Tony Parker (r.) wurde nach einer starken Saison bei der MVP-Wahl Fünfter © getty

San Antonio bewahrt gegen die Clippers mit dem 16. Sieg in Folge seine weiße Weste. Parker beschenkt sich. CP3 sucht seine Form.

Von Eric Böhm

München/San Antonio - Die San Antonio Spurs marschieren weiterhin mühelos durch die NBA-Playoffs.

Das topgesetzte Team der Western Conference ging durch ein 105:88 (46:42) gegen die Los Angeles Clippers in der Best-of-Seven-Serie mit 2:0 in Führung und feierte den 16. Erfolg am Stück.

Spielmacher Tony Parker sammelte an seinem 30. Geburtstag als Topscorer der Partie 22 Punkte. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

"Ich bin jetzt wohl auch alt und gebraucht", witzelte der Franzose, der Teamkollege Tim Duncan häufig mit seinem fortgeschrittenen Alter aufzieht.

Duncan hat die Zone im Griff

Der routinierte Center gehört aber noch lange nicht zum alten Eisen. Er markierte 14 seiner 18 Zähler bereits in der ersten Hälfte und verschaffte San Antonio so einen gelungenen Start.

In seinem 182. Playoff-Spiel sorgte der 36-Jährige für eine eindrucksvolle Dominanz in der Zone. Die Spurs erzielten dort fast dreimal so viele Punkte als die Clippers (50:18).

"Zur Pause war es ein knappes Spiel, aber wir haben uns auf unsere Stärken besonnen und die Konzentration wieder aufgebaut", erklärte Duncan. ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde )

"Keine moralischen Sieger"

Ein 14:7-Lauf zum 92:76 aus Sicht der Gastgeber raubte den Clippers sieben Minuten vor Schluss ihre letzten Hoffnungen auf ein Comeback - zurückgelegen hatten sie ohnehin über nahezu die gesamte Spielzeit.

Wie schon in Spiel eins (Bericht) wirkten die jungen Clippers gegen die ungeheuer erfahrene Mannschaft aus Texas in den entscheidenden Situationen überfordert.

"Es gibt in den Playoffs keine moralischen Sieger. Wir werden uns nicht damit zufrieden geben, mal ein knappes Spiel zu liefern. Wir wollen gewinnen", sagte Blake Griffin.

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Paul wieder indisponiert

Der Power Forward war dank 20 Punkten bester Scorer der Kalifornier. Star-Spielmacher Chris Paul lieferte mit zehn Zählern sowie acht Ballverlusten erneut eine schwache Vorstellung ab.

"Es gibt keine Entschuldigungen. Ich muss besser spielen. Ich kann mich nicht erinnern, einmal so viele Turnovers angehäuft zu haben", übte "CP3" Selbstkritik.

Das Aufbau-Duell gegen Parker verlor der Drittplatzierte bei der Wahl zum MVP erneut überdeutlich gegen Parker. ( 82965 DIASHOW: Die MVPs der vergangenen 25 Jahre )

"Ich glaube, er war zu angespannt. Er wird lockerer auftreten. Wir brauchen ihn dringend", meinte Cheftrainer Vinny Del Negro.

Jagd auf die Lakers

Mit einem Erfolg in Los Angeles (Sa., ab 21.30 LIVESCORES) würde den Spurs nur noch ein Sieg zum Einzug in die Finalserie des Westens fehlen. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Außerdem würden sie ihre eigene Siegesserie aus den Playoffs 2004 einstellen. Einen längeren Erfolgslauf hielten nur die L.A. Lakers in der K.o.-Runde aufrecht - sie gewannen 2001 sogar 19 Partien hintereinander.

"Damit sollten wir uns nicht beschäftigen. Spiel drei wird sehr hart. Darauf konzentrieren wir uns. So sind wir bisher gut gefahren", betonte Parker.

Wie 1999?

In dieser Form gehören die Spurs in jedem Fall zu den Topfavoriten auf den Titel. Denn auch von draußen sind sie extrem gefährlich.

Nach 13 Dreiern in Spiel eins verwandelten sie diesmal zehn ihrer 25 Distanzwürfe. Der vielseitige Shooting Star Danny Green (13 Punkte, 4 von 6 Dreiern) wird dabei immer wichtiger.

"Dafür haben wir die gesamte Saison über gearbeitet. Es läuft aktuell sehr gut. Jetzt müssen wir dranbleiben", bilanzierte Green.

Die Historie spricht für die Spurs. Bereits 1999 wurde die NBA-Saison wegen eines Lockouts verkürzt - damals holten sie den Meistertitel.

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