Ginobili erzielt in der aktuellen Saison 12,9 Punkte und verteilt 4,4 Assists © getty

Angeführt vom wiedererstarkten Ginobili werden die Spurs ihrer Favoritenrolle gerecht und ziehen in zweite Runde der Playoffs ein.

Von Florian Pertsch

Die Routiniers der San Antonio Spurs haben einmal mehr bewiesen, dass sie trotz eines gestrafften NBA-Spielplans und der größeren Belastung zu starken Leistungen fähig sind. Durch das 87:81 (50:42) über die Utah Jazz sind die Texaner souverän in die nächste Runde der NBA-Playoffs eingezogen ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde ).

Das Team von Gregg Popovich meisterte die Hürde Utah locker mit 4:0 und verdeutlichte, warum es das beste Team der Western Conference in der regulären Saison waren.

Ginobili spielt sich aus der Minikrise

Bester Akteur bei den Texanern war in Spiel vier der Argentinier Manu Ginobili, der in den drei vorangegangen Partien eine Mini-Krise (0 von 8 Dreier) durchlebte, aber diesmal auf 17 Punkte von der Bank kam.

Für den erfahrenen Ginobili war die Flaute aus dem Dreipunktland aber zu keiner Zeit ein Problem: "Natürlich habe ich nicht gut getroffen, doch abgesehen davon habe ich auch nicht so viele Würfe genommen. Solange wir unsere Spiele gewinnen, ist das für mich kein Grund zur Besorgnis."

Auch Popovich, vor kurzem zum Trainer des Jahres in der NBA gewählt, machte sich in der ersten Playoff-Runde keine Sorgen um seinen Schützling. "Ich habe keine Sekunde an die Krise verschwendet. Das ist Manu", gab der Coach weise zu Protokoll.

Spurs-Bank macht den Unterschied in Spiel vier

Doch nicht nur Ginobili überzeugte von der Bank, auch der Rest des Reservisten überzeugte bei den Spurs und war neben den ordentlichen Leistungen von Center Tim Duncan (elf Punkte und fünf Rebounds) sowie Tony Parker (11 Punkte) maßgeblich am Sieg San Antonios beteiligt (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Die Bank der Texaner sorgte für sensationelle 57 Punkte und erzielte damit 47 Zähler mehr als die Reservisten der Jazz. Bei Utah hielt lediglich das Duo Al Jefferson (26 Punkten und zehn Rebounds) sowie Paul Millsap (zehn Zählern und 19 Rebounds) dagegen.

Doch ganz so deutlich wie das Spiel im ersten Moment anmutet, war es dann doch nicht. Die Utah Jazz lagen zwar im vierten Viertel mit 21 Punkten zurück, doch die junge Truppe aus dem Mormonenstaat bewies ihr Kämpferherz und ließ die Texaner kurz vor dem Ende noch mal zittern.

"Der ein oder andere dachte, die Partie ist bereits gelaufen, aber die Jazz haben uns am Ende ordentlich einen eingeschenkt. Das ist eine tolle Mannschaft, die einfach nicht aufgibt", zollte Popvich den Jazz Respekt.

Parker und Ginobili stoppen die Aufhlojagd

Mit weniger als 60 Sekunden zu spielen kam Utah auf vier Punkte an die Spurs heran, doch dann schlugen die Routiniers aus San Antonio gnadenlos zu. Tony Parker gelang ein Steal und Ginobili vollstreckte eiskalt per Korbleger.

Utahs Devin Harris, der auf 19 Punkte und sieben Rebounds kam, musste neidlos anerkennen, dass seine Mannschaft eine Lehrstunde erhalten hatte (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs).

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"Die Spurs sind ein unglaublich gutes Team. Die Art und Weise, wie sie zusammenspielen, im vierten Viertel fokussiert bleiben und ihre Spielzüge ausführen, das ist beeindruckend. Sie sind sehr erfahren, wir ein sehr junges Team. In dieser Serie haben wir sehr viel gelernt", erklärte Harris.

"Eine Serie gegen Utah ist keine Spaßveranstaltung"

Ausgeschieden und doch zufrieden zeigte sich Jazz-Coach Ty Corbin, dessen Team erstmals seit 2009 in die Playoffs eingezogen war: "Meine Mannschaft hat gezeigt, dass sie den Kopf in keiner Phase hängen lässt und immer weiter kämpft. Jeder hat gesehen, dass eine Serie gegen die Utah Jazz keine Spaßveranstaltung ist."

Dieser Behauptung dürfte San Antonios Stephen Jackson mit Sicherheit nicht widersprechen, der vor dem Spiel am Montag der Presse erklärte, dass "die Serie gegen Utah die körperlichste seiner Karriere ist".

Nach dem Sweep gegen die Jazz haben die Texaner jetzt ein paar Tage frei und haben genug Zeit, sich den nächsten Gegner anzusehen.

Wer das sein wird, entscheidet sich in der Serie zwischen den Los Angeles Clippers und den Memphis Grizzlies, in der die Clippers aktuell mit 3:1 in Führung liegen.

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