Tony Parker gewann beim All-Star Game 2012 in Orlando die Skills Challenge © getty

San Antonio verpasst den Jazz eine Packung im Jordan-Stil. Dank Parker marschieren die Texaner in Richtung zweite Playoff-Runde.

Von Eric Böhm

München/San Antonio - Die San Antonio Spurs marschieren mit riesigen Schritten in Richtung zweite Runde der NBA-Playoffs.

Das topgesetzte Team der Western Conference schlug die Utah Jazz 114:83 (53:28) und führt in der Best-of-Seven-Serie nun mit 2:0. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

Nach einem 20:0-Lauf im zweiten Viertel war die Partie entschieden. Utah gelangen in der ersten Hälfte ganze 28 Punkte bei einer miserablen Wurfquote von 23 Prozent.

"Du erwartest nicht, ein Playoff-Spiel in dieser Höhe zu gewinnen. Sie haben einfach nichts getroffen, trotzdem sind wir noch nicht durch. Utah ist ein gutes Team", warnte San Antonios Guard Danny Green (13 Zähler) vor zu großer Euphorie.

"Das ist einfach nur peinlich"

Es war die zweithöchste Playoff-Pleite der Jazz-Geschichte. 1998 setzte es gegen Michael Jordans Chicago Bulls in den Finals einst eine 42-Punkte-Niederlage.

"Das ist einfach nur peinlich. Mehr kann ich dazu nicht sagen", stöhnte Al Jefferson. Der Center und Ex-Maverick Josh Howard (je 10 Punkte) waren die einzigen Gäste mit zweistelliger Ausbeute.

Utah muss diese Demütigung bis zu Spiel drei in der Nacht auf Sonntag in Salt Lake City (ab 4 Uhr LIVESCORES) unbedingt abschütteln, ansonsten kehrt die Serie möglicherweise nicht nach Texas zurück. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Sondertraining hilft nicht

Nach dem schwachen Auftakt (Bericht) waren die Jazz sogar in die Heimat zurückgeflogen, um an taktischen Feinheiten zu arbeiten.

Dabei fehlte es neben einem Angriffskonzept schon in der ersten Partie auch in der Defensive an elementarsten Dingen. Die Spurs konnten immer wieder ungehindert zum Korb ziehen.

"Ich kann es nicht erklären. Ich konnte es auch nach Spiel eins nicht erklären. Sie haben uns in den Hintern getreten", meinte der ratlose Forward Paul Millsap.

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Parker braucht keine Schonung

Point Guard Tony Parker (18 Zähler, 9 Assists) war San Antonios auffälligster Akteur. Der Franzose war so gut drauf, dass er trotz großer Führung im dritten Viertel nicht ausgewechselt werden wollte.

"Ich wollte einfach im Rhythmus bleiben und meine gute Form halten", erklärte der Vize-Europameister. (SERVICE: Die Tagesbesten der Playoffs)

Coach Gregg Popovich ließ sich aber nur bedingt umstimmen.

"Wir haben uns auf zwei Minuten mehr geeinigt. Im letzten Viertel wäre mir das Risiko zu groß gewesen", sagte der frischgebackene Trainer des Jahres.

Zwölfter Sieg in Folge

Der Rest seiner Stars war froh über die Ruhepause im Schlussabschnitt. Tim Duncan (12 Punkte, 13 Rebounds) hatte sein Double-Double schließlich schon vorher eingefahren.

Elf von zwölf eingesetzten Akteuren trugen sich in die Scorerliste ein. Der brasilianische Center Tiago Splitter (Handgelenksprobleme) konnte geschont werden.

Mit ihrem zwölften Sieg in Serie stellten die Spurs einen neuen Saisonrekord auf und führen erstmals seit 2008 in einer Serie wieder mit 2:0 - damals gab es letztlich ein 4:1 gegen Phoenix.

Kanter bietet sich an

Die Jazz holten letztmals 2007 einen 0:2-Rückstand noch auf: In der ersten Runde fingen sie vor fünf Jahren Houston noch ab.

Als das einseitige Spiel längst entschieden war, konnte sich ihr türkischer Rookie Enes Kanter (acht Zähler, 10 Rebounds) noch etwas in den Vordergrund spielen.

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