Tony Parker versucht mit den Spurs seine vierte Meisterschaft zu gewinnen © getty

Der Franzose bremst Utahs Comeback und bringt San Antonio das 3:0. Gay lässt die Clippers schwitzen. Indiana erkämpt Matchbälle.

Von Eric Böhm

München - Die San Antonio Spurs stehen kurz davor, die zweite Runde der NBA-Playoffs zu erreichen.

Die topgesetzte Mannschaft der Western Conference gewann bei den Utah Jazz 102:90 (52:50) und ging in der Best-of-Seven-Serie mit 3:0 in Führung. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

Aufbauspieler Tony Parker gelangen 16 seiner 27 Punkte im letzten Viertel. So wehrte der Franzose den Comeback-Versuch der Gastgeber ab.

"Sie haben viele verschiedene Verteidiger auf mich angesetzt. Also musste ich Geduld haben. Im letzten Viertel war ich dann aggressiver", erzählte Parker.

Parker überall zu finden

Als die verzweifelt anrennenden Jazz acht Minuten vor Schluss auf 76:81 verkürzten, konterte Parker mit einem Treffer aus kurzer Distanz und einer Vorlage zu einem Korbleger durch Stephen Jackson.

Zudem erzielte der MVP-Kandidat die letzten zwölf Zähler der Spurs und lieferte insgesamt sechs Assists.

"Die Erfahrung hat sich heute als entscheidend erwiesen. Sie haben sich auf uns eingestellt. Uns hat am Ende das Feuer und die Energie gefehlt", bilanzierte Utahs Coach Tyrone Corbin.

Nur ein Sieg fehlt noch

San Antonio benötigt nun nur noch einen Sieg für das Weiterkommen. Spiel vier findet in der Nacht auf Dienstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) erneut in Salt Lake City statt.

"Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. Denn wir wissen, dass sie in ihrer eigenen Halle nicht aufgeben werden", meinte der überzeugende Danny Green (14 Zähler).

Der Guard, Center-Veteran Tim Duncan (17 Zähler) und Jackson (13) unterstützten Parker. Manu Ginobili sammelte zehn Assists.

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Dreigestirn hält einsamen Rekord

Trainer des Jahres Gregg Popovich hob jedoch Big Man Tiago Splitter (10 Punkte, 8 Rebounds) heraus: "Tiago war extrem wichtig. Er hat gut verteidigt und in der Endphase wichtige Körbe erzielt."

Mit ihrem 125. gemeinsamen Playoff-Spiel bauten Duncan, Parker und Ginobili ihren einsamen NBA-Rekord weiter aus. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

"Müssen perfektes Spiel machen"

Bei Utah waren Point Guard Devin Harris und Center Al Jefferson (beide 21 Punkte) die erfolgreichsten Werfer.

Harris haderte vor allem mit den zwölf verschossenen Freiwürfen: "In so einem Spiel musst du diese Gelegenheiten von der Linie nutzen."

Inklusive des gescheiterten Titelverteidigers Dallas (Bericht) gerieten bisher 100 Teams mit 0:3 in Rückstand - alle schieden aus.

"Daran brauchen wir gar nicht zu denken. Wir müssen ein nahezu perfektes Spiel machen, um so ein Team zu schlagen. Eine Chance haben wir noch", sagte Jefferson, der elf Rebounds holte.

SPORT1 fasst das weitere Playoff-Geschehen aus der NBA zusammen:

Los Angeles Clippers - Memphis Grizzlies 87:86

Die Los Angeles Clippers nutzten beim 87:86 (50:46) über die Memphis Grizzlies ihren Heimvorteil und holten sich das 2:1 in der Serie.

Die All-Stars Chris Paul (24 Punkte, 11 Assists) sowie Blake Griffin (17 Zähler) waren einmal mehr die auffälligsten Akteure. (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs)

"Paul macht die Big Plays und findet seine Mitspieler, aber wir dürfen die anderen Jungs nicht so ungehindert zum Korb kommen lassen", analysierte Grizzlies-Topscorer Rudy Gay.

Clippers beenden Durststrecke

In den letzten Sekunden hätten die Gastgeber den Sieg fast noch verspielt. Sie führten bereits 86:80, verpassten jedoch in den letzten zwölf Sekunden drei von vier Freiwürfen.

Gay (24 Punkte) sorgte dank zwei Dreiern für den Anschluss. Sein Buzzer-Beater zum Sieg fiel aber nicht.

"Genauso haben wir es geplant. Nein, mit einem Scorer wie Gay sind sie immer gefährlich. Wir haben 17 Freiwürfe vergeben? Das ist nicht akzeptabel", meinte Paul.

Es war der erste Playoff-Heimsieg der Clippers seit sechs Jahren. Spiel vier steigt in der Nacht auf Dienstag (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) erneut im Staples Center.

Orlando Magic - Indiana Pacers 99:101 n.V.

Die Indiana Pacers machten durch ein dramatisches 101:99 (46:44, 89:89) nach Verlängerung einen riesigen Schritt in Richtung zweite Playoff-Runde.

Spielmacher George Hill verwandelte 2,2 Sekunden vor Ende der Overtime die Freiwürfe zum Sieg. Den Pacers fehlt nach dem 3:1 in der Best-of-Seven-Serie nur noch ein Erfolg zum Weiterkommen.

"Es ist schwer, Playoff-Spiele zu gewinnen. Wir haben viele Fehler gemacht, trotzdem hat es gereicht", sagte Indianas bester Schütze David West (26 Punkte).

Aufholjagd verschwendet

Seine Mannaschaft hätte den Auswärtssieg viel früher klar machen müssen, vergab aber im vierten Spielabschnitt einen komfortablen 19-Punkte-Vorsprung.

Glen Davis (24 Zähler, 11 Rebounds) und Jason Richardson (25 Punkte) führten Orlandos Comeback an. Scharfschütze J.J. Redick schoss die Gastgeber in die Verlängerung.

Dort ließen die Magic jedoch zu viele Möglichkeiten aus. Davis konnte die letzte Ausgleichschance nicht nutzen.

"Wir hatten in diesem Spiel viele schwache Phasen, haben aber nie aufgegeben. Der Ausgang war unglücklich. Ob wir bei 1:3 noch in der Serie sind, ist jetzt Einstellungssache", bilanzierte Orlandos Trainer Stan Van Gundy.

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