Marc Gasols (l.) Rechte wurden 2007 für Bruder Pau nach Memphis abgegeben © getty

Die Clippers vergeben ihre zweite Chance zum Einzug in Runde zwei. Spiel sieben folgt. Ein bärenstarkes Duo gibt den Ausschlag.

Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Die Los Angeles Clippers haben auch ihre zweite Chance nicht genutzt, in die zweite Runde der NBA-Playoffs einzuziehen.

Stattdessen setzte es beim 88:90 (38:43) im heimischen Staples Center den 3:3-Ausgleich in der Best-of-Seven-Serie. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Ähnlich wie in Spiel sechs fanden die Clippers kein Mittel gegen das in der Form der Playoffs 2011 auftrumpfende Big-Men-Duo Marc Gasol und Zach Randolph.

Gasol war mit 23 Punkten Topscorer und sammelte neun Rebounds. Randolph (18 Zähler, 16 Rebounds) steuerte ein Double-Double bei.

"Ein Hauptgrund für den Sieg war unsere konzentrierte Abwehrleistung. Wir waren sehr diszipliniert, und das Team hat mich sehr gut eingesetzt", analysierte Gasol.

Gasols und L.A. mit Überstunden

Nun kommt es auch für das zweite Team aus Los Angeles zu einem entscheidenden siebten Spiel. Es steigt am Sonntag (ab 19 Uhr LIVESCORES) in Memphis.

Die L.A. Lakers - mit Marcs Bruder Pau - empfangen die Denver Nuggets zum finalen Showdown. Es sind die einzigen Erstrundenserien, die über die volle Distanz gehen. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

"Als Team waren wir noch nie in so einer Situation. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Jetzt müssen wir unsere beste Leistung der Saison abrufen", forderte Clippers-Coach Vinny Del Negro.

Spurs müssen warten

Sein Team versucht die erst dritte Playoff-Serie der Teamgeschichte gewinnen. Memphis könnte derweil das neunte Team der NBA-Historie werden, das einen 1:3-Rückstand aufholt.

"All das bedeutet überhaupt nichts. Es ist jetzt ein K.o.-Spiel. Jeder hat eine Chance auf den Sieg", wiegelte Grizzlies Cheftrainer Lionel Hollins ab.

In der zweiten Runde warten die San Antonio Spurs auf den Sieger. Vor einem Jahr schieden sie als topgesetzte Team schon einmal gegen Memphis aus.

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"Jeder ist verletzt"

Auch damals waren Gasol und Randolph die entscheidenden Figuren. Die deutliche Rebound-Überlegenheit (48:32) und neun Blocks in Spiel sechs gegen L.A. sprechen eine deutliche Sprache.

Clippers-Jungstar Blake Griffin - durch seine Knieprobleme aus Spiel fünf (Bericht) gehandicapt - hatte besonders in der Verteidigung Probleme. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Auch Point Guard Chris Paul (11 Zähler, 7 Assists) wurde durch seine Zerrung im Hüftbeuger und eine Fingerverletzung behindert. (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs)

"Ich wusste gar nicht, dass er (Paul, Anm. der Red.) verletzt war. Jeder ist verletzt. Mein Knie tut auch weh. Das ist keine Entschuldigung. Es sind die Playoffs, du musst dich durchbeißen", kanzelte Randolph jegliche Einwände ab.

Clippers vergeben Vorsprung

Griffin (17 Zähler) war dennoch bester Clippers-Schütze. Nach einem starken ersten Viertel der Grizzlies (25:16) arbeiteten sich die Clippers trotz aller Probleme nach und nach in die Partie.

Pauls Backup Eric Bledsoe (14 Punkte, 6 Assists) trug zu Beginn des Schlussviertels einen 10:0-Lauf, der seinem Team acht Minuten vor Schluss die 76:68-Führung einbrachte.

"Zu diesem Zeitpunkt sah es nicht gut aus, aber wir haben ein sehr willensstarkes Team, das diese Situationen kennt", betonte Hollins.

Griffin stimmt auf Entscheidungsspiel ein

Seine Mannschaft konterte mit einem 17:4-Spurt, den ihr bester Scorer der regulären Saison Rudy Gay (13 Zähler) mit fünf Punkten in Folge maßgeblich mitbestimmte.

Im Anschluss wackelte Memphis zwar von der Freiwurflinie (3 von 8), aber die Clippers konnten diese Schwächen nicht mehr nutzen.

"Das spielt keine Rolle mehr. Jetzt gilt für uns: Do-Or-Die! Es ist nicht die Zeit, um mit den Finger aufeinander zu zeigen", gab Griffin das Motto für beide Teams aus.

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