Kobe Bryant (l.) wurde bereits viermal zum MVP des All-Star Games gewählt © getty

L.A. verhindert dank seines Superstars im Playoff-Duell mit den Thunder das 0:3. World Peace macht Durant zur tragischen Figur.

Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Die Los Angeles Lakers haben ihre Chancen auf das Halbfinale der NBA-Playoffs gewahrt. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Der 16-malige Meister schlug die Oklahoma City Thunder vor heimischer Kulisse 99:96 (50:47) und verkürzte in der Best-of-Seven-Serie auf 1:2.

Nach zwei mäßigen Auftritten in Oklahoma City übernahm Superstar Kobe Bryant diesmal das Kommando. Der Guard wurde dank 36 Punkten, sieben Rebounds sowie sechs Assists zum Matchwinner.

"Das ist Kobe. Wenn wir in einer schwierigen Situation sind, kann er jederzeit eine Schippe drauflegen", betonte Coach Mike Brown.

Bryant perfekt von der Linie

Nach seiner Horror-Sequenz in der Endphase von Spiel zwei (Bericht), bestätigte "Black Mamba" in Spiel drei wieder eindrucksvoll seinen Ruf als herausragender "Closer".

Bryant verwandelte all seine 18 Freiwürfe und führte mit 14 Zählern im Schlussviertel einen furiosen Schlussspurt der Kalifornier an.( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde )

Spaniens Europameister Pau Gasol steuerte 12 Zähler, elf Rebounds sowie sechs Assists bei. Sechs der acht eingesetzten Lakers punkteten zweistellig.

"Die Freiwürfe sind extrem wichtig. Es ist gegen ein so starkes Team wie Oklahoma die beste Chance auf Punkte", meinte Brown.

World Peace beklaut Durant

Knapp drei Minuten vor dem Ende hatten die Thunder noch 92:87 in Front gelegen, ehe Bryant acht der letzten 12 Lakers-Punkte markierte und das Blatt noch wendete.

Nach seinem Treffer zum 95:94 kam zudem der große Auftritt von Metta World Peace.

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Er stahl Oklahomas Kevin Durant (31 Punkte) den Ball und versenkte nach Foul von Russell Westbrook (21 Zähler, 9 Rebounds) seine Freiwürfe - da waren noch 12 Sekunden auf der Uhr.

"Es war heute gut zu sehen, wie viel Liebe füreinander in diesem Team steckt. Wir haben zusammengehalten und uns in der Serie zurückgemeldet", bilanzierte World Peace in seiner unnachahmlichen Art.

Bynum kämpft

Durant verpasste kurz vor der Sirene einen Dreier zum Ausgleich und Lakers-Center Andrew Bynum (15 Punkte, 11 Rebounds) blockte Serge Ibakas Tip-In-Versuch.

"Bei der peinlichen Niederlage in Spiel eins haben wir gemerkt, dass wir nur in Topform eine Chance haben. Heute haben wir mit viel mehr Energie und Einsatz gespielt", erklärte Bynum.

Aus dem Feld lief für ihn nicht viel zusammen (2 von 13), neben Bryant war aber vor allem er für den deutlichen Vorteil von der Freiwurflinie verantwortlich - L.A. verfehlte nur einen von 42.

"Wenn wir erfolgreich sein wollen, muss Drew aggressiv sein. Er hat sich von seinen Fehlversuchen nicht beirren lassen und weiter Fouls gezogen", lobte Brown.

Brooks sauer

Die Freiwurfquote der Thunder (26 von 28) konnte sich zwar ebenfalls sehen lassen, trotzdem haderte deren Trainer Scott Brooks mit der eigenen Abwehr.

"Wir haben sie zu oft an die Linie geschickt. In der Endphase muss du ohne Fouls verteidigen und Rebounds holen. Das haben wir nicht beherzigt", kritisierte Brooks. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Immerhin müssen die Gäste nicht lange grübeln. Denn Spiel vier (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) folgt bereits 24 Stunden später. Es werden die ersten Playoff-Spiele der Lakers an aufeinanderfolgenden Tagen seit 1999.

Thunder kämpfen gegen Sonics-Fluch

Auch damals bestimmte ein Lockout den engen Spielplan. L.A. schied damals in der Zweitrundenserie gegen San Antonio aus. Die Spurs holten später den Titel.

Die Historie spricht jedoch zumindest in Partie Nummer vier für die Gastgeber. Die Thunder verloren nämlich die vergangenen 14 Playoff-Auswärtsspiele bei den Lakers - die Serie begann noch als Seattle SuperSonics.

"Wir haben ein erfahrenes Team, das nicht in Panik gerät oder zu früh in Euphorie verfällt. Wenn wir das nächste Spiel nicht gewinnen, war dieser Sieg nicht viel wert", blickte Brown nach vorn.

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