Manu Ginobili (l. mit Harden) gewann mit den San Antonio Spurs drei mal den NBA-Titel © getty

San Antonio setzt sich in Spiel 1 der West-Finals knapp gegen die Thunder durch. Den Sieg verdanken die Spurs ihrer Ersatzbank.

Von Hardy Heuer

München - Erster Dämpfer für die ambitionierten Thunder: In Spiel 1 der NBA-Conference-Finals im Westen hat Oklahoma City bei den San Antonio Spurs mit 98:101 (47:46) den Kürzeren gezogen.

Für die Texaner war es der 19. Sieg in Folge, damit stellten sie den Rekord der Los Angeles Lakers aus dem Jahr 2001 ein. Vielleicht ein gutes Omen. Damals gewann das Team aus Hollywood die Meisterschaft.

Spiel 2 steigt in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (Do., ab 3 Uhr LIVESCORES) erneut bei den Spurs (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Ginobili überragend

Als Matchwinner für die Spurs erwies sich Shooting Guard Manu Ginobili, der sein Team von der Bank kommend mit 26 Punkten und 5 Rebounds zum Sieg führte.

"Wir haben auf ihn gebaut und er hat es für uns erledigt", fand Center Tim Duncan lobende Worte für den Argentinier, der in der regulären Saison alle drei Duelle mit den Thunder verpasst hatte.

"Ich bin gar nicht so gut", analysierte Ginobili: "Es ist einfach passiert. Ich weiß aber nicht genau wie."

Spielmacher Tony Parker kam auf 18 Zähler und 8 Rebounds, Center Tim Duncan schaffte ein Double-Double (16 Punkte, 11 Rebounds).

Kevin Durants 27 Punkte und 10 Rebounds reichten den Thunder am Ende nicht ( 565181 DIASHOW: Die Conference Finals ).

"San Antonio spielt derzeit den besten Basketball der Liga. Aber wir sind nah dran, für diese Niederlage müssen wir uns nicht schämen", betonte Thunder-Coach Scott Brooks.

Durant ist enttäuscht

Zurecht, denn die Gäste befanden sich lange auf der Siegerstraße.

San Antonio begann sehr nervös, leistete sich bis zur Pause 13 unnötige Ballverluste und fand besonders gegen Durant kein Mittel. "Ich hatte gute Würfe und Pässe. Leider haben wir trotzdem verloren", erklärte der enttäuschte Thunder-Star.

"Wir haben bis in das dritte Viertel unsicher gespielt, uns fehlte das Selbstvertrauen", sagte Spurs-Coach Gregg Popovich.

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Spurs-Reservisten trumpfen auf

Bis elf Minuten vor Spielende deutete alles auf einen Sieg der Gäste hin, nachdem James Harden (19 Punkte, 6 Rebounds) mit einem Sprungwurf Oklahoma City ein Neun-Punkte-Polster verschaffte (73:64).

Zu wenig, wie sich am Ende herausstellte. Denn die Ersatzspieler der Spurs stemmten sich gegen die Niederlage und spielten angeführt von Ginobili groß auf.

Insgesamt 52 Punkte steuerten die Reservisten bei.

Aufholjagd der Spurs

"Wir waren nicht aggressiv genug. In der zweiten Hälfte haben wir es dann besser gemacht", erklärte Ginobili.

Für die nötige Aggressivität sorgte schließlich Popovich: "Ich habe den Spielern gesagt, dass sie etwas aggressiver spielen sollen, etwas fieser und mit etwas mehr Feuer. Das hat zum Glück geklappt."

Tiago Splitter (9 Punkte) und zweimal Gary Neal (12 Punkte) brachten die Spurs innerhalb einer Minute auf fünf Zähler heran (68:73).

Parker egalisierte schließlich mit einem herrlichen Sprungwurf die Partie und legte sofort nach. Dann folgte die große Ginobili-Show, der elf seiner 26 Punkte in den letzten 6:30 Minuten erzielte.

"Das ist Manus Spiel", meinte Popovich: "Wir können uns auf ihn verlassen. Er kreiert Situationen und macht Dinge möglich."

Dreier-Welle reicht Thunder nicht

Geschlagen gaben sich die Thunder aber immer noch nicht, obwohl San Antonio nach Stephen Jacksons Dreier drei Minuten vor Schluss schon wie der sichere Sieger aussah (91:84).

In den verbliebenen 120 Sekunden versenkten die Gäste vier Dreier in Person von Russell Westbrook (17 Punkte, 5 Rebounds, 5 Assists) und dreimal Harden, inklusive dessen Buzzer-Beater.

Gereicht hat es dennoch nicht.

"Es ist egal, wie es passiert ist. Ob mit 20 oder nur einem Punkt Rückstand, wir haben verloren", analysierte Westbrooks Backup Derek Fisher (13 Punkte) nüchtern.

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