Indianas Danny Granger kämpft mit Miamis LeBron James um den Ball © getty

Der Vizemeister muss sich Indiana in einem niveauarmen Spiel geschlagen geben. Nur ein Miami-Duo erzielt mehr als fünf Punkte.

Von Björn Seitner

München/Miami - Nächster Rückschlag für die Miami Heat:

Nach der Hiobsbotschaft der Verletzung von Chris Bosh, der wegen einer Bauchmuskelzerrung für noch unbestimmte Zeit ausfällt (News), verloren die Heat in der zweiten NBA-Playoff-Runde ihren Heimvorteil an die Indiana Pacers.

Mit 75:78 (38:33) musste sich das Team um die "Miami Twice" in einer niveauarmen Partie dem dritten der Eastern Conference beugen, der zum 1:1 in der "Best-of-Seven"-Serie ausglich (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

"Chris hat uns zweifellos gefehlt. Aber das ist nicht der Grund, weshalb wir dieses Spiel verloren haben", sagte Dwyane Wade.

Wade und James scheitern mit Großchancen

Mit dieser kurzen Analyse lag D-Wade richtig, ein weitaus bedeutenderer Grund war sein vergebener Korbleger 16 Sekunden vor Schluss und der verpasste Ausgleich zum 77:77.

Anschließend blieb der Shooting Guard fassunglos einige Sekunden auf dem Boden der American Airlines Arena liegen.

Aber auch Superstar LeBron James hatte die Chance, dem Spiel die womöglich entscheidende Wende zu geben. Bereits 54 Sekunden vor Ende der Partie vergab er zwei Freiwürfe, die die Heat in Führung gebracht hätten.

"Ein Spiel hängt nicht nur von zwei Freiwürfen ab", versuchte "King" James die Verantwortung abzuwälzen, erklärte aber auch, dass es diese Situation bestimmt erneut geben werde: "Und dann mach' ich sie rein."

Unterirdische Trefferquote

Die "Miami Twice" kamen zwar zusammen auf 52 Zähler - James erzielte 28 Punkte, Wade 24 -, doch neben den vergebenen Crunch-Time-Chancen enttäuschte auch das restliche Team auf ganzer Linie.

Abgesehen von dem Duo erzielte kein weiterer Heat-Spieler mehr als fünf Punkte - ein Novum in der Klubgeschichte (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht).

Insgesamt kam der Vizemeister auf eine unterirdische Trefferquote von 35 Prozent aus dem Feld.

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Die Defensive macht den Unterschied

Indiana war mit 38 Prozent der getroffenen Würfe allerdings nur unwesentlich besser.

Nach 16 Punkten in den ersten sieben Minuten der Partie erzielten die Pacers in den 17 Minuten bis zur Halbzeitpause nur 17 Zähler und setzten dabei 24 von 28 Würfen daneben.

Indiana-Coach Frank Vogel legt jedoch sowieso Wert auf andere Dinge: "Defensive und Rebounds. Wir wussten, gegen eine starke Verteidigung wie die der Heat würden wir es in der Offensive schwer haben. Aber in der Abwehr haben wir überzeugt."

Mit 50:40 ging das Rebound-Duell an die Pacers ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde ).

Spoelstra schaut nach vorn

Im dritten Spielabschnitt wurde es dann aber auch im Angriff deutlich besser:

Indiana entschied das Viertel mit 28:14 für sich und zog auf elf Punkte davon. Die Heat dagegen setzten 14 von 17 Würfen daneben.

"Willkommen in den Playoffs. Jetzt geht es richtig los. Sie haben uns den Heimvorteil weggeschnappt. Wir müssen uns jetzt sammeln und uns auf Spiel drei konzentrieren", blickte Heat-Coach Eric Spoelstra schon voraus.

In der Nacht auf Freitag (ab 1 Uhr LIVESCORES) muss Miami in Indianapolis ran.

Granger findet ein Mittel

Die Pacers haben es nun selbst in der Hand und werden ihr Augenmerk in den kommenden Spielen erneut nicht nur auf die Superstars richten.

"Ihr drittbester Scorer konnte nur fünf Zähler verbuchen. Die beiden (James und Wade, Anm. d. Red.) haben zwar hoch gepunktet, aber alle anderen konnten wir stoppen", so Danny Granger, der auf elf Punkte und sechs Rebounds kam.

Bester Akteur der Pacers war David West mit 16 Punkten und zehn Rebounds, George Hill steuerte 15 Zähler bei (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs).

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