Nur zwei Spieler nahmen häufiger am All-Star Game teil als Kevin Garnett (l.) © getty

Boston überrennt die 76ers kurz vor sowie nach der Pause und jagt ihnen den Heimvorteil wieder ab. KG merzt seinen Patzer aus.

Von Eric Böhm

München/Philadelphia - Die Boston Celtics haben sich ihren Heimvorteil in der zweiten Runde der NBA-Playoffs zurückgeholt.

Der Rekordmeister triumphierte bei den Philadelphia 76ers souverän 107:91 (60:49) und ging in der Best-of-Seven-Serie mit 2:1 in Führung. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Kevin Garnett (27 Punkte, 13 Rebounds) setzte seine großartige Postseason fort und schüttelte sein spielentscheidendes Foul aus der Endphase von Spiel zwei ab (Bericht).

"Nach der Pleite zuletzt war er sicher heiß. Viele ihrer Spieler sind kleiner, also konnte KG über sie hinweg schießen", bestätigte Point Guard Rajon Rondo.

Garnett spielt starke Playoffs

Dem routinierten Power Forward gelangen allein im zweiten Viertel 13 der 32 Celtics-Punkte. Dadurch erarbeiteten sich die Gäste einen zweistelligen Vorsprung.

Insgesamt verwandelte der 35-Jährige zwölf seiner 17 Würfe und erzielt in den Playoffs mit 20,3 Punkten sowie 11,3 Rebounds durchschnittlich ein Double-Double pro Partie. ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde )

"Wenn du ein Team in ihrer Halle so schlägst, musst du damit rechnen, dass sie mit viel Energie zurückkommen werden. Wir werden bereit sein", blickte Garnett bereits voraus.

Schlüsselspiel folgt

Spiel vier in der Nacht auf Samstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) wird für Philadelphia nun zum Schlüssel. Denn eine Niederlage würde den Celtics drei Matchbälle bringen - zwei davon in Bostons TD Garden.

"Wir sind einem Team in die Arme gelaufen, das etwas zu beweisen hatte. Sie haben uns vom ersten Moment an unter Druck gesetzt", fasste 76ers-Coach Doug Collins zusammen.

Damit endete auch die vier Spiele andauernde Playoff-Siegesserie der Gastgeber vor heimischer Kulisse.

[image id="78991c2d-6452-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Starter enttäuschen

Ein 2:11-Start in die zweite Hälfte brachte die Sixers mit 51:71 in Rückstand, davon erholten sie sich nicht mehr. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Bankspieler Thaddeus Young (22 Punkte) ragte heraus. Point Guard Jrue Holiday (15 Zähler, 9 Assists) machte ein ordentliches Spiel.

Die Starter Andre Iguodala, Spencer Hawes, Elton Brand und Evan Turner trafen gemeinsam nur sieben von 30 Versuchen aus dem Feld und kamen auf mickrige 21 Pünktchen.

"Manchmal musst du so ein Spiel einfach akzeptieren und beim nächsten Mal stärker zurückkommen. Das werden wir versuchen", sagte Young.

Rondo und Pierce überzeugen

Die Celtics konnten sich dagegen auf ihre Topspieler verlassen. Rondo sammelte 23 Zähler sowie 14 Assists. (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs)

Der Spielmacher lieferte sein drittes Playoff-Spiel mit mindestens 14 Assists und höchstens einem Ballverlust - kein aktiver NBA-Profi schaffte bisher mehr solcher Auftritte.

Paul Pierce (24 Punkte, 12 Rebounds) steuerte ein Double-Double bei. Von seiner schmerzhaften Kniereizung war diesmal nichts zu spüren.

"Das ist Paul. Wenn er gesund ist, bringt er diese Leistung. Er ist ein Kämpfer", lobte Coach Doc Rivers.

"Doctor J" bringt kein Glück

Der Kapitän ging aggressiv voran und erarbeitete sich so 14 Freiwürfe. Diese Gangart hatte sich sein Team nach der knappen Heimniederlage in Spiel zwei vorgenommen.

"Wir hatten etwas gutzumachen. Wir wollten rausgehen und unsere Stärken als Team sofort etablieren", bestätigte Pierce.

Selbst die Präsenz von Sixers-Legende Julius "Doctor J" Erving konnte die Celtics nicht bremsen. Sechs Minuten vor dem Ende flüchteten die Fans beim Stand von 76:101 aus der Arena.

Weiterlesen