbereitet sind die Celtics allemal, Rivers hatte seine Koffer bereits vor Spiel 7 gegen die Sixers gepackt.

Auch Spoelstra ließ durchblicken, dass er mit den Celtics als Gegner gerechnet hatte.

"Hat daran wirklich jemand gezweifelt, dass wir und Boston aufeinandertreffen werden", fragt er die Journalistenrunde.

Garnett: "Lasst es beginnen"

Verwunderlich ist es wirklich nicht, schließlich hieß der Sieger des Ostens in den letzten sieben Jahren fünfmal Boston oder Miami.

"Es war unvermeidlich", betont auch Wade: "Nachdem die Chicago Bulls ausgeschieden sind, war das die größte Partie, die in der Eastern Conference möglich war."

Und das Warten hat bald ein Ende: "Wir werden sehen was passiert. Lasst es beginnen", fordert Garnett.

Weiterlesen