Marc Gasol (l.) wurde im Februar erstmals ins All-Star Game berufen © getty

Der Europameister hält Memphis in der Playoff-Serie gegen die Clippers am Leben. L.A. bangt um die All-Stars Griffin und Paul.

Von Eric Böhm

München/Memphis - Die Los Angeles Clippers haben ihren ersten Matchball zum Einzug in die Halbfinals der Western Conference verpasst.

In ihrer Erstrundenserie verloren die Kalifornier bei den Memphis Grizzlies 80:92 (42:57) und mussten in der Best-of-Seven-Serie den 3:2-Anschluss hinnehmen. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

Europameister Marc Gasol schwang sich dank 23 Punkten zum besten Scorer der Grizzlies auf. Der Center (7 Rebounds, 4 Assists) lieferte seine beste Leistung der Serie ab.

"Wir stehen immer noch mit dem Rücken zur Wand und haben noch nichts erreicht. Wir fahren nach L.A. und werden ihnen den nächsten großen Kampf liefern", sagte der Spanier.

"Unser Spiel sieben steigt am Freitag"

Forward Zach Randolph (19 Zähler, 10 Rebounds) komplettierte das aus den NBA-Playoffs 2011 bekannte Big-Men-Duett mit einem Double-Double.

Die sechste Partie der Serie steigt in der Nacht auf Samstag (ab 3 Uhr LIVESCORES) in Kalifornien. Sollten die Grizzlies dann gewinnen, gäbe es ein entscheidendes siebtes Spiel in Memphis.

"Unser Spiel sieben steigt am Freitag im Staples Center. Dann werden wir uns wieder besser präsentieren", kündigte der beste Clipper Mo Williams (20 Punkte) an. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

Blitzstart der Grizzlies

Seine Mannschaft fand keinen Zugang zum Spiel. Die Gastgeber erreichten dagegen erstmals ihre Form des vergangenen Jahres, als sie das topgesetzte San Antonio überraschend eliminierten.

Memphis zeigte von Beginn an, wer Herr im Haus ist und dominierte das erste Viertel (36:22).

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Vor allem gegen das starke Spiel unter den Körben fanden die Gäste kein Mittel. Blake Griffin und Center DeAndre Jordan bekamen in den ersten Minuten keinen Fuß auf die Erde.

"Viele unserer Jungs sind das erste Mal in so einer Situation. Wir müssen uns trotzdem besser im Griff haben und die Konzentration aufrecht erhalten", forderte Clippers-Trainer Vinny Del Negro.

Memphis wackelt nur kurz

Zwar kam L.A. innerhalb der letzten Minute auf 79:85 heran, doch die Grizzlies gaben sich von der Freiwurflinie keine Blöße.

Zum Auftakt der Serie hatten sie an gleicher Stelle noch einen Vorsprung von 27 Punkten verspielt (Bericht). (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

"Wir hätten es fast wieder geschafft. Man konnte hören, dass die Zuschauer leiser und leiser wurden", meinte Guard Randy Foye.

Für sein Team geht es darum, erstmals seit 2006 wieder eine Playoff-Serie zu gewinnen.

Griffin und Paul angeschlagen

Die All-Stars Chris Paul (19 Punkte, 4 Steals) und Griffin (15 Zähler, 11 Rebounds) kamen nicht wie gewohnt zur Geltung und verletzten sich im Schlussabschnitt auch noch.

Paul zog sich eine Hüftzerrung zu. Griffin klagte über Knieprobleme. "Es scheint bei beiden nicht so schlimm zu sein. Wir warten die genaueren Untersuchungen ab", blieb Del Negro vorsichtig.

"Das war der falsche Ausdruck"

Grizzlies-Coach Lionel Hollins ruderte derweil zurück. Er hatte nach Spiel vier (Bericht) gesagt, Paul sei "ein guter Schauspieler". (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs)

"Das war sicher der falsche Ausdruck. Es war ein Interview mitten im Spiel. Paul ist gut darin, Fouls zu ziehen. Er ist ein großartiger Spieler", rückte er seine viel diskutierte Anschuldigung gerade.

Seinem Team rechnete er Pauls unterdurchschnittliche Ausbeute aber nicht an: "Wir haben ihn nicht gebremst. Er hat sich gebremst, weil er verletzt auf die Bank musste."

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