Dirk Nowitzki (M. mit Durant) spielt seit 1998 für die Dallas Mavericks © imago

Der Mavs-Star verliert in Spiel 2 bei den Thunder die Nerven - sowohl sportlich als auch psychisch. Carlisle beklagt sich.

Von Hardy Heuer

München - Es lief mal wieder nicht so, wie die Dallas Mavericks es sich vorgestellt hatten.

Wie auch in Spiel 1 der ersten Runde der NBA-Playoffs verlor der Titelverteidiger die zweite Partie bei den Oklahoma City Thunder mit 99:102 (Spielbericht).

Es war aber nicht nur das Ergebnis, das die Texaner auf die Palme brachte, es war auch die Gangart des Gegners.

"Das schmutzige Spiel muss aufhören", polterte Mavs-Coach Rick Carlisle: "Das ist Playoff-Basketball, und der ist natürlich körperbetont. Aber wir mögen keine unfairen Aktionen. Sie würden es auch nicht mögen, wenn wir sowas machen würden."

Carlisle unzufrieden

Besonders hart traf es erneut seinen Superstar Dirk Nowitzki. Der Deutsche wurde mit allen Mitteln bekämpft ( 551144 DIASHOW: Die Bilder der ersten Playoff-Runde ).

"Ich liebe eine harte, aber saubere Playoff-Serie. Man wirft den Ball hoch, und das beste Team soll gewinnen", deutete Carlisle an, das lediglich das ruppigere Team den Sieg davongetragen habe.

Unfaire Attacken gegen Nowitzki

So sauber ging es nämlich in der Chesapeake Energy Arena keineswegs zu, besonders im ersten Viertel ( 550242 DIASHOW: Mavericks und Thunder im Head-to-Head ).

Serge Ibaka traf Nowitzki bei einem Blockversuch wohl unbeabsichtigt mit der Hand im Auge, was den Mavs-Forward bereits ärgerlich machte.

Und nach einem Durant-Dreier rempelte ihn Kendrick Perkins von hinten. Wieder blieb der Pfiff des Unparteiischen aus.

Duell mit Perkins

Das brachte das Fass beim Deutschen zum Überlaufen. Die Provokationen wollte er sich nicht länger gefallen lassen und setzte sich zur Wehr (BILANZ: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

"Er hat versucht, mich zu checken. Da habe ich ein wenig zurückgestoßen und Trash-Talk gemacht. Danach bin ich weitergelaufen", erläuterte Nowitzki die Situation.

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Doch Perkins ließ nicht locker und holte mit der flachen Hand aus, traf Nowitzki aber nur leicht am Kopf.

Die Rudelbildung war nicht mehr zu vermeiden, beide erhielten für ihr Tete-a-Tete ein Technisches Foul.

Frust bei Nowitzki

Nowitzki häufte eine starke Punkteausbeute (31) an, ihre Wirkung scheinen die Attacken aber doch irgendwie gehabt zu haben.

( 548757 DIASHOW: Die Award-Kandidaten ).

Denn innerhalb von 46 Sekunden ließ Nowitzki in der Crunch-Time erst einen Dreier liegen, und verfehlte dann auch noch einen einfachen Sprungwurf - ungewöhnlich für den MVP der letzten Finalserie.

Genau in diesen Phasen behält Nowitzki eigentlich immer die Ruhe.

"Den Fadeaway habe ich schon 100 Mal gemacht. Der Ball hüpfte, berührte jeden Teil des Rings und sprang raus", haderte der Deutsche.

Carlisle hadert

Carlisle wollte die Niederlage nicht nur auf die robuste Gangart der Thunder schieben, sondern sah auch Defizite bei seiner Truppe.

"Wir haben einfach nicht genügend Spielzüge durchgebracht. Das ist hart, keine Frage. Aber wir hatten Möglichkeiten, die wir ungenutzt ließen", ärgerte sich der Coach.

"Wir wussten, dass es eine enge Serie werden würde. Jedes Spiel geht bis zum letzten Ballbesitz", sagte Shawn Marion und trauerte den verpassten Chancen hinterher: "Ich glaube, dass wir es erneut in unserer Hand hatten und unglückliche Dinge passiert sind."

"Enttäuscht, aber nicht bestürzt"

Trotz des 0:2-Rückstands in der Best-of-seven-Serie haben die Mavs den Glauben ans Weiterkommen noch nicht aufgegeben.

Schließlich gelang Dallas dieses Kunststück bereits zwei Mal - 2001 in der ersten Runde gegen die Utah Jazz und 2005 gegen die Houston Rockets.

Am Freitag (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) soll der erste Schritt getan werden.

"Nun spielen wir zu Hause und müssen dasselbe wie die Thunder machen", gab Carlisle die Marschroute vor: "Wir gehen enttäuscht, aber nicht bestürzt."

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