Philadelphias Elton Brand (M.) sicherte seinem Team neun Rebounds © getty

Chicago verliert auch Spiel 4 in Philly. Boozers Double-Double macht die Ausfälle nicht wett. Lakers und Celtics marschieren.

Von Marc-Oliver Robbers

München/Philadelphia - Die Chicago Bulls stehen in den NBA-Playoffs mit dem Rücken zur Wand.

Das beste Team der Regular Season verlor erneut bei den Philadelphia 76ers und liegt nach dem mit 82:89 (42:44) in der Best-of-Seven-Serie mit 1:3 zurück. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

Dabei wurde einmal mehr das Fehlen von Superstar und Noch-MVP Derrick Rose deutlich. Der Point Guard fällt mit einem Kreuzbandriss für die restlichen Playoffs aus.

"Ich bin nicht besorgt. Die Ausfälle sind natürlich nicht hilfreich, aber wir haben mehr als genug Potenzial, um das nächste Spiel zu gewinnen", betonte Chicagos Coach Tom Thibodeau.

Rose nicht zu ersetzen

Zudem mussten die Bulls auf Center Joakim Noah verzichten. Der Franzose verletzte sich in Spiel 3 am Knöchel (Bericht) und ist auch für den Rest der Serie fraglich.

Ohne die beiden Starter mühte sich Chicago nach Kräften. Vor allem Power Forward Carlos Boozer zeigte mit 23 Punkten und elf Rebounds eine starke Leistung. Auch Taj Gibson überzeugte mit 14 Punkten und zwölf Rebounds (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

So blieb die Partie lange Zeit offen. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Aufgrund der neuen Rotation wirkten aber viele Aktionen der Bulls fahrig. Noah-Ersatz Ömer Asik kam in 23 Minuten nicht über einen Punkt und sechs Rebounds hinaus.

Bulls nicht aggressiv genug

Einen Go-to-Guy, der das Heft in die Hand nahm, suchte man vergebens. C.J. Watson nahm zwar 18 Würfte, traf aber nur fünf. Und auch die erfahrenen Luol Deng und Rip Hamilton waren kein Faktor in der Offensive der Bulls.

Auffällig dabei: Philadelphia schickte Chicago nur 14mal an die Freiwurflinie. Ein Indiz, dass dem Thibodeaus Team der nötige Zug zum Korb fehlte.

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76ers-Point-Guard Jrue Holiday versetzte den Bulls, als diese viereinhalb Minuten vor Schluss bis auf 73:74 verkürzt hatten, mit zwei Dreiern den K.o. Phily zog auf sieben Punkte davon und ließ sich diese Führung nicht mehr nehmen.

Neben dem dem 21-Jährigen Holiday (20 Punkte, 8 Rebounds, 6 Assists) überzeugte auf Seiten der 76ers vor allem der keine drei Jahre ältere Center Spencer Hawes mit 22 Punkten. All-Star Andre Iguodala steuerte 14 Punkte und zwölf Rebounds für den Underdog bei.

"Sie hatten mehr Freiwürfe als wir. Trotzdem dürfen wir nicht über die Schiedsrichter jammern. Wir müssen besser verteidigen, ohne zu foulen", forderte Boozer.

Bulls auf Miamis Spuren

In der NBA-Geschichte gelang es bisher vier Teams, die als Achter in die Playoffs gingen, das topgesetzte Team zu eliminieren.

Im Osten schafften dies zuletzt den New York Knicks 1999, die die Miami Heat aus den Playoffs kegelten und anschließend bis in die Finals vorrückten.

Die letzte 3:1-Führung in einer Playoff-Serie hatten die 76ers vor 28 Jahren. Philadelphia überstand zuletzt 2003 die erste Playoff-Runde.

In der Nacht auf Donnerstag (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) könnte es wieder soweit sein. Dann steht Spiel 5 der Serie an und Holiday verkündet bereits: "Das ist für uns ein Spiel sieben. Wir wollen in Chicago gewinnen."

SPORT1 fasst das weitere Playoff-Geschehen aus der NBA zusammen:

Denver Nuggets - Los Angeles Lakers 88:92

Den Los Angeles Lakers fehlt nur noch ein Sieg, um ins Playoff-Halbfinale der Western Conference einzuziehen.

Der 16-malige Champion setzte sich bei den Denver Nuggets 92:88 (45:51) durch und ging in der Best-of-Seven-Serie mit 3:1 in Führung.

Auf Superstar Kobe Bryant war einmal mehr Verlass. Er sammelte 22 Punkte, acht Rebounds sowie sechs Assists. Sechs von acht eingesetzten Lakers punkteten zweistellig.

"Wir sind noch nicht raus"

Die beiden Guards Ramon Sessions und Steve Blake stellten mit aufeinanderfolgenden Dreiern innerhalb der letzten Minute den Auswärtserfolg sicher.

"Sessions hat schon einige wichtige Dreier für uns versenkt. Ich habe vollstes Vertrauen in ihn", lobte Bryant.

Aufseiten der Nuggets war Danilo Galinari (20 Zähler) der beste Schütze. Die in Spiel drei (Bericht) noch so starken Big Men Kenneth Faried und JaVale McGee (gemeinsam 14 Punkte, 11 Rebounds) konnten an diese Leistung nicht anknüpfen.

"Niederlagen machen keinen Spaß, aber wir sind noch nicht raus. Das ist eine große Herausforderung für unser junges Team", meinte Cheftrainer George Karl.

Boston Celtics - Atlanta Hawks 101:79

Die Boston Celtics stehen mit einem Bein in der nächsten Runde.

Der Rekordmeister schlug die Atlanta Hawks in Spiel vier der Serie deutlich 101:79 (64:41) und benötigt nur noch einen Sieg zum Weiterkommen.

Bereits nach der äußerst einseitigen ersten Hälfte war die Partie entschieden. Bei den Celtics ragte Spielmacher Rajon Rondo (20 Punkte, 16 Assists) heraus. (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs)

"Wir haben einige angeschlagene Spieler. Es war gut, dass wir so stark begonnen haben. Wir müssen unsere Einsatzzeiten gut dosieren", betonte Veteran Ray Allen.

Drew sauer

Die älteren Starter konnten frühzeitig geschont werden. Kapitän Paul Pierce markierte in nur 17 Minuten dennoch 24 Zähler.

Bei den haushoch unterlegenen Hawks war Rückkehrer Josh Smith (15 Punkte, 13 Rebounds) der auffälligste Akteur. Der Power Forward hatte Spiel drei wegen Knieproblemen verpasst.

"Wir waren in jeder Hinsicht unterlegen. So eine schwache Leistung habe ich von unserem Team lange nicht gesehen", ärgerte sich Atlantas Coach Larry Drew.

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