Dwyane Wade (l.) war 2008/2009 bester Korbjäger der NBA-Saison © getty

Miamis Super-Trio macht mit den Knicks kurzen Prozess und zieht in die Ost-Halbfinals ein. New Yorks Horror-Serie geht weiter.

Von Eric Böhm

München/Miami - Die Miami Heat sind letztlich souverän in die zweite Runde der NBA-Playoffs marschiert.

Der amtierende Vize-Meister besiegte die New York Knicks 106:94 (55:44) und setzte sich in der Best-of-Seven-Serie mit 4:1 durch. (VIDEO: Die Playoff-Highlights aus der Nacht)

LeBron James war einmal mehr Miamis bester Akteur. Dem zweimaligen MVP gelangen 29 Punkte, acht Rebounds sowie sieben Assists. Chris Bosh und Dwyane Wade steuerten je 19 Zähler bei.

"In so einer Serie geht es auch um Stolz. Es waren am Ende zwar nur fünf Spiele. Die Serie zu gewinnen, war aber nicht einfach", sagte Wade.

Pacers warten im Viertelfinale

Am Sonntag (ab 21.30 Uhr LIVESCORES) beginnt die zweite Etappe der Titel-Mission. Zum Start der Conference Halbfinals kommen die Indiana Pacers in den Süden Floridas.

Diese Aufgabe wird für Miami deutlich schwieriger werden. Denn trotz Wades warmen Worten waren die Knicks nie ein echter Prüfstein. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Das wurde auch in Spiel fünf überdeutlich. Nach einem ausgeglichenen Beginn verschaffte "Flash" den Gastgebern mit zwölf Punkten im zweiten Viertel eine beruhigende Halbzeit-Führung.

Zwischenspurt des Star-Trios genügt

Nach der Pause konnten die Knicks den Rückstand nur für insgesamt 90 Sekunden unter zehn Punkte bringen. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

Innerhalb von drei Minuten machten die "Big Three" dann aus einem 67:58 ein komfortables 78:60. Damit war die Luft endgültig raus.

"Das war extrem wichtig. In Spiel vier haben wir einen Vorsprung von elf oder zwölf Punkten leichtfertig verspielt. Das hatten wir noch in den Köpfen. Wir wollten frühzeitig alles klar machen", erklärte James.

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Duell mit Anthony endet im Remis

Dass er sein Privat-Duell mit All-Star-Kollege Carmelo Anthony statistisch gesehen verlor, konnte der "King" da leicht verschmerzen.

"Melo" (35 Zähler, 8 Rebounds) leistete großen Widerstand, benötigte für sechs Punkte mehr aber auch 31 Würfe - James (16) war da deutlich effizienter. (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs)

Über die komplette Serie gesehen sammelten beide Kontrahenten - sie kamen 2003 gemeinsam in die NBA - im direkten Duell 139 Zähler.

"Es hat richtig Spaß gemacht. Ich habe selten eine Serie gegen so einen harten Wettkämpfer gespielt", lobte James.

Kein Weiterkommen im neuen Millennium

Eine Statistik wird Anthony dagegen weiter verfolgen. Von 54 Playoff-Partien konnten seine Mannschaften nur 17 gewinnen.

"Den Umständen entsprechend haben wir uns gut geschlagen. Das soll keine Entschuldigung sein, aber wir waren nie in Bestbesetzung. Gegen so ein abwehrstarkes Team brauchst du einen topfitten Kader", bilanzierte der Flügelspieler.

Auch im zwölften Jahr in Folge schaffte es New York nicht, eine Playoff-Serie zu gewinnen. Letztmals gelang dieses Kunststück im Jahr 2000 - Gegner waren damals die Heat.

Woodson hofft auf Lerneffekt

Der immer noch von der Schnittverletzung an der Hand gehandicapte Power Forward Amare Stoudemire kam auf 14 Punkte.

"Miami ist ein sehr gutes Team. Wir sind in unserer Entwicklung noch nicht so weit", meinte "STAT".

Sein Fehlen sowie die Ausfälle von Jeremy Lin (Meniskus-OP) - er sah sich vor Spiel fünf bei "85 Prozent" - Iman Shumpert (Kreuzbandriss) und Baron Davis (ausgerenkte Kniescheibe) waren letztlich nicht zu kompensieren.

"Wir hatten immer wieder gute Phasen, aber das reicht in den Playoffs nicht. Hoffentlich sind unsere Jungs auf den Geschmack gekommen und bewahren sich diesen Hunger über den Sommer", sagte New Yorks Coach Mike Woodson.

Bleibt der Coach?

Ob der Interimstrainer dann als Dauerlösung dabei ist, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden.

Gegenüber Erik Spoelstra gab ein Plädoyer zu seinen Gunsten ab: "Woody hat mit diesem Team einen tollen Job gemacht."

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