Indianas Danny Granger hatte Miami-Star LeBron James nichts entgegenzusetzen © getty

Die zuletzt kritisierten James und Wade drehen richtig auf und legen eine klasse Serie hin. Der Guard legt sich mit Granger an.

Von Björn Seitner

München/Indianapolis - Die Miami Heat haben einen wichtigen Sieg bei den Indiana Pacers eingefahren und sich den Heimvorteil in den Conference Halbfinals der NBA-Playoffs zurückgeholt.

Nach der knappen Niederlage vor heimischer Kulisse in Spiel zwei und der klaren Auswärtspleite vor zwei Tagen (Bericht) setzte sich der Vize-Meister im Bankers Life Fieldhouse mit 101:93 (46:54) durch und glich in der Best-of-Seven-Serie zum 2:2 aus (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Die Heat konnten sich dabei vor allem auf das zuletzt stark kritisierte Star-Duo LeBron James und Dwyane Wade verlassen, die zwischenzeitlich zusammen 38 Gäste-Punkte in Folge erzielten.

"Bron und ich waren richtig gut in Fahrt. Wir waren zur gleichen Zeit sehr aggressiv und haben uns gegenseitig gesucht. Wenn wir so spielen, ist das wunderbarer Heat-Basketball", ging Wade aus sich heraus.

Kollegen glauben an Wade

Erst Udonis Haslem mit zwei verwandelten Freiwürfen 90 Sekunden vor dem Ende des dritten Viertels beendete den Lauf des Duos.

"Jeder im Team glaubt an mich. Meine Kollegen haben mir viel Selbstvertrauen gegeben", sagte Wade über seine starke Leistung.

James lobte derweil den "physisch starken" Gegner, erklärte aber, dass er als Leader des Teams heute hätte angreifen müssen (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht).

Tete-a-tete zwischen Wade und Granger

Ruppig wurde es vor allem im zweiten Viertel als es zu einem kurzen Tete-a-tete zwischen D-Wade und Indianas Danny Granger kam:

Nach einem Technischen Foul des Pacers-Forwards standen sich die beiden Auge in Auge gegenüber und konnten erst von den Referees getrennt werden.

Bis dahin hatten die Hausherren das Heft in der Hand, führten bereits nach zweieinhalb Minuten mit 9:0 ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde ).

[image id="891da64e-6449-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

James und Wade trumpfen auf

Erst Mitte des zweiten Viertels brachte Mario Chalmers die Heat mit 30:29 in Führung. Wade war da allerdings noch überhaupt nicht in Fahrt, traf nur einen seiner ersten acht Würfe.

Den Halbzeit-Rückstand von acht Punkten drehte Wade bei noch rund fünf verbleibenden Minuten im dritten Abschnitt.

Bis Haslem die Serie seiner Teamkollegen druchbrach, erzielten sowohl Wade als auch James jeweils 14 Punkte in diesem Viertel.

Analyse mit dem College-Coach

Nach seinem historischen schwachen Auftritt in Spiel drei, hatte Wade mit seinem alten College-Coach Tom Crean, der momentan die Indiana University trainiert, eine intensive Videoanalyse betrieben.

Dieser kurze Ausflug zahlte sich aus. "Ich hatte zuletzt einige Probleme im Angriff. Wir haben uns einge Szenen angeschaut und darüber gesprochen, wie ich dem Team besser helfen kann", erklärte "Flash".

Außerdem berichtet "ESPN", ihm sei vor der dritten Partie Flüssigkeit aus dem schmerzenden linken Knie entfernt worden. Das könnte zu seinem schwächsten Playoff-Spiel seit 2004 beigetragen haben.

Pacers bleiben dran

Die Pacers blieben bis zum Ende dank des Trios Danny Granger (20 Punkte), Darren Collison (16) und Paul George (13) dran, konnten die Serie aber nicht auf 3:1 ausbauen - die "Miami Twice" waren einfach zu stark.

"Es ist unglaublich schwer, zwei so starke Spieler zu kontrollieren. Du kriegst den Ball irgendwie aus den Händen des einen, schon hat ihn der andere. Es ist eben nicht nur ein Superhekd und einige Rollenspieler", bilanzierte Indianas Coach Frank Vogel.

"King" James verpasste ein Monster-Triple-Double mit 40 Punkten, 18 Rebounds und neun Assists nur haarscharf. Wade knackte ebenfalls die 30-Punkte-Marke mit genau 30 Zählern und steuerte zudem neun Rebounds bei.

Grangers Hoffnung bleibt ihm verwehrt

Zur Halbzeit sagte Granger zu seinem harten Einsteigen gegen Wade, den er bei einem Korbversuch regelrecht am Arm packte und nicht mehr los ließ: "Es ist ein harter Test, aber so mag ich das. Auch wenn James 35 Punkte macht und wir gewinnen, ist mir das egal."

Diesmal behielten die Heat, die erneut auf den verletzten Chris Bosh (Bauchmuskelzerrung) verzichten mussten, jedoch die Oberhand. Auch weil der zuletzt in der Kritik stehende Power Forward Haslem (14 Punkte) Boshs Fehlen besser ausglich.

"Die beiden Jungs tragen die Hauptlast, aber sie brauchen Unterstützung. Heute war ich das. Beim nächsten Mal ist es vielleicht ein anderer Spieler", meinte Haslem.

Der amtierende Champion der Eastern Conference hat nun mit zwei Heimspielen nun wieder gute Chancen (Spiel 5 in der Nacht auf Mittwoch, ab 1 Uhr LIVESCORES), die Conference Finals zu erreichen.

Weiterlesen