Kobe Bryant (r.) gelang bei der Pleite sein 13. Playoff-Spiel mit mindestens 40 Punkten © getty

Bryants One-Man-Show reicht gegen die großen Drei der Thunder nicht. L.A. verabschiedet sich wie 2011 in der zweiten K.o.-Runde.

Von Eric Böhm

München/Oklahoma City - Die Los Angeles Lakers sind wie 2011 bereits in der zweiten Runde der NBA-Playoffs ausgeschieden.

Der 16-malige Champion unterlag bei den Oklahoma City Thunder 90:106 (54:51) und verlor die Best-of-Seven-Serie eindeutig mit 1:4. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Aufbauspieler Russell Westbrook (28 Punkte) und NBA-Topscorer Kevin Durant (25 Zähler, 10 Rebounds) waren von L.A. nicht in den Griff zu bekommen.

"Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen. Playoff-Spiele werden im letzten Viertel entschieden. Wir haben unseren Fokus behalten und das Spiel souverän nach Hause gebracht", bilanzierte Durant.

Bryant als Einzelkämpfer

Spiel fünf machte dabei im Vergleich mit den anderen Partien der Serie keinen Unterschied. Erneut reichte Kobe Bryants One-Man-Show den Lakers nicht zum Sieg.

Der Superstar sammelte diesmal sogar 42 Punkte, doch der Rest des Teams konnte mit den jungen und athletischen Thunder einfach nicht Schritt halten. ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde )

Center Andrew Bynum kam nur auf zehn Zähler und vier Rebounds. Pau Gasol schnappte sich zwar 16 Rebounds, benötigte aber 14 Würfe für ebenso viele Punkte.

Durant macht den Sack früh zu

Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte zogen die Thunder-All-Stars das Tempo an. Ein 10:3-Endspurt im dritten Viertel verschaffte ihnen etwas Spielraum. Im Schlussabschnitt hatten die Lakers dann nichts mehr entgegenzusetzen.

Zwei Dreier von Durant und ein Korbleger durch Westbrook brachten bereits gute neun Minuten vor Schluss die Entscheidung zum 93:77. Während der wichtigsten Phase der gesamten Serie saß Bryant im Übrigen draußen.

"Das ist eben unsere Rotation. Wir müssen den Leuten vertrauen, die ins Spiel kommen", ließ sich die niedergeschlagene "Black Mamba" nicht zu Kritik an Coach Mike Brown hinreißen.

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Gleiches Bild wie 2011

Schon vor einem Jahr war für den damals amtierenden Meister in der zweiten Runde Endstation.

Dabei verabschiedeten sich die Lakers mit einem 0:4 gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks genauso chancenlos wie heuer in den Urlaub.

Zu keinem Zeitpunkt konnten sie ihre im Vorfeld prognostizierten Vorteile unter den Körben ausspielen. Der Rebound-Nachteil in Spiel fünf (35:51) spricht eine deutliche Sprache.

Hartes Foul an Sefolosha

Die Kalifornier erlitten ein ähnliches Schicksal wie Dallas in Runde eins. Ein alternder Superstar reicht gegen diese Thunder nicht mehr aus, von den Reservisten kam viel zu wenig.

"Wir hätten von unseren großen Leuten mehr Punkte gebraucht, aber von der Bank hatte ich deutlich mehr erwartet", vermisste nicht nur Brown Unterstützung für Bryant.

Der eigentliche Abwehrspezialist Metta World Peace konnte weder Durant noch James Harden bremsen.

Wieder einmal fiel das Enfant terrible nur durch ein unsportliches Foul auf. Er beförderte den Schweizer Thabo Sefolosha bei einem Dunking-Versuch völlig unnötig und überhart ins Aus.

Sessions enttäuscht erneut

Oklahomas Sixth Man Harden setzte seine starken Playoffs fort. Ihm gelangen mit 17 Punkten zwölf mehr als der kompletten Lakers-Bank.

Auch Point Guard Ramon Sessions erwies sich nicht als das erhoffte Upgrade zu Veteran Derek Fisher, der mit Oklahoma City in die nächste Runde einzog. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Sessions traf nur einen seiner sechs Würfe, leistete sich sechs Ballverluste und wurde von Westbrook über fünf Spiele hinweg dominiert.

Auf den Spuren der Sonics

Die Thunder setzten derweil ihre Revanche-Tour fort. 2010 waren sie noch an den Lakers gescheitert, ein Jahr später war gegen Nowitzkis Mavs Endstation.

In der K.o.-Runde 2012 drehten sie nun gegen beide Kontrahenten den Spieß um und treffen in der Finalserie der Western Conference auf die San Antonio Spurs.

Es ist das erste Mal seit 1980, dass das Team in zwei Jahren in Folge das Playoff-Halbfinale erreicht. Damals traten sie allerdings noch als Seattle SuperSonics an.

Ende einer Ära?

Am Sonntag werden sie vor Spiel eins (Mo., ab 2.30 Uhr LIVESCORES) den Red River überqueren - er trennt Oklahoma und Texas - und versuchen, den Grundstein für den Einzug in die NBA-Finals zu legen.

Damit würden sie die Dominanz eines Dreigestirns brechen. Innerhalb der vergangenen 13 Jahre wurde der Westen nur von den Spurs, Lakers oder Mavericks vertreten.

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