Die Dallas Mavericks beendeten die Regular Season im Westen auf Platz sieben © getty

Vor Spiel 3 gegen die Thunder schwant Mavs-Boss Cuban Übles für Nowitzki und Co. Die große Hoffnung für 2012/13 droht zu platzen.

Von Jakob Gajdzik

München - Die Bilder des Triumphs sind noch nicht verblasst, und doch ist die Zukunft ungewisser denn je.

Im Juni 2011 reckten Dirk Nowitzki und Co. als NBA-Champion die begehrte Larry O'Brien Championship Trophäe in die Höhe.

Nun - knapp 10 Monate später - ziehen dunkle Wolke am Mavs-Himmel auf.

In der ersten Playoff-Runde müssen die Texaner im heimischen American Airlines Center unbedingt gegen Oklahoma City (Freitag, ab 3.30 Uhr LIVESCORES) gewinnen, um den Thunder in der Best-of-seven-Serie nicht einen fast uneinholbaren 3:0-Vorsprung zu geben. (BERICHT: Mavs verlieren auch Spiel 2)

"Werden uns nicht ergeben"

Die Hoffnung auf eine Wende liegt darin, dass die beiden bisherigen Niederlagen denkbar knapp waren.

Nowitzki zeigt sich kämpferisch:"Es ist hart und frustrierend, aber wir müssen nachlegen. Wir werden uns nicht ergeben?, sagte der Würzburger vor dem anstehenden Heim-Doppelpack. ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde )

Seit Nowitzkis Wechsel 1998 zu den Dallas Mavericks lag das Team in den Playoffs sechs Mal mit 0:2 zurück - zwei Mal schafften sie noch den Sprung in die nächste Runde.

Cuban fordert starke Körpersprache - und Nerven

Auch Mavs-Besitzer Marc Cuban forderte Einsatz bis zum Ende:

"Es wird Kontakt geben. Es wird Schläge geben. Unsere Körpersprache muss stark sein, doch wir müssen gleichzeitig unser Temperament im Griff haben."

Sollte der Titelverteidiger in der ersten Playoff-Runde gegen die Geheimfavoriten aus Oklahoma ausscheiden, wäre das eine große Ernüchterung.

Allerdings hätte Dallas in diesem Fall mehr Zeit, die Zukunftsplanung voranzutreiben.

Denn auch in diesem Bereich läuft es für die Mavs alles andere als nach Wunsch.

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Williams-Trade als Baustelle

Vor der Saison haben die Texaner wichtige Spieler wie J.J. Barea oder Tyson Chandler ziehen lassen, um nach der Saison den Spielraum für einen großen Transfer zu haben.

"Wir würden gerne einen wie Deron Williams holen", sagte Nowitzki bei SPORT1 (Interview) und auch Mark Cuban hatte seine Fühler nach "D-Will" ausgestreckt.

Der Transfer des 28-Jährigen ist die größte Hoffnung und angesichts des Alters vom Starting-Playmaker Jason Kidd auch die größte Baustelle der Mavs für den Sommer.

Der dreimalige All-Star Williams ist einer der interessantesten Free Agents. Er selbst betonte, wie gerne er in Dallas spielt - nicht zuletzt wegen seiner Freunde und Familie dort.

Doch nun scheint der mögliche Trade des Point Guards der New Jersey Nets fraglicher denn je.

Verlängert "D-Will"? - Was macht Kidd?

Nets-Experte Stefan Bondy twitterte, dass Williams dazu tendiere, seinen Vertrag in New Jersey zu verlängern.

Für die Mavericks wäre das ein personeller Rückschlag. Und auch der Verbleib des aktuellen Playmakers der Mavericks ist unsicher.

Warriors-Experte Marcus Thomson spekulierte in der "ContraCostaTimes", der fast 40-Jährige Jason Kidd könnte nach seiner Rückkehr zu den Mavs im Jahr 2008 nochmal eine neue Herausforderung suchen.

Kidd wäre wie Williams nach der Saison vertragslos und soll als Backup von Stephen Curry bei den Golden State Warriors im Gespräch sein.

Der 24-Jährige Curry könnte von der Erfahrung des routinierten Kidd stark profitieren, für Kidd selbst könnte die neue Aufgabe vielleicht der letzte Impuls in seiner ausklingenden Karriere sein.

Dieser Trade scheint aber nur wahrscheinlich, wenn Dallas tatsächlich Williams von einem Wechsel nach Texas überzeugen könnte. Andernfalls müssten die Mavs Kidd als Notnagel wohl einen neuen Vertag anbieten.

Big Man auf der Agenda

Ebenfalls auf der Agenda des Titelverteidigers steht ein Big Man.

Tyson Chandler, der mit seiner ungemeinen Defensivqualität einer der Garanten für die Meisterschaft im letzten Jahr war, wird nach seinem Wechsel zu den New York Knicks schmerzlich vermisst.

Brendan Haywood und Ian Mahinmi konnten gegen Oklahoma die Lücker von Chandler bisher nicht schließen. Seine Qualität stellt der Center nun auch im "Big Apple" unter Beweis und steht kurz vor der Wahl zu Defensivspieler des Jahres.

Genau so einer fehlt den Mavericks momentan, um zuversichtlicher in die Zukunft zu blicken. Die könnte bei einer weiteren Niederlage gegen Oklahoma City schneller beginnen, als angenommen.

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