Brandon Bass (M.) wechselte 2011 von den Orlando Magic zu den Boston Celtics © getty

Philadelphia geht furchtlos ins entscheidende Spiel 7 bei den Celtics. Pierce ist gewappnet, Rondo muss sich steigern.

Von Hardy Heuer

München - Conference Finals oder Urlaub:

In Spiel 7 der zweiten Playoff-Runde geht es für die Boston Celtics gegen die Philadelphia 76ers (ab 2 Uhr LIVESCORES) um alles oder nichts.

"Es ist Spiel 7. Es gibt kein morgen", stellt Celtics-Forward Paul Pierce klar. "Es ist das Ende der Welt II", dramatisiert 76ers-Guard Jrue Holiday, nachdem er bereits Spiel 6 als "Ende der Welt" bezeichnet hatte. Da ging es für Philadelphia noch mal gut.

"Oh Mann, das ist ein großer Druck", betont indes Celtics-Spielmacher Rajon Rondo vor dem Do-or-die-Spiel (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Leistungssteigerung gefordert

Wollen die Celtics nämlich in die Conference Finals der NBA einziehen, wo die Miami Heat schon warten, muss nach der schwachen Partie in Philadelphia (Bericht) eine deutliche Leistungssteigerung her.

Noch einmal kann sich Boston 33,3 Prozent aus dem Feld und 17 Ballverluste nicht erlauben ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde ).

"Wir stecken in dieser Situation, weil wir den Ball nicht haben laufen lassen", meint Rondo: "Wir müssen zu den Basics zurückkehren und besser werden."

Rondo "wird besser sein"

Besonders von Rondo wird einiges erwartet. In der letzten Partie kam er nur auf sechs Assists - der schwächste Wert seit dem 9. März.

Blieb Rondo in der Vergangenheit unter zehn Assists, gingen die Spiele zumeist verloren (5-11). Auch seine Wurfquote mit 28,6 Prozent war unterirdisch.

"Ich weiß nicht, was mit ihm los war. Er hat wohl mit sich selbst gehadert, weil er gesehen hat, dass die Offensive nicht funktioniert", erklärt Trainer Doc Rivers und verspricht für Spiel 7: "Er wird besser sein."

[image id="f4b98dc2-6448-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Celtics hoffen auf Fans

Ohnehin müssen die Celtics die 75:82-Auswärtspleite schnell abhaken und sich auf das Endspiel in Boston konzentrieren.

"Wir müssen frei aufspielen", fordert Rivers und hofft auf die Unterstützung im TD Garden:

"Wir haben hervorragende Fans, das sollte uns helfen. Aber wir können uns nicht nur darauf verlassen."

76ers ohne Angst

Denn die 76ers haben mit dem Sieg am Donnerstag bereits bewiesen, dass sie auch auf fremdem Parkett gewinnen können.

"Natürlich haben sie uns auf unserem Platz geschlagen", sagt Pierce: "Aber die Partie muss erst noch gespielt werden."

"Wir haben keine Angst", gibt sich Philadelphia-Coach Doug Collins jedoch sehr selbstbewusst.

Elton Brand, der in Spiel 6 Celtics-Superstar Kevin Garnett zum Verzweifeln brachte, bestätigt die Meinung seines Trainers. "Die jungen Spieler haben keine Angst. Das ist sehr gut für unser Team."

Saisonaus für Bradley

Gut für die Sixers ist auch der Ausfall von Celtics-Guard Avery Bradley. Der Shooting Guard wurde am Freitag an der linken Schulter operiert. "Das ist traurig. Er war dieses Jahr großartig", sagt Rivers.

Der 21 Jahre alte Bradley hatte Ray Allen nach dessen Verletzung in der Startaufstellung ersetzt, musste die letzten beiden Spiele aber aussetzen, nachdem er sich immer wieder sein Schultergelenk auskugelte.

Durch Bradleys Ausfall ist Rondo umso mehr gefordert. "Er wird nicht viele Pausen haben", meint Rivers:

"Da Avery ausfällt, muss Rondo wieder in seine alte Rolle schlüpfen und das Team nach vorne treiben."

Pierce ist bereit

Die Unterstützung von Pierce ist Rondo auf jeden Fall sicher. "Ich liebe Herausforderungen. Ich liebe Drucksituationen", sagt der Small Forward, der es mit Andre Iguodala zu tun bekommen wird.

"Pierce ist ein mehrfacher All-Star, wird es in die Hall of Fame schaffen und ist einer der besten Celtics, die jemals gespielt haben", lobt Iguodala seinen Kontrahenten, der sich bestens gewappnet sieht.

"Ich war schon in einem siebten Spiel. Ich verstehe, was das bedeutet und bin dafür bereit", sagt Pierce.

Dann würde es doch ein Morgen geben.

Weiterlesen