Ty Lawson (l.) gewann mit den North Carolina Tar Heels 2009 den College-Titel © getty

Der Point Guard sorgt für Denvers Anschluss in der Playoff-Serie gegen den Favoriten. Kobe Bryant leistet sich 16 Fahrkarten.

Von Eric Böhm

München/Denver - Die Denver Nuggets haben sich in ihrem Erstrundenduell der NBA-Playoffs eindrucksvoll zurückgemeldet.

Der Außenseiter schlug die Los Angeles Lakers vor heimischer Kulisse 99:84 (55:39) und verkürzte in der Best-of-Seven-Serie auf 1:2.

Denvers fantastischer Point Guard Ty Lawson schwang sich dank 25 Punkten zum Topscorer der Partie auf. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

"In jedem Spiel gegen die Lakers haben wir uns einen großen Rückstand eingefangen. Den Spieß wollten wir heute umdrehen. Das war extrem wichtig", erklärte Lawson die Marschroute.

Karl schwärmt

Seine Nuggets erarbeiteten sich dank eines phänomenalen 28:2-Spurts in der ersten Hälfte einen 24-Zähler-Vorsprung. Lawson erzielte dabei 13 Punkte.

"Bei uns geht es nur um die Energie. Wenn die fehlt, spielen wir ohne Tempo und nehmen zu viele Sprungwürfe. Heute waren wir richtig aufgedreht. So viel Spaß hat mir ein Sieg lange nicht gebracht", schwärmte Denvers Trainerlegende George Karl.

In der Nacht auf Montag (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) können die Nuggets in eigener Halle nun sogar den 2:2-Ausgleich in der Serie schaffen.

Gegenwehr für Lakers-Big-Men

Im Gegensatz zu den beiden Partien in L.A. hielten diesmal die Big Men der Gastgeber besser dagegen.

Center JaVale McGee (16 Zähler, 15 Rebounds) und Rookie-Forward Kenneth Faried (12, 15) beschäftigten Lakers-All-Star Andrew Bynum und Forward Pau Gasol (16 Punkte)..

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Bynum blieb in der ersten Hälfte ohne jeden Punkte, wurde jedoch nach der Pause stärker. Letztlich verbuchte er 18 Punkte sowie zwölf Rebounds.

"Ich war in den ersten Spielen zu vorsichtig, diesmal wollte ich aggressiv attackieren. Bei uns hat alles gepasst. Wir kamen ins Laufen und haben den Ball gut bewegt", analysierte McGee.

Lakers wachen zu spät auf

Die Lakers kamen im dritten Viertel zwar auf vier Punkte heran, doch Denver baute seine Führung schnell wieder aus. Ein 9:0-Lauf innerhalb der letzten zwei Minuten machte alles klar. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Kobe Bryant (22 Zähler, 6 Assists) zog nach sehr schwachem Start zwar in der zweiten Hälfte an, leistete sich bei 23 Würfen aber 16 Fahrkarten und verlor sechsmal den Ball.

"Sie haben versucht, mich von der Zone fernzuhalten. Auch Pau war viel zu selten in der Mitte anspielbar. Wir müssen zu unserem Inside-Spiel zurückkommen. Das ist unser Erfolgsrezept", forderte Bryant.

Kniff mit Galinari lohnt sich

Karls Schachzug Danilo Galinari gegen Bryant zu stellen, ging über weite Strecken sehr gut auf. Die Länge des Italieners machte "Black Mamba" zu schaffen.

"Sie mussten das Spiel unbedingt gewinnen. Das war von Beginn an zu spüren. Wir haben uns mit einigen Fehlern ein viel zu tiefes Loch gegraben", meinte Lakers-Coach Mike Brown.

Nuggets auf Barkleys Spuren?

Denver zeigte dagegen ein fast perfektes Spiel. Sie hatten einen überraschenden Rebound-Vorteil (54:44) und verloren nur siebenmal den Ball - ihr Playoff-Teamrekord steht bei sechs.

"Wir sind jetzt in den Playoffs angekommen. Wir haben unser Spielniveau der Höhe hier in Denver angepasst. Es ist jetzt eine richtige Serie. Das ist ein großartiges Gefühl", sagte McGee.

Die Lakers verspielten in ihrer erfolgreichen Historie erst einmal einen 2:0-Vorsprung. 1993 drehten die Phoenix Suns um Charles Barkley einen solchen Rückstand und zogen später in die NBA-Finals ein.

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