Dirk Nowitzki drehte mit Dallas 2001 und 2005 Playoff-Serien nach einem 0:2-Rückstand © getty

Dem Meister weiß: Ein Sieg in Spiel drei gegen die Thunder ist Pflicht. Oklahomas "Staatsfeind" Dirk Nowitzki fordert die Fans.

Von Eric Böhm

München - Der Unterschied könnte nicht größer sein: Bereits im dritten Playoff-Spiel 2012 geht es für Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks um alles.

Mit einem Sieg im ersten Heimspiel gegen die Oklahoma City Thunder (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) wäre urplötzlich wieder vieles möglich. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

Ein 0:3 in der Best-of-Seven-Serie wäre dagegen schon fast der frühzeitige Todesstoß für den Titelverteidiger.

"Spiel drei ist wie Spiel sieben. Vielen Dank!", brachte Sixth Man Jason Terry die Ausgangslage nach einer sehr intensiven Trainingseinheit am Mittwoch auf den Punkt.

0:3 wäre wohl das Aus

Nicht nur Terry weiß: In der NBA gerieten 99 Teams in einer Playoff-Serie mit 0:3 in Rückstand, zu einem Weiterkommen reichte es nie.

Nach zwei unglücklichen Niederlagen in Oklahoma City stehen die Mavericks also vor heimischer Kulisse unter immensem Erfolgsdruck. (BERICHT: Mavs verlieren auch Spiel 2)

"Die Wetten stünden natürlich gegen dich. Es ist definitiv ein wichtiges Spiel, wenn wir aus diesem Duell eine Serie machen wollen", bestätigt Nowitzki.

Nowitzki: Fans müssen helfen

Dabei ist noch gar nicht so viel passiert. Die Thunder haben trotz aller Lobeshymnen mit zwei sehr glücklichen Erfolgen lediglich ihren Heimvorteil gewahrt - mehr nicht.

Gewinnt Dallas im American Airlines Center - 2011 wurden von elf Playoff-Spielen nur zwei verloren - beide Partien, ist alles wieder offen.

"Wir hatten im vergangenen Jahr einen unglaublichen Lauf und das Publikum war so laut, wie es nur ging. Wir brauchen mehr davon. Wir müssen die Fans mit unserer Spielweise ins Rollen bringen", fordert Nowitzki die Anhänger und sein Team.

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Kampagne gegen Dirkules

Dem Finals-MVP von 2011 fällt natürlich eine Schlüsselrolle zu, ihm droht allerdings eine noch härtere Gangart der Gäste.

Die Medien in Oklahoma heizen die Spannungen zwischen den beiden Mannschaften mächtig an und erklärten nach Spiel zwei Nowitzki kurzerhand zum neuen "Staatsfeind Nummer eins".

Die Tageszeitung "Oklahoman" kritisierte seinen Schubser gegen Perkins, angebliche "Schauspieleinlagen und Beschwerden bei den Schiedsrichtern". (NACHBERICHT: "Schläge" von OKC, Korb von D-Will?)

Damit hätte er Metta World Peace als Hassobjekt jenseits des Red River - der Fluss trennt Texas und Oklahoma - abgelöst. Der Forward der L.A. Lakers hatte Thunder-Star James Harden per Ellbogenschlag eine Gehirnerschütterung zugefügt.

Carter als Schlüssel?

Für Coach Rick Carlisle ist neben Nowitzki und Terry vor allem Vince Carter ein wichtiger Faktor für den erhofften Umschwung.

"Er muss aggressiv sein und zum Korb ziehen - aber mit Köpfchen. Er ist erfahren genug, um die Situationen zu lesen. Dann wird auch sein Wurf wiederkommen", gibt Carlisle die Marschroute vor.

Carter traf in den ersten Spielen nur sieben von 23 Würfen. Auf einen erfolgreichen Dreier wartet der erfahrene Flügelspieler noch.

"Ein phänomenales Spiel von einem anderen Spieler würde Dirk und Jet (Terry, Anm. der Red.) helfen. Ich muss mehr zeigen", sieht sich Carter in der Pflicht.

Westbook macht Probleme

Neben dem Angriff steht aber auch die Verteidigung auf dem Prüfstand. Immerhin hielt der Meister die Thunder noch nicht unter 99 Punkten.

Shawn Marion lässt Superstar Kevin Durant für seine Zähler hart arbeiten, aber Russell Westbrook (28 und 29 Punkte) ist bisher nicht zu bremsen.

Die Mavs konzentrierten sich bis dato darauf, seinen Zug zum Korb zu verhindern. Das klappt aber nur, wenn "Jet Zero" nicht so gut aus der Mitteldistanz trifft - bisher 14 von 26.

"Das ist ein Dilemma. Er ist zu explosiv. Wir müssen ihn weiter zu diesen Würfen zwingen. Seine Quote wird irgendwann nachlassen", hofft Gegenspieler Delonte West.

Zweimal bog Dallas ein 0:2 noch um. Zuletzt gelang dieses Kunststück 2005 gegen Houston. "Wir haben nicht schlecht gespielt, aber im letzten Jahr hatten wir diese Selbstverständlichkeit. Wenn wir die wiederfinden, wird es eine enge Serie", verbreitet Nowitzki vor dem Showdown Optimismus.

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