Deng liefert in den Playoffs bislang 13 Punkte und 6,6 Rebounds im Schnitt ab © getty

Deng trägt Chicago auf seine Schultern. Horford feiert ein Traumcomeback in der Starting Five. Indiana wirft die Magic raus.

Von Florian Pertsch

München/Chicago - Zwei Leistungsträger fehlen?

Kein Problem für die Bulls, zumindest in Spiel fünf der ersten Runde der NBA-Playoffs.

Chicago feierte ohne Derrick Rose und Joakim Noah einen 77:69-Erfolg (35:26) und konnte sich gegen die Philadelphia 76ers auf Luol Deng und Carlos Boozer verlassen, die das vorzeitige Aus des besten Teams der regulären Saison verhinderten (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Deng lieferte 24 Punkte und acht Rebounds ab, Boozer legte sogar ein Double Double mit 19 Punkten und 13 Rebounds auf.

Philadelphia wird zum echten Härtetest

In Spiel fünf machte das zweite Viertel den Unterschied, in dem die Bulls den späteren Achtpunkte-Vorsprung herausspielen konnten.

Aufgrund der Verletzungen bei Chicago mutiert diese Serie für das Schwergewicht im Osten zum wahren Härtetest.

"Uns war klar, geht dieses Spiel verloren, dann ist unsere Saison vorbei. Ich hoffe durch den Sieg haben wir Philadelphia ein wenig unter Druck gesetzt", erklärte Top-Scorer Deng ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde ).

Dass in dieser Serie bereits ordentlich Dampf im Kessel ist, bewies auch die Partie in Chicago.

Chicagos Taj Gibson und Phillies Elton Brand wurden kurz vor dem Ende mit technischen Fouls bestraft, nachdem es auf dem Feld zwischen beiden zu einem heftigen Disput kam.

Die Intensität zwischen den Teams nimmt zu

"Ich habe einen Ellenbogen ins Gesicht bekommen, das lasse ich mir nicht gefallen", rechtfertigte sich Brand.

Auch Teamkollege Spencer Hawes, der auf elf Punkte und 14 Rebounds kam, hat kein Problem mit der äußerst physischen Serie: "Es ist ein sehr körperliches Duell, aber wenn es erforderlich ist, dann können wir diese Art Basketball auch spielen."

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Einmal wird es definitv noch zu diesem Duell kommen, denn in der Nacht auf Donnerstag (ab 1 Uhr LIVESCORES) kommt es in Philadelphia zu Spiel sechs.

Bulls Routinier Richard Hamilton ahnt, wie diese Partie werden könnte: "Sie werden dieses Spiel wie das alles entscheidende Spiel sieben behandeln. Philadelphia hat definitiv keine Lust, hier in Chicago noch einmal zu spielen."

SPORT1 fasst das weitere Playoff-Geschehen aus der NBA zusammen:

Atlanta Hawks - Boston Celtics 87:86 (40:40)

Auch die Atlanta Hawks haben ein Spiel sechs erzwungen. Held des Abends war Atlantas Al Horford, der nach seiner Verletzung im Januar erst sein zweites Spiel überhaupt absolvierte und zudem das erste Mal in der Starting Five stand.

Beim Debüt legte er für die Hawks 19 Punkte und elf Rebounds auf, doch die entscheidende Szene tauchte in keiner Statistik der Hawks auf (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs).

Zehn Sekunden vor dem Ende klaute Bostons Rajon Rondo Steve Smith beim Einwurf den Ball und machte sich auf in Richtung Korb, um die Celtics wieder in Führung zu bringen.

Aber nicht mit Horford, der Rondo mit einer starken Defense-Leistung zum Ballverlust zwang und so den wichtigen Sieg in Spiel fünf sicherte.

Hinterher gab sich der Rekonvaleszent ganz bescheiden. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich so lange auf dem Feld stehe. Ausgemacht waren eigentlich 15-25 Minuten", erklärte er nach 31 anstrengenden aber zufriedenstellenden Minuten.

Anders als bei Chicago, bei denen ein Leistungsträger nach dem anderen ausfällt, leert sich in Atlanta das Lazarett zusehends und erschwert den Celtics die Serie.

Ein Fakt, über den Atlantas Joe Johnson mehr als glücklich ist: "Alle kommen genau zur richtigen Zeit zurück, das ist großartig. Jetzt haben wir die Möglichkeit, etwas ganz Besonderes zu erreichen."

Indiana Pacers - Orlando Magic 105:87 (50:47)

In Indiana wurde die Pflichtaufgabe Orlando Magic souverän gemeistert und der Einzug in die zweite Runde der Playoffs gesichert.

Ein bärenstarkes viertes Viertel genügte den Pacers, um das Team aus Florida zu entzaubern. Top-Scorer der Pacers war Danny Granger mit 25 Punkten, unterstützt wurde er von Darren Collison, der auf 19 Punkte kam.

Bei den Magic hielt nur Point Guard Jameer Nelson dagegen, der starke 27 Punkte und fünf von acht erfolgreichen Dreiern ablieferte.

"Die Stimmung war elektrisierend. Die Fans haben uns sagenhaft angetrieben und das Momentum war aus unserer Seite", schwärmte Granger von der Unterstützung der Fans.

Die Zuschauer in Indiana hatten auch eine Botschaft an die Pacers-Spieler: Beat the Heat! Miami setzte sich mit 4:1 gegen die New York Knicks durch. Am Sonntag steht Spiel eins (ab 21.30 Uhr LIVESCORES) in Florida an.

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