Zach Randolph (l.) nahm 2010 zum bisher einzigen Mal am All-Star Game teil © getty

Trotz des starken All-Star-Duos Paul und Griffin verliert L.A. in Memphis. Die Pacers erobern den Heimvorteil zurück.

Von Eric Böhm

München - Die Memphis Grizzlies haben in ihrem Erstrundenduell den Ausgleich geschafft.

Vor heimischer Kulisse gelang ihnen durch ein 105:98 (51:47) über die Los Angeles Clippers in der Best-of-Seven-Serie das 1:1. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

Den Auftakt hatten die Clippers trotz eines zwischenzeitlichen Rückstands von 27 Punkten in der zweiten Hälfte sensationell noch für sich entschieden (Bericht).

"Das war sehr hart für uns. Dann mussten wir uns im Fernsehen immer wieder das Wunder anschauen. Das wollten wir unbedingt aus den Köpfen kriegen. So sind wir dann auch aufgetreten", erklärte Rudy Gay.

Mayo dreht auf

Der beste Grizzlies-Scorer markierte 21 Punkte. Sixth Man O.J. Mayo, der in L.A. am College für USC spielte, sammelte 20 Zähler.

In der jederzeit spannenden Partie ging Memphis mit einem leichten Vorsprung ins Schlussviertel. Diesmal brachen die Gastgeber jedoch nicht ein.

"O.J. war für uns der entscheidende Faktor. Er hat uns im letzten Viertel den Vorsprung verschafft", lobte Guard Tony Allen.

Randolph elektrisiert die Fans

Die Hälfte seiner Punkte gelangen Mayo in den letzten zwölf Minuten. Die Vorentscheidung brachte ein 8:0-Lauf, den Gay knapp vier Minuten vor dem Ende zum 97:84 abschloss.

Ein Drei-Punkte-Spiel durch Zach Randolph - nach Foul von Blake Griffin - gab Fans und Grizzlies kurz zuvor den letzten Kick.

18 Sekunden vor der Schlusssirene brachte Nick Young die Clippers per Dreier noch einmal auf 98:103 heran, aber Grizzlies-Spielmacher Mike Conley Jr. (19 Punkte) behielt von der Freiwurflinie die Nerven.

"Wir werden uns jetzt erholen. Dann geht es mit zwei Spielen in L.A. weiter. Wir sind jetzt in den Playoffs angekommen", freute sich Mayo auf Spiel drei (Sa., ab 22.30 Uhr LIVESCORES).

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Hollins bewahrt Humor

Aufseiten der Kalifornier ragten die All-Stars Griffin (22 Zähler, 9 Rebounds) und Chris Paul (29 Punkte, 6 Assists, 5 Steals) heraus. (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs)

Speziell Paul machte Memphis riesige Probleme und hielt die Clippers mit den stets richtigen Entscheidungen in Schlagdistanz.

"Er hat gegen all unsere Verteidiger Punkte gemacht. Wen soll ich also gegen ihn stellen? Ich kann es nicht machen, ich bin zu alt", meinte Grizzlies-Coach Lionel Hollins.

Paul selbstkritisch

Der gelobte Aufbauspieler kreidete sich die aus seiner Sicht unnötige Niederlage an. Ihm unterliefen fünf Ballverluste. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

"Ich muss mich besser von den Gegnern lösen. In den Playoffs wird weniger gepfiffen, aber einige Ballverluste waren einfach schlechte Pässe", haderte "CP3".

Entscheidende Bedeutung für das Ergebnis hatten nicht zuletzt die insgesamt 21 Turnovers der Clippers. Außerdem gestatteten sie den Gastgebern 16 Offensiv-Rebounds.

"Wir hätten das Spiel eigentlich gewinnen müssen. Wir fahren selbstbewusst nach Hause, aber wir müssten 2:0 vorn liegen", ärgerte sich Center DeAndre Jordan.

SPORT1 fasst das weitere Playoff-Geschehen aus der NBA zusammen:

Orlando Magic - Indiana Pacers 74:97

Im Osten eroberten die Indiana Pacers durch ein 97:74 (44:38) bei den Orlando Magic ihren Heimvorteil zurück und führen in der Serie nun mit 2:1.

Den Ausschlag gab das einseitige dritte Viertel (32:17). Flügelspieler Danny Granger (26 Punkte, 9 Rebounds) zeigte eine Topleistung.

"Wir haben uns besser auf sie eingestellt. Auswärtssiege sind wichtig, um in den Playoffs weit zu kommen. Das war ein erster Schritt", sagte Indianas Trainer Frank Vogel.

"Sie haben uns dominiert"

Für Orlando verbuchte Dwight Howards (Bandscheiben-OP) Ersatzmann Glen Davis 22 Zähler. "Supermans" Fehlen machte sich vor allem unter den Körben bemerkbar.

Die Pacers hatten einen deutlichen Rebound-Vorteil (46:33). Am Brett der Magic schnappten sie sich 13 Abpraller und bekamen dadurch immer wieder neue Möglichkeiten.

"Sie haben uns dominiert. Wir müssen etwas ändern, um uns nicht ständig solche riesigen Rückstände einzufangen", analysierte Magic-Coach Stan Van Gundy. Spiel 4 steigt am Samstag (ab 20 Uhr LIVESCORES) erneut in Orlando.

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