Tony Parker (l.) wurde von San Antonio in der ersten Runde des Drafts 2001 ausgewählt © getty

San Antonio liefert in L.A. das größte Comeback der Playoff-Geschichte. Parker meldet CP3 ab. Duncan erlebt den x-ten Frühling.

Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Die San Antonio Spurs lassen sich in den NBA-Playoffs selbst von einem 24-Punkte-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen.

Das topgesetzte Team der Western Conference hat bei den Los Angeles Clippers ein fast schon verlorenes Spiel in einen 96:86 (43:53)-Sieg umgewandelt und sich einen 3:0-Vorsprung in der Best-of-Seven-Serie erarbeitet.

Point Guard Tony Parker war einmal mehr ihr wertvollster Spieler. Er sammelte 23 Punkte, zehn Assists und meldete Clippers-Star Chris Paul fast völlig ab. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

"Sie fingen so stark an, wie wir es erwartet hatten. Blake (Griffin, Anm. der Red.) verwandelte verrückte Würfe. Es war aber ein sehr langes Spiel. Wir waren auch zur Pause ganz ruhig", erklärte Parker.

Duncan trumpft auf

Angeführt von All-Star Griffin (28 Zähler, 16 Rebounds) stürmten die Gastgeber zu einer beeindruckenden 33:11-Führung nach dem ersten Viertel. Kurz darauf hieß es sogar 40:16.

"Wir hatten nicht geplant, uns so einen Rückstand einzufangen. Wir haben uns aber nicht hängen lassen. Im zweiten Viertel kamen wir dann besser in Schwung", sagte Tim Duncan.

San Antonios 36-Jähriger Center (19 Punkte, 13 Rebounds, 3 Blocks) lieferte erneut eine starke Vorstellung ab. ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde )

"Das hat und das Genick gebrochen"

Nachdem seine Mannschaft bis zur Pause auf ein respektables Ergebnis verkürzt hatte, war der Veteran entscheidend an dem kolossalen Umschwung im dritten Viertel beteiligt.

Neun seiner Zähler gelangen Duncan während des fantastischen 24:0-Laufs, der das Spiel auf den Kopf stellte. Sein Sprungwurf im Rückwärtsfallen brachte den Spurs dabei auch die erste Führung.

Insgesamt gewannen die Texaner den dritten Abschnitt 26:8 und brachten ihren 17. Sieg in Folge danach souverän unter Dach und Fach.

"Sie haben das Spiel extrem breit gemacht und Duncan so immer wieder freigespielt. Das macht vielen Teams Probleme und hat es das Genick gebrochen", analysierte Griffin.

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Historisches Comeback

Einen solchen Rückstand nach einem Viertel hatte in der langen NBA-Geschichte bis dato noch kein Team in einen Playoff-Sieg umgewandelt.

Nach dem Sweep in Runde eins gegen Utah könnte in Spiel vier (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) gleich das nächste zu Null folgen. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Manu Ginboili (13 Punkte) und Rookie Kawhi Leonard (14) brachten gute Leistungen, aber für alle Spurs war Parker der entscheidende Mann.

"Wir folgen ihm. Er hat wichtige Würfe getroffen, großartige Pässe gespielt und richtig harte Defense gegen Paul gespielt", lobte Duncan.

Paul weiterhin nicht in Form

Der Aufbauspieler der Clippers besteht darauf, dass ihn seine Hüftzerrung aus der Grizzlies-Serie nicht behindert.

Seine trotz 11 Assists erneut unterdurchschnittliche Leistung (12 Punkte, 5 von 17 aus dem Feld) gibt nicht nur dem Gegner Rätsel auf.

"Ich habe natürlich keine Informationen über seinen Fitnesszustand, aber ich weiß nicht, ob er bei 100 Prozent ist", sagte San Antonios Trainer Gregg Popovich.

Kaum Hoffnung für Clippers

Es war symptomatisch, dass sein Vertreter Mo Williams (19 Zähler) als einziger Clipper Griffin in der zweiten Hälfte unterstützte.

Die Gastgeber haben nun 29 der vergangenen 33 Duelle mit den Spurs verloren und stehen vor einer unmöglichen Mission.

Von mehr als 100 NBA-Teams, die sich in den Playoffs einen 0:3-Rückstand einfingen, kam keines in die nächste Runde.

"Sie spielen immer gleich. Es ist egal, ob sie mit 20 führen oder hinten liegen. Wir müssen jetzt versuchen, das nächste Spiel zu gewinnen. Alles andere ist zweitrangig", betonte Griffin.

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