Bostons Rajon Rondo versucht vergeblich Evan Turner (l.) den Ball abzunehmen © getty

Philadelphia klaut den Celtics den Heimvorteil, weil ein Trio cool bleibt. Das dritte Viertel wird für Boston zum Desaster.

Von Björn Seitner

München/Boston - Diesmal ging es nicht mehr gut.

Nach dem hauchdünnen Sieg im Viertelfinal-Auftakt gegen die Philadelphia 76ers (Bericht), mussten sich die Boston Celtics in Spiel zwei vor eigenem Publikum mit 81:82 (38:36) geschlagen geben.

Die Sixers bewiesen in der Schlussphase ihre Nervenstärke und trafen sechs von sechs Freiwürfen in den letzten zwölf Sekunden (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht).

"Wir wussten, dass es ähnlich wie im ersten Aufeinandertreffen kommen würde. Wir haben getan, was wir tun mussten - und was wir in Spiel eins nicht geschafft hatten", sagte Philly-Guard Evan Turner, der mit einem Korbleger 40 Sekunden vor Schluss die Führung besorgte und anschließend beide Würfe von der Linie verwandelte.

Lou Williams und Jodie Meeks erhöhten zum zwischenzeitlichen 82:78 ( 558924 DIASHOW: Die Bilder der zweiten Playoff-Runde ).

Selbstvertrauen im Schlussspurt

Genau wie vor zwei Tagen bauten die Sixers zu Beginn des letzten Viertels ihre Führung auf acht Punkte aus - und gaben sie zwischenzeitlich wieder aus der Hand.

Doch diesmal hatte das Team von Coach Doug Collins das bessere Ende für sich.

"Während der kompletten Saison haben wir diese Spiele verloren. Jetzt glauben die Jungs an sich. Das ist toll zu beobachten", sagte Collins, der sich über den ersten Playoff-Sieg der 76ers in Boston nach sieben Niederlagen seit 1982 freuen durfte.

Die Kontrolle abgegeben

Obwohl die Celtics Philadelphia zu 19 Ballverlusten zwangen und das Rebound-Duell mit 47:36 für sich entschieden, gaben sie den Heimvorteil in der "Best-of-Seven"-Serie aus der Hand.

"Wir sind selbst schuld. Wir haben sie die Kontrolle übernehmen lassen", erklärte Celtics-Coach Doc Rivers die Pleite.

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Boston-Einbruch im dritten Viertel

Nach der knappen Halbzeit-Führung brach Boston im dritten Abschnitt völlig ein und erzielte nur elf Punkte - die schlechteste Playoff-Ausbeute seit dem Schlussabschnitt in Spiel zwei der ersten Runde der Eastern Conference 2005 gegen die Indiana Pacers.

Nur vier von 17 Versuchen aus dem Feld versenkte Boston im Korb und leistete sich zudem sieben Turnovers.

"Das dritte Viertel hat uns wirklich weh getan. Wir haben einfach nicht getroffen", befand auch Paul Pierce, der insgesamt lediglich sieben Punkte erzielte (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Schwache Starting Five

In der heißen Schlussphase kämpften sich die Gastgeber zwar wieder heran, in der Crunch-Time setzten die Stars Rajon Rondo und Ray Allen aber wichtige Würfe daneben.

Allens und Kevin Garnetts Treffer von der Dreierlinie Sekunden vor Ende des Spiels reichten nicht mehr.

Bei Boston punkteten aus der Starting Five nur KG (15 Zähler) und Brandon Bass (12) zweistellig. Allen war mit 17 Punkten bester Werfer. Rondo kam auf acht Zähler, sieben Rebounds und 13 Assists (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs).

Holiday mit starker Ausbeute

Bei den Sixers, die in Runde 1 die Chicago Bulls ausgeschaltet hatten, war Jrue Holiday mit 18 Punkten bester Mann. Andre Iguodala kam auf 13 Zähler, sechs Rebounds und sieben Assists.

Spiel drei findet in der Nacht auf Donnerstag (ab 1 Uhr LIVESCORES) in Philadelphia statt.

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