LeBron James (M.) ist einer von acht Spielern mit mindestens drei MVP-Trophäen © getty

Miami kann nur eine Hälfte mithalten und kassiert das 1:2. Der schwache Wade legt sich mit dem Coach an. James reibt sich auf.

Von Eric Böhm

München/Indianapolis - Wird es wieder nichts mit dem NBA-Titel für die Miami Heat? (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Der Topfavorit der Eastern Conference musste bei den Indiana Pacers eine derbe 75:94 (43:43)-Schlappe einstecken und geriet in der Playoff-Serie mit 1:2 in Rückstand.

MVP LeBron James markierte 16 seiner 22 Punkte in der ersten Hälfte, ging aber nach der Pause mit dem Rest seines Teams unter.

"Wenn du ein Spiel so verlierst, musst du das so schnell wie möglich abhaken. Sie spielen gut, wir verteidigen ganz ordentlich, aber im Angriff muss mehr kommen", sagte James.

Verpatztes Jubiläum für James

Zunächst hielt "LBJ" seine Mannschaft im Alleingang im Spiel. Während der ersten zwei Viertel pausierte er nur drei Minuten und stellte mit einem krachenden Dunking den 43:43-Halbzeitstand her.

Die Unterstützung blieb jedoch auch im dritten Viertel aus. Da machte sich zwangsläufig der Kräfteverschleiß bemerkbar. Harte aber nicht überharte Fouls von David West oder Danny Granger trugen dazu bei. ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde )

"Wir sind in der Postseason. Du musst jeden Ballbesitz angehen, als wäre es der letzte. In der zweiten Hälfte haben wir das nicht beherzigt", analysierte James sein 100. Playoff-Spiel.

Wade war "nicht er selbst"

Vor allem Dwyane Wade konnte seine Rolle als zweiter Hauptdarsteller nicht wie gewohnt ausfüllen.

"Flash" (5 Zähler, 2 von 13 aus dem Feld) lieferte sein schwächstes Playoff-Spiel seit seiner ersten Playoff-Serie im Jahr 2004.

Es wird schon länger über gesundheitliche Probleme bei dem chronisch angeschlagenen Guard spekuliert. Wade wollte sich zu dem Spiel oder seiner eigenen Situation nicht äußern.

"Es ist offensichtlich, dass er nicht er selbst war. Will er besser auftreten? Natürlich! Er ist einer der besten Spieler der Welt", erklärte James.

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Zoff mit Spoelstra

Darüber hinaus legte sich D-Wade während einer Auszeit im dritten Viertel noch mit Coach Erik Spoelstra an.

Der Cheftrainer wollte das hitzige Wortgefecht aber nicht überbewerten: "Wir wurden gerade in den Hintern getreten. Es war ein emotionaler Moment. Das passiert in der NBA häufig. Das darf man nicht zu ernst nehmen."

Hibbert trumpft auf

Bester Schütze Miamis war Point Guard Mario Chalmers (25 Punkte). Ohne Chris Bosh (Bauchmuskelzerrung) fehlte Miami jedoch die Präsenz unter den Körben. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Das nutzten die Gastgeber aus. Auch dank eines großen Rebound-Vorteils (52:36) entschieden sie die zweite Hälfte mit 51:32 für sich.

Vor allem der ausgezeichnete All-Star-Center Roy Hibbert (19 Zähler, 18 Rebounds, 5 Blocks) dominierte.

"Bei mir steht die Abwehr im Fokus. Wir wollten ihnen keine zusätzlichen Möglichkeiten geben. Die Punkte kommen dann von allein", fasste Hibbert zusammen.

Spoelstras Kniff geht daneben

Auch Miamis Schachzug Shane Battier und Nachwuchsmann Dexter Pittman in die Startformation zu nehmen floppte. Beide blieben ohne Punkt.

Die Schwäche in der Zone sowie die permanente Ungefährlichkeit von jenseits der Dreierlinie (5 von 42 in der Serie) führten zur schwächsten Ausbeute der Gäste in der K.o.-Runde 2012.

Die während der regulären Saison ordentlich auftretenden Ergänzungsspieler Norris Cole, Udonis Haslem, Ronny Turiaf oder Mike Miller waren erneut keine Faktoren.

Vogel will mehr

Indiana fehlen nun nur noch zwei Siege, um die Sensation perfekt zu machen. Spiel drei steigt am Sonntag (ab 21.30 Uhr LIVESCORES) erneut in eigener Halle.

Die Ausgeglichenheit bleibt der große Trumpf der Pacers. Granger (17), George Hill (20) und West (14 Zähler, 9 Rebounds) griffen Hibbert unter die Arme.

"Wir sind sehr froh über den Sieg, haben aber gleichzeitig noch viel Arbeit vor uns. Unser Ziel für diese Serie lautete nicht, nur zwei Spiele zu gewinnen", betonte Coach Frank Vogel.

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