Rajon Rondo (M.) gewann 2008 mit den Boston Celtics die Meisterschaft in der NBA © getty

Celtics-Spielmacher Rondo zeigt in Spiel 7 gegen Philadelphia eine starke Leistung und führt Boston in die Conference Finals.

Von Hardy Heuer

München - Am Ende hat sich also doch der Favorit durchgesetzt.

In Spiel 7 der zweiten Playoff-Runde der NBA setzten sich die Boston Celtics mit 85:75 (41:33) gegen die Philadelphia 76ers durch und machten mit dem 4:3 in der Best-of-seven-Serie den Einzug in die Conference Finals perfekt.

Der Rekordmeister trifft nun auf Vizemeister Miami Heat (Di., ab 2.30 Uhr LIVESCORES) und kämpft um den Sprung in die Finals. Dort hatten die Heat vergangenes Jahr gegen die Dallas Mavericks von Dirk Nowitzki verloren.

Rondo bleibt bescheiden

"Ich habe bereits gepackt", erklärte Bostons Coach Doc Rivers unmittelbar nach der Partie: "Wir werden bereit sein." (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Entscheidenden Anteil am Erfolg der Celtics hatte Point Guard Rajon Rondo, der ein Triple-Double schaffte (18 Punkte, 10 Rebounds, 10 Assists).

"Mein Abend verlief eigentlich nicht sehr gut. Aber ich bin dran geblieben und habe weiter positiv gedacht", gab sich Rondo etwas bescheiden.

Pierce foult sich raus

Center Kevin Garnett lieferte mit 18 Punkten und 13 Rebounds ebenfalls eine starke Partie ab, Paul Pierce verpasste mit 15 Zählern und 9 Rebounds nur knapp ein Double-Double.

Allerdings war 4:16 vor Spielende die Partie für den Small Forward vorzeitig beendet, als er sich sein sechstes Foul einhandelte ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde ).

Philadelphia hatte in Andre Iguodala (18 Punkte) seinen besten Werfer, 76ers-Forward Elton Brand steuerte 15 Zähler und 6 Rebounds bei.

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Blitzstart von Boston

Boston machte vom Sprungwurf weg deutlich, wer die Heimmanschaft ist, legte einen Blitzstart hin und lag nach drei Minuten mit 10:2 vorn.

Rondo schien nach seiner schwachen Leistung in Spiel 6 (Bericht) besonders motiviert zu sein und kam in der Anfangsphase auf 4 Assists und 2 Rebounds.

"Er hat das Team auf seinen Schultern getragen", fand Sixers-Guard Jrue Holiday (15 Punkte, 9 Assists) anerkennende Worte für seinen starken Kontrahenten.

Collins sieht "keine Big Three"

Rondo schien nämlich alles zu gelingen und legte im letzten Viertel noch eine Schippe drauf.

Elf Punkte standen im Schlussabschnitt auf seinem Konto, sogar einen Dreier konnte der Point Guard nach fünf Spielen endlich wieder verwandeln.

"Ich sehe keine Big Three. Ich sehe die Champion Four", betonte Sixers-Trainer Doug Collins.

"Wenn man Rondo außen vor lässt, dann macht man einen Riesenfehler", fuhr er fort und schickte die Big-Three-Vorstellungen ins Land der Märchen.

Rondo macht den Deckel drauf

Bis 3:30 Minuten vor Spielende konnte Collins allerdings auf die Sensation hoffen, nachdem Iguodala mit einem Dreier die Sixers auf drei Punkte heranbrachte (68:71).

Doch Rondo hatte etwas dagegen und konterte mit einem Korbleger und ließ einen Sprungwurf und einen Dreier folgen (78:68).

Das war der K.o für Philadelphia, da sich der Celtics-Antreiber auch bei seinen folgenden Freiwürfen keine Blöße gab und alle vier eiskalt verwandelte (83:73). Die MVP-Rufe der Fans waren ihm sicher.

Kampfansage an Miami

Nach der Partie richtete Rondo den Blick sofort auf das Duell mit den Heat, an denen Boston im letzten Jahr in den Conference Halbfinals in fünf Spielen gescheitert war.

"Letztes Jahr liegt in der Vergangenheit", sagte Rondo: "In diesem Jahr sind wir eine komplett andere Mannschaft. Wir spüren, dass wir Miami schlagen können."

Auf diesen Zug waren die Celtics-Fans bereits aufgesprungen. Als Ray Allen die letzten beiden Freiwürfe verwandelte, tobte die Halle. "Schlagt die Heat" tönte es lautstark von den Rängen.

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