LeBron James stand in den vergangenen vier Jahren immer im All-NBA First Team © getty

Miamis "King" behält im Duell der MVP-Kandidaten gegen Thunder-Star Kevin Durant die Oberhand. Die Lakers siegen im Lokalderby.

Von Eric Böhm

München - Die Miami Heat haben das Duell der Giganten für sich entschieden.

In einer möglichen Vorschau auf die NBA-Finals bezwangen "Miami Thrice" die Oklahoma City Thunder 98:93 (50:49) und holten sich den 17. Heimsieg in Folge ( 538811 DIASHOW: Die Bilder der 15. NBA-Woche ).

Gegen den Tabellenführer der Western Conference war LeBron James dank 34 Punkten, sieben Rebounds, zehn Assists und vier Steals Miamis herausragender Akteur.

Im Aufeinandertreffen der Topkandidaten auf die Auszeichnung zum MVP übertraf er den keineswegs schwachen Thunder-Star Kevin Durant (30 Zähler).

"In so einem Spiel nimmst du die persönliche Herausforderung natürlich an. Vor allem wenn du auch gegeneinander verteidigst", meinte James.

Lob von Durant

Die beiden All-Stars lieferten sich einen hochkarätigen Schlagabtausch, wobei Durant sich gegen den aggressiven "King" gleich neun Ballverluste erlaubte - persönlicher Negativrekord.

"Wir hätten deutlich besser spielen können, aber das muss du auch Miami anrechnen, die sehr stark aufgetreten sind", gab Durant zu.

Dwyane Wade steuerte für den Zweiten im Osten 19 Punkte bei. Chris Bosh kam lediglich auf zwölf Zähler.

"Es herrschte Playoff-Atmosphäre"

Der Power Forward verwandelte in der Schlussphase jedoch den letztlich siegbringenden Wurf zum 96:93.

Danach verpasste zunächst Oklahomas Kendrick Perkins zwei Freiwürfe, ehe Durant die letzte Chance zum Ausgleich vergab.

"Das sind zwei sehr gute Teams. Es herrschte eine Playoff-Atmosphäre. Es war für die Fans ein großartig anzuschauendes Spiel", erklärte Wade, der von der Freiwurlinie den Endstand herstellte.

Westbrook streckt James nieder

Für einen Aufreger sorgte Durants kongenialer Partner Russell Westbrook (28 Zähler), als er James bei einem Schnellangriff des Forwards von hinten zu Boden riss.

Oklahoma Citys Spielmacher bekam ein technisches Foul und die Schiedsrichter hatten es extrem schwer die vielen Topstars voneinander zu trennen.

"Das war eine sehr gefährliche Aktion", sagte James. Auch Perkins und Wade holten sich technische Fouls für eine Rangelei ab - der Heat-Guard war bei einem Korbleger von dem Center der Gäste am Kopf getroffen worden.

Enges Rennen um die Pole Position

Die Thunder (40:14) kämpfen mit Miami (39:14) und den Chicago Bulls (42:13) weiterhin um die beste Bilanz der NBA und einen möglichen Heimvorteil in der Finalserie (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Es war ein richtig physisches Spiel. Mir hat das sehr gut gefallen. Vielleicht gibt es ein Wiedersehen", bilanzierte Oklahomas Citys Trainer Scott Brooks.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Los Angeles Clippers - Los Angeles Lakers 108:113

Die Los Angeles Lakers (35:20) gewannen das Stadtderby gegen die Clippers mit 113:108 (63:55) und festigten Rang drei in der Western Conference.

Center Andrew Bynum (36 Punkte) lieferte eine großartige Vorstellung und unterstützte NBA-Topscorer Kobe Bryant (31).

"Es ist klar, dass sie spektakuläre Dinge machen, wir wollten einfach cool bleiben und unsere Chancen nutzen", erzählte Bryant (SERVICE: Die Tagesbesten der NBA).

Bryant setzt Siegtreffer

Bei den viertplatzierten Clippers (32:22), deren Erfolgsserie nach sechs Partien endete, war Ex-Maverick Caron Butler (28 Zähler) bester Werfer.

Bryant netzte 24 Sekunden vor Schluss den wichtigen Treffer über Randy Foye hinweg zum 110:106 ein. Der ansonsten starke Chris Paul (22 Punkte, 16 Assists) leistete sich danach eine Fahrkarte und Blake Griffin (15 Zähler, 14 Rebounds) foulte Pau Gasol, der von der Linie die Nerven behielt.

"Es gibt keine moralischen Siege. Sie haben uns zwei von dreimal geschlagen und haben jetzt auch den Tiebreaker. So ist es eben", ärgerte sich Paul.

Boston Celtics - San Antonio Spurs 86:87

Die San Antonio Spurs fuhren beim 87:86 (59:48) über die Boston Celtics trotz einer miserablen zweiten Hälfte ihren neunten Sieg in Folge ein.

Dabei hätte der Tabellenzweite der Western Conference fast einen klaren Vorsprung von 17 Punkten verspielt. Im dritten Viertel gelangen den Texanern in Boston ganze neun Pünktchen.

Tim Duncan (zehn Punkte, 16 Rebounds) war San Antonios Matchwinner, denn er zwang Celtics-Kapitän Paul Pierce (15 Zähler, zehn Rebounds) mit der Schlusssirene zu einem extrem schwierigen Wurf, der vom Ring abprallte.

"Es war eine klassische Alles-oder-Nichts-Situation. Um ehrlich zu sein, es war wohl genau der Wurf den er wollte", gab Duncan zu.

Allen eingerostet

Nach fünf Siegen in Folge musste der Rekordmeister wieder einen Rückschlag hinnehmen, steht als Führender der Atlantic Division im Osten aber weiter auf Rang vier.

Rajon Rondo verbuchte 17 Punkte sowie elf Assists. Rückkehrer Ray Allen - er hat seine Knöchelverletzung auskuriert - war die mangelnde Spielpraxis anzumerken. Der Veteran kam nur auf fünf Zähler.

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