Brandon Bass (r.) war zwischen 2007 und 2009 Dirk Nowitzkis Teamkollege in Dallas © getty

Bostons einstiger Maverick bricht über die 76ers herein. Der Rekordmeister ist noch einen Schritt vom Ost-Finale entfernt.

Von Eric Böhm

München/Boston - Die Boston Celtics haben einen wichtigen Schritt in Richtung Finals der Eastern Conference gemacht.

Der Rekordmeister der NBA bezwang die Philadelphia 76ers vor heimischer Kulisse 101:85 (47:50) und ging in der Best-of-Seven-Serie mit 3:2 in Führung. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Der Matchwinner war diesmal allerdings keiner der großen Namen, sondern Brandon Bass. Der Forward markierte 18 seiner 27 Punkte (persönliche Bestmarke) im dritten Viertel und sammelte damit zwei Zähler mehr als die Sixers.

"Wir haben viele gute Spieler, auf die sie sich konzentrieren mussten. Da haben sie mich frei stehen lassen. Das habe ich ausgenutzt", meinte der unscheinbare 27-Jährige.

"Er ist aus sich herausgegangen"

Seit der einstige Maverick zu Saisonbeginn aus Orlando kam - im Tausch für Glen Davis - hatte er nie mehr als 22 Zähler in einem Spiel erzielt. In den Playoffs stand sein Hausrekord bei 19.

"In so einem Spiel brauchst du einen Funken. Er hat mit einer ungeheuren Energie und Kraft gespielt. Er ist aus sich heraus gegangen", lobte Coach Doc Rivers.

Mit acht Punkten war Bass entscheidend an einem famosen 14:2-Lauf im dritten Spielabschnitt beteiligt, den Routinier Allen nach einem Bass-Steal per Layup krönte.

Somit verwandelte Boston einen knappen Halbzeit-Rückstand in eine komfortable Führung. Ein 16:6-Spurt zu Beginn des Schlussviertels brachte die frühe Vorentscheidung.

Rondo schafft übliches Double-Double

Bass' diverse krachende Dunkings rissen die Fans aus ihren Sitzen und verwandelten den TD Garden in einen Hexenkessel. ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde )

Kevin Garnett erzielte 20 Zähler. Point Guard Rajon Rondo steuerte 13 Punkte sowie 14 Assists bei.

"Wir hatten zu viele Ballverluste, das hat ihnen leichte Schnellangriffe ermöglicht. Dadurch kamen sie in einen Rausch", analysierte Philadelphias Center Spencer Hawes.

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Brand kündigt Rückkehr an

Die Celtics können die Serie nun im nächsten Spiel in Philadelphia (Do., ab 2 Uhr LIVESCORES) beenden. Allerdings konnte bisher noch keiner der beiden Kontrahenten zwei Siege in Folge einfahren.

"Es wäre schön, zwei Spiele hintereinander zu gewinnen. Es wird nicht leicht. Diese Serie verlangt uns alles ab. Es kommt mir vor, als könnten wir jeden Moment Öl verlieren", meinte Bostons Coach Doc Rivers.

Bei den Sixers ragte Big Man Elton Brand (19 Zähler) heraus. "Wir sehen uns am Samstag", raunte er den Balljungs zu und spielte damit auf ein mögliches Spiel sieben in "Beantown" an. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Verteidigung bröckelt

Um diesen Showdown möglich zu machen, müssen sich die 76ers aber wieder auf ihre Stärken besinnen.

15 Ballverluste und die schwache Ausbeute ihres All-Stars Andre Iguodala (8 Punkte) und des Topscorers Lou Williams (9) nahmen den Gästen alle Chancen.

Auch die sonst so starke Verteidigung wies einige ungewohnte Lücken auf. Sie ermöglichte den Gastgebern eine Wurfquote von über 52 Prozent und insgesamt 30 Freiwürfe.

"Das geht einfach nicht. Wir haben speziell nach der Pause die Aggressivität vermissen lassen. Das wird nicht noch einmal vorkommen", sagte Phillys Coach Doug Collins.

Bradley fehlt

Die Celtics konnten aufgrund der starken Leistung von Bass auch den Ausfall von Avery Bradley kompensieren.

Der Guard laboriert an einer Schulterverletzung und wurde in der ersten Fünf von Allen ersetzt, der aber nur einen von fünf Dreiern traf und fünf magere Püntkchen sammelte.

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