LeBron James (r.) gewann gemeinsam mit Carmelo Anthony 2008 Olympisches Gold © getty

LeBron dreht spät auf und beschert Miami in der Serie einen 3:0-Vorsprung. Die Knicks stellen einen Playoff-Negativrekord auf.

Von Eric Böhm

München/New York - Die Miami Heat werden ihrer Favoritenrolle in den NBA-Playoffs gerecht und stehen mit einem Bein in der zweiten Runde.

Der amtierende Meister der Eastern Conference ging durch ein 87:70 (36:40) bei den New York Knicks in der Best-of-Seven-Serie mit 3:0 in Führung. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

LeBron James drehte in der von den starken Defensivreihen geprägten Partie im Schlussviertel mächtig auf und führte sein Team auf die Siegerstraße.

"Ich wollte meinen Teil dazu beitragen, dass wir den Sieg nach Hause bringen. Das hat gut funktioniert", gab sich James bescheiden.

James vs. Knicks 17:14

17 seiner 32 Punkte markierte der Heat-Star in diesem Abschnitt. Dem kompletten Team der Knicks gelangen in den letzten zwölf Minuten nur 14 Zähler.

Dabei hatte James vorher mit Foulproblemen, Ballverlusten (insgesamt acht) und der feindseligen Atmosphäre im Madison Square Garden zu kämpfen.

"Er hatte einige Fehler, aber ließ sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. LeBron darf sich von Problemen nicht beirren lassen, dann wird alles gut", sagte sein Coach Erik Spoelstra.

Bosh spielt als Vater

Auch den Mannschaftskollegen war vor dem letzten Spielabschnitt nicht bange. "Wir lagen vorn und der beste Spieler kam von der Bank zurück. Was sollte da schiefgehen?", fragte Dwyane Wade.

Der Guard sammelte 20 Zähler. Point Guard Mario Chalmers (19) traf Mitte des letzten Viertels zwei wichtige Dreier in Folge zum vorentscheidenden 77:62.

"Durch die Foulprobleme saß LeBron das ganze dritte Viertel draußen. Ich glaube, die Zeit zum Nachdenken hat ihn für die Endphase angestachelt", spekulierte Chris Bosh, der nur wenige Stunden nach der Geburt seines Sohnes Jackson neun Punkte sowie zehn Rebounds verbuchte.

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Heat machen hinten dicht

Mindestens genauso wichtig - und für den weiteren Playoff-Verlauf noch signifikanter - war die unfassbar starke Abwehrleistung der Heat. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Miami hielt die Knicks in der zweiten Hälfte bei nur acht Treffern aus dem Feld. Insgesamt verwandelten die Gastgeber nur vier von 20 Dreiern.

"Wenn du nicht punkten kannst, spielt es keine Rolle, wie gut du verteidigen kannst", lehnte Carmelo Anthony jegliche Komplimente für die eigene Defensive ab.

Knicks stellen Negativrekord auf

Ohne Amare Stoudemire, der sich bei einem Schlag gegen einen Feuerlöscher-Kasten die Hand aufgeschlitzt hatte (Bericht), wussten lediglich Anthony (22 Punkte) und Center Tyson Chandler (10 Zähler, 15 Rebounds) ansatzweise zu überzeugen.

Für New York war es bereits die 13. Playoff-Niederlage in Folge - neuer NBA-Rekord. Seit 2001 warten sie auf einen Sieg in der K.o.-Runde.

"Das ist hart. Wir stehen vor einem unglaublich schwierigen Kampf, aber wir werden bis zum Schluss alles geben", erklärte Chandler. Kein NBA-Team hat jemals ein 0:3 noch umgebogen.

Woodson selbstkritisch

Über seine Auszeichnung zum besten Abwehrspieler der Saison konnte sich der ehemalige Kollege von Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks vor dem Spiel nur kurz freuen. ( 384049 DIASHOW: Die besten Verteidiger der NBA-Geschichte )

"Wir fanden im Angriff kein Mittel. Das muss ich mir ankreiden. Als LeBron loslegte, konnten wir nichts mehr ausrichten", bekannte New Yorks Trainer Mike Woodson.

Lin pessimistisch

Nach seiner Gala weist James nun im Madison Square Garden einen Punkteschnitt von 29,9 pro Partie auf. Nur Michael Jordan und Kobe Bryant sind bei mindestens zehn Auftritten besser.

Ob Stoudemire oder Jeremy Lin (Meniskus-OP) in Spiel vier (So., ab 21.30 Uhr LIVESCORES) mithelfen können, den Sweep zu vermeiden, ist noch unklar.

Während "STAT" optimistisch ist, gab der seit Ende März fehlende Lin nach einer intensiven Trainingseinheit keine gute Prognose ab: "Es sieht für Spiel vier nicht gut aus."

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