MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Bryant legt in den Playoffs 31,2 Punkte im Schnitt für die Los Angeles Lakers auf © getty

43 Punkte des Stars sind nicht genug, um die Serie gegen die Nuggets zu beenden. Bynum nimmt den Mund vor Spiel fünf zu voll.

Von Florian Pertsch

43 Punkte, ein Traum von einem Spiel, und doch hat die Partie der Los Angeles Lakers einen bitteren Nachgeschmack.

Kobe Bryant und die Los Angeles Lakers mussten sich im fünften Spiel der ersten Runde gegen die Denver Nuggets knapp mit 99:102 (43:49) geschlagen geben und haben es verpasst, die Serie vorzeitig mit 4:1 für sich zu entscheiden (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Dass diese Niederlage vor eigenem Publikum nicht eingeplant war, zeigte auch der Übermut von Lakers-Center Andrew Bynum (16 Punkte und elf Rebounds) vor dem fünften Spiel.

Laker Bynum lehnt sich weit aus dem Fenster

"Solche Entscheidungsspiele sind meistens recht leicht, denn oft geben die Gegner früh auf, wenn sie bereits zu Anfangs hinten liegen", erklärte Bynum in seinem jugendlichen Leichtsinn.

Das einzige Problem an der Sache, die Lakers lagen genau einmal im Spiel vorne, und das war nach dem ersten Korb der Partie zum 2:0.

Nuggets-Trainer George Karl konnte sich im Anschluss eine Spitze in Richtung des Lakers-Akteur nicht verkneifen.

"Ich hatte das Glück, schon ein paar Serien in meiner Karriere zu gewinnen und eines ist sicher - das vierte Spiel zu gewinnen, ist immer das schwerste. Da unterscheiden sich unsere Ansichten dann wohl ein bisschen", verpasste Karl Bynum den Seitenhieb.

Black Mamba macht es spannend

Es war ein Kampf auf Biegen und Brechen, der erst in den letzten Sekunden des Spiels entschieden wurde, nachdem die Gäste aus Denver im vierten Viertel bereits mit 15 Punkten in Führung lagen.

Die Lakers wirkten phasenweise extrem lustlos, nur Kobe Bryant stemmte sich gegen die drohende Niederlage und brachte seine Truppe wieder in Schlagdistanz.

In den letzten fünf Minuten traf die "Black Mamba" vier Dreipunktwürfe und verkürzte die Führung der Nuggets 59 Sekunden vor dem Ende auf 98:96 (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs).

Eine Leistung, die sogar dem erfahrenen Coach Karl eine wahre Lobeshymne abrang: "Jedes Mal, wenn wir gegen Bryant spielen müssen, habe ich eine Heidenangst vor ihm."

Doch diesmal erlösten ihn seine Spieler am Ende der Partie von seinen Panikattacken.

Miller behält die Nerven

Angetrieben von Bynums Worten, die die Nuggets als Motivation auch in der Kabine aufgehängt hatten, verwandelte Andre Miller 12,8 Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe und stellte den 102:99-Endstand her ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde ).

Bryant und Ramon Sessions hatten noch die Möglichkeit auf den Ausgleich, verfehlten aber beide ihre Dreipunktwürfe.

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Bei Denver überzeugten in der Partie vor allem die Bankspieler.

Andre Miller kam auf 24 Punkte und acht Assists und JaVale McGee legte ein Double Double mit 21 Punkten und 14 Rebounds auf.

"Haben wir die Großen im Griff, kann Kobe machen was er will"

Center McGee, der Laker Bynum gut im Griff hatte, fasste das Spiel trefflich zusammen: "Klar ist Kobe ein außergewöhnlicher Spieler, aber wenn wir die Großen der Lakers im Griff haben, dann kann er machen was er will und wir haben eine gute Chance zu gewinnen."

Auch Point Guard Miller wittert eine Chance gegen den Favoriten: "Jetzt müssen wir zu Hause unseren Job erledigen. Gegen dieses Team ist nichts einfach, doch wenn wir in Denver Spiel sechs für uns entscheiden, dann ist im entscheidenden Duell alles möglich."

Von Andrew Bynum gibt es vor Spiel sechs bislang keine Prognosen. Das übernimmt diesmal Chef Bryant: "Es ist nie gut jemandem Munition zu liefern. Ob die Worte die ausschlaggebende Motivation waren weiß ich nicht, aber wenn wir Champion werden wollen, dann müssen wir auch solche Phasen überstehen."

Spiel sechs steigt in der Nacht auf Freitag (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) in Denver

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