Ty Lawson (l.) traf 2011 in einem Spiel seine ersten zehn Dreier (NBA-Rekord) © getty

Der Favorit kann in Denver auch den zweiten Matchball nicht nutzen. Der kranke Kobe Bryant quält sich, wird aber alleingelassen.

Von Eric Böhm

München/Denver - Die Los Angeles Lakers haben in der ersten Runde der NBA-Playoffs auch ihren zweiten Matchball ausgelassen. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Der Favorit hatte beim 96:113 (45:54) in Denver nie eine Siegchance und kassierte in der Best-of-Seven-Serie gegen die Nuggets den 3:3-Ausgleich.

Das entscheidende siebte Spiel findet nun in der Nacht auf Sonntag (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) wieder in L.A. statt. Ty Lawson (32 Punkte, 6 Assists) war Denvers Matchwinner.

"Das ist das größte Spiel, das er bisher gemacht hat. Er war fantastisch", lobte Coach George Karl seinen Point Guard.

Lawsons Speed lähmt Lakers

Lawson hatte in einem Playoff-Spiel noch nie eine besser Ausbeute erzielt. Der von ihm initiierte Hochgeschwindigkeits-Stil machte den erfahrenen Lakers erneut große Probleme.

Mit vier Dreiern bescherte der College-Meister von 2009 - mit den North Carolina Tar Heels - den Gastgebern eine schnelle 23:8-Führung. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

Den Ausschlag gab dann ein 9:0-Start in die zweite Hälfte. Von dem 49:67-Rückstand erholten sich die Lakers nicht mehr.

"Wir haben ihnen unser Spiel aufgezwungen und zweimal mit dem Rücken zur Wand Stand gehalten. Jetzt ist alles offen. Dieses Endspiel haben wir uns gewünscht", sagte Lawson.

Brewer setzt Schlusspunkte

Der starke Ex-Maverick Corey Brewer (18 Zähler) markierte zu Beginn des letzten Viertels die ersten elf Punkte der Nuggets und macht so den Sack zu.

Seine spektakulären Dunkings versetzten das Publikum im Pepsi Center in Euphorie.

2011 hatte der Flügelspieler an der Seite Dirk Nowitzkis auf dem Weg zum Titel die Lakers in der zweiten Runde eliminiert - jetzt könnte er erneut zum Schrecken der Kalifornier werden.

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"Kobe war krank wie ein Hund"

Bei den Lakers zeigte Superstar Kobe Bryant mit 31 Zählern zwar eine gute Leistung, erhielt aber zu wenig Unterstützung. (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs)

Dabei war sein Mitwirken aufgrund großer Magenprobleme bis kurz vor Spielbeginn fraglich gewesen. Knapp acht Mintuen vor Schluss ging er entkräftet vom Feld. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

"Kobe war dehydriert und krank wie ein Hund. Es ist enttäuschend, dass nur er so eine Willensleistung vollbringt. Ein Großteil des Teams hat das nicht getan", kritisierte Trainer Mike Brown.

Gasol ganz schwach

Die vermeintlich großen Stärken der Lakers unter den Körben kamen erneut nicht wie gewünscht zur Geltung.

Pau Gasol (3 Punkte, 1 von 10 aus dem Feld) erwischte einen rabenschwarzen Tag. Center Andrew Bynum sammelte 16 Rebounds, steuerte jedoch auch nur elf Zähler bei.

"Pau und Drew sind unsere besten Spieler nach Kobe. Beide müssen deutlich besser auftreten, wenn wir gewinnen wollen", forderte Brown.

Metta World Peace als Heilsbringer?

Trotz deutlicher Größenvorteile verzeichneten die Lakers einen Rebound-Nachteil (42:47) und ermöglichten Denver zehn Offensiv-Rebounds.

Die Hoffnungen für Spiel sieben ruhen neben einem gesunden Bryant auf der Rückkehr von Metta World Peace.

Der Small Forward hat seine Sperre von sieben Partien nach dem Ellbogenschlag gegen Oklahoma Citys James Harden abgesessen.

Faried wird immer besser

Die Gastgeber konnten sich dagegen erneut über eine gute Leistung des immer stärker werdenden Rookies Kenneth Faried freuen.

Der Forward (15 Punkte, 11 Rebounds) verzeichnete nicht nur ein weiteres Double-Double, er zog in der ersten Aktion der zweiten Hälfte auch ein unsportliches Foul gegen Bryant und leitete den vorentscheidenden 9:0-Lauf so ein.

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