Das Duo Griffin/Paul erzielte 57 von 101 Punkten im vierten Spiel gegen Memphis © getty

In der Verlängerung läuft der Aufbauspieler zur Höchstform auf und sichert Los Angeles Clippers den Matchball in der Serie.

Von Florian Pertsch

Overtime, Nervenkrieg und Zeit die Fingernägel zu malträtieren.

Oder die Zeit, um cool zu bleiben und sein Team sicher zum Sieg zu führen.

Chris Paul von den Los Angeles Clippers entschied sich in Spiel vier gegen die Memphis Grizzlies für Variante zwei und bescherte seinem Team den knappen 101:97-Sieg (51:45, 87:87) nach Verlängerung (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Damit fehlt der Mannschaft von Trainer Vinny Del Negro in der "Best-of-Seven"-Serie nur noch ein Sieg, um in die nächste Runde der Playoffs einzuziehen, in der bereits die San Antonio Spurs nach ihrem Sweep über die Utah Jazz als nächster Gegner warten.

Grizzlies lassen sich nicht abschütteln

"Das macht tierisch Spaß", erklärte Aufbauspieler Paul mit einem breiten Grinsen und ließ keinen Zweifel daran, dass knappe Spiele sein Spezialgebiet sind.

Unterstützt wurde das selbstbewusste Statement von der Statistik: 27 Punkten, sieben Assists und neun Rebounds (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs).

Vier Minuten vor dem Ende sah es danach aus, als ob die Clippers den zähen Widerstand der Grizzlies endlich gebrochen hätten, doch das Team aus Memphis kämpfte sich ein letztes Mal zurück ins Spiel.

Zach Randolph (zwölf Punkte und neun Rebounds) verwandelt 20 Sekunden vor Schluss locker seine Freiwürfe und schickte die Partie beim Stand von 87:87 in die Verlängerung.

CP3 nicht zufrieden mit den Schlusssekunden

Paul, der die Chance auf einen letzten Wurf in der regulären Spielzeit vergab, haderte im Anschluss mit sich selbst: "Das ist vielleicht der einzige Punkt, über den ich mich ärgern muss. Hätte ich das im Fernsehen gesehen, ich hätte mich tierisch über die Szene aufgeregt. Zum Glück habe ich Teamkameraden, die großes Vertrauen in mich haben."

Beim Thema "Springen" tritt unweigerlich Clipper Blake Griffin auf den Plan. Der leidenschaftliche Dunker erwischte einen erstklassigen Tag und servierte 30 Punkte in der Partie. In Spiel vier katapultierte sich der Power Forward diesmal nicht nur in die Vertikale, sondern auch immer wieder in die Horizontale ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde ).

Ohne Rücksicht auf Verluste jagte er Abprallern und verirrten Pässen hinterher und beglückte die die Zuschauer in den ersten Reihen mit seiner Anwesenheit.

Der Lob des Gäste-Trainer Lionel Hollins war ihm gewiss: "Er ist ein großartiger Spieler, und genau dieser Einsatz zeichnet großartige Spieler aus."

Griffin kassiert das sechste Foul

Doch auch die besten Spieler können nichts gegen Schiedsrichter und ihre Pfeifen ausrichten und so musste Griffin in der Verlängerung mit dem sechsten Foul auf der Bank Platz nehmen.

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"Können nur versuchen, es ihm ein wenig schwerer zu machen"

In Overtime übernahm dann wieder Eiswürfel Paul und trieb die erneut Grizzlies zur Verzweiflung.

"Das ist eben Chris Paul. Wir können nur versuchen, es ihm ein wenig schwerer zu machen, aber am Ende wird er trotzdem seine Plays machen und die Teamkollegen in Szene setzen", erklärte ein erschöpfter Rudy Gay, der auf 23 Punkte kam und neben Mike Conley (25 Punkte) bester Werfer bei den Grizzlies war.

Auch vom eigenen Trainer Del Negro gab es Elogen auf seine Qualitäten: "Chris bringt immer eine unfassbare Intensität auf das Parkett. Er kreiert nicht nur für sich Würfe, sondern auch für seine Mitspieler. Er trifft immer die richtige Entscheidung, das macht ihn zum Star."

"Wird ein Kampf bis zum Schluss"

Ein Star, der weiß, dass die Serie gegen Memphis auch trotz der 3:1-Führung noch ein hartes Stück Arbeit wird.

"Beide Mannschaften haben nicht ohne Grund auf Platz vier und fünf im Westen die reguläre Saison abgeschlossen. Das wird ein Kampf bis zum Schluss", prophezeite der Point Guard.

Ob er Recht behält, wird sich in der Nacht auf Donnerstag (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) zeigen, wenn Spiel fünf in Memphis ansteht.

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