Kobe Bryant wurde 2012 bei der Wahl zum MVP der NBA nur Vierter © getty

Die Lakers brechen ein und ermöglichen Oklahoma die 2:0-Führung. Bryant erlebt eine Horror-Sequenz. Durant setzt den Siegtreffer.

Von Eric Böhm

München/Oklahoma City - Die Oklahoma City Thunder haben auch ihr sechstes Spiel der NBA-Playoffs 2012 gewonnen. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Die Nummer zwei der Western Conference siegte nach dem Sweep gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks auch in der zweiten Partie der Best-of-Seven-Serie gegen die Los Angeles Lakers mit 77:75 (48:45).

Dabei verspielten die Lakers innerhalb der letzten zwei Minuten einen vermeintlich sicheren Vorsprung von sieben Punkten. Kobe Bryant (20 Punkte) war daran maßgeblich beteiligt.

"Sie haben in den letzten Minuten hoch gepokert. Sie haben unsere Passwege voraus geahnt. Das sind wir nicht gewohnt. Das waren extreme Risiken, die wir nicht bestraft haben", meinte der geschockte Superstar.

Schlimme Endphase für Bryant

Nach James Hardens Treffer zum 70:75 aus Sicht der Thunder stahl Scoring-Champion Kevin Durant Bryant den Ball und schloss mit einem krachenden Dunking ab.

Kurz darauf erahnte Aufbauspieler Russell Westbrook ein Anspiel auf Bryant. Dann räumte Harden "Black Mamba" auch noch spektakulär ab und verkürzte weiter. ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde )

Ein verpasster Dreier der Lakers-Ikone gab Durant schließlich die Chance zum siegbringenden Treffer.

"Durant hat für sie das Spiel gewonnen. Mit seiner Länge machte er Kobe am Ende große Probleme. Große Spieler trumpfen in den entscheidenden Momenten auf", musste Lakers-Coach Mike Brown anerkennen.

Blake vergibt Siegchance

Sein Team konnte in den verbleibenden 18 Sekunden nicht mehr kontern. Die letzte Chance vergab Guard Steve Blake aus der Distanz. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Metta World Peace hatte beim Einwurf Bryant nicht anspielen können. "Wir hatten keine Auszeiten. Kobe war gedeckt. Blake hatte einen völlig freien Wurf. Er kann den verwandeln", erklärte World Peace die Situation.

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Statistik spricht gegen Lakers

Die Lakers stehen in Spiel 3 (Sa., ab 4.30 Uhr LIVESCORES) vor heimischer Kulisse nun extrem unter Druck.

Der 16-malige Champion verlor nach einem 0:2-Rückstand 17 von 19 Playoff-Serien. Die Thunder haben so einen Vorsprung noch nie verspielt - auch nicht als Seattle SuperSonics.

2011 verlor L.A. in Runde zwei die ersten beiden Spiele gegen Dallas und schied mit 0:4 aus - die Mavericks holten wenige Wochen später den Titel. Ein 0:3 hat noch kein NBA-Team gedreht.

"Niemand in unserer Kabine ist glücklich. Eines ist klar: Wir haben dieses Spiel verschenkt", meinte Brown.

Bynum sauer

Die deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Debakel in Spiel 1 (Bericht) reichte auch wegen der katastrophalen Dreierquote (2 von 15) nicht zum Sieg.

Die Big Men Andrew Bynum (20 Zähler, 9 Rebounds) und Pau Gasol (14, 11) konnten ihre Klasse erneut nicht wie gewünscht ausspielen.

"Wir haben über weite Strecken in der Abwehr dominiert. Sie mussten viel über ihre großen Leute spielen und hatten Ballverluste. In den letzten zwei Minuten haben wir das alles vergeigt", haderte Bynum.

Lakers müssen zahlen

Zudem wurde der All-Star noch mit einer Geldstrafe von 15.000 Dollar belegt, weil er am Tag zuvor nicht zu einer Pressekonferenz erschienen war.

Devin Ebanks musste für seinen Feldverweis aus Spiel 1 sogar noch 10.000 Dollar mehr zahlen.

Bei Oklahoma punkteten neben Durant lediglich Russell Westbrook (15) und der beste Sechste Mann der NBA Harden (13) zweistellig. (PERSONALIE: Mavericks-Killer mit Rauschebart)

"Es ist noch nichts erreicht. Sie werden nicht aufgeben. Das liegt ihnen nicht im Blut. Wir werden nicht jedes Spiel gewinnen, aber bis zum Schluss kämpfen. Das haben wir heute wieder bewiesen", bilanzierte Oklahomas Trainer Scott Brooks.

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