Rajon Rondo (l.) war in der abgelaufenen Saison der beste Passgeber der NBA © getty

Boston müht sich gegen die 76ers beim Auftakt der zweiten Runde zum Heimsieg. Rondo beeindruckt mit dem nächsten Triple-Double.

Von Eric Böhm

München/Boston - Die Boston Celtics sind mit einem knappen Heimsieg in die zweite Runde der NBA-Playoffs gestartet.

Der Rekordmeister ging durch ein 92:91 (42:47) über die Philadelphia 76ers in der Best-of-Seven-Serie 1:0 in Front.(VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Point Guard Rajon Rondo (13 Punkte, 12 Rebounds, 17 Assists) lieferte sein achtes Playoff-Triple-Double und war der überragende Man auf dem Parkett. (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs)

"Er ist ein erstaunlicher Spieler. Er lässt sich nicht stoppen. Er macht mit dem Ball, was er will", zollte Philadelphias Coach Doug Collins Respekt.

"Da gerät niemand in Panik"

Allein sechs Zähler, fünf Assists und vier Rebounds sammelte der 26-Jährige im letzten Viertel, als Boston das Blatt wendete.

Denn die Celtics lagen nach einem schwachen ersten Viertel (18:28) über nahezu die gesamte Partie in Rückstand. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

Elf Minuten vor Schluss stand es im TD Garden immer noch 66:76, ehe die Gastgeber dank eines famosen 23:7-Laufs 77 Sekunden vor dem Ende mit sechs Punkten in Führung gingen.

"Wir haben schon so viele enge Spiele bestritten, da gerät niemand in Panik. Wir haben uns unserer Stärken besonnen. Es geht nicht darum, wie du anfängst, sondern wie du aufhörst", fasste Bostons Coach Doc Rivers zusammen.

Rondo führt Entscheidung herbei

Rondo war an nahezu allen entscheidenden Aktionen beteiligt und sorgte höchstpersönlich für das vorentscheidende 92:87.

Zwar verkürzte Sixer Jrue Holiday drei Sekunden vor der Sirene von der Freiwurflinie auf 91:92, aber Rondo spurtete in die Hälfte der Gäste, schnappte sich den Einwurf und dribbelte die restliche Zeit aus.

"Ich wusste, ich könnte sie so mit meiner Schnelligkeit überraschen. Ich habe Doc gesagt, er soll mir den Ball geben", erklärte Rondo die letzte Aktion.

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Im Nachhinein hätte Holiday seinen zweiten Freiwurf absichtlich daneben setzen müssen, um die Chance auf einen Offensiv-Rebound und den Ausgleich zu haben.

Garnett auf Nowitzkis Spuren

Neben dem Aufbauspieler überzeugte Kevin Garnett. Dem Veteran gelangen 29 Zähler sowie elf Rebounds. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

In der kompletten regulären Saison und den ersten fünf Playoff-Partien gegen Atlanta erzielte er in keinem Spiel eine bessere Ausbeute als zuletzt gegen die Hawks (28) und nun gegen Philly.

Es war sein 40. Auftritt in der K.o.-Runde mit mindestens 20 Punkten und zehn Rebounds. Nur Tim Duncan (90) und Dirk Nowitzki (63) gelangen mehr.

Iguodala überrascht

Bei den Gästen, die in Runde eins die favorisierten Chicago Bulls ausgeschaltet hatten, war All-Star Andre Iguodala (19 Punkte, 6 Rebounds, 6 Assists) der beste Akteur.

Er haderte mit Rondos Flucht in den letzten Sekunden: "Das erwartest du nicht. Da war viel Risiko dabei. Er hätte den Ball verlieren können, aber es war eine gute Aktion."

Flügelspieler Evan Turner (16 Zähler, 10 Rebounds) verbuchte ein Double-Double, ließ Rondo jedoch am Ende entwischen.

Collins gibt nicht auf

Spiel zwei steigt in der Nacht auf Dienstag (ab 1 Uhr LIVESCORES) erneut in Boston. In der regulären Saison gewannen beide Teams jeweils ihre Heimpartien.

"Wer uns über die gesamte Saison hinweg verfolgt hat, der weiß, dass wir die Köpfe jetzt nicht hängen lassen. Wir werden zurückkommen und genauso hart kämpfen wie heute", betonte Collins.

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