Dirk Nowitzki (M.) nahm bereits elfmal am All-Star Game der NBA teil © getty

Dallas leistet dank des achten Double-Doubles von Nowitzki Wiedergutmachung für das Clippers-Fiasko. Am Ende dreht "Matrix" auf.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben sich für die peinliche Vorstellung gegen die L.A. Clippers rehabilitiert.

Zwei Tage nach dem deftigen 75:94 (Bericht) schlug Dirk Nowitzkis Mannschaft die Memphis Grizzlies vor heimischer Kulisse 95:85 (47:51).

Der deutsche Ausnahmespieler war dank 23 Punkten sowie zehn Rebounds der beste Akteur des Titelverteidigers und lieferte sein achtes Double-Double der Saison ( 538811 DIASHOW: Die Bilder der 15. NBA-Woche ).

"Ich denke, die zweite Halbzeit war wirklich gut. Jeder hat für den anderen gekämpft. Uns hat sicher geholfen, dass es das dritte Spiel für die Grizzlies in drei Tagen war. Sie waren etwas langsam, und wir haben ihnen nur 34 Punkte erlaubt. Das war der Schlüssel zum Sieg."", freute sich Nowitzki.

Playoff-Kampf bleibt spannend

Der Erfolg war besonders wichtig, da Dallas (31 Siege - 24 Niederlagen) nun mit den Grizzlies (30:23) fast gleichauf auf dem fünften Rang der Western Conference liegt.

Nach einem weiteren Heimspiel gegen Portland in der Nacht auf Samstag (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) folgt einen Tag später das Rückspiel in Memphis (ab 2 Uhr LIVESCORES).

"Wir haben uns gut zurückgemeldet. Wir kämpfen mit all diesen Teams um die Playoff-Positionen. Deshalb war dieses Spiel ganz besonders wichtig", meinte Shooting Guard Jason Terry.

Das Playoff-Rennen im Westen verspricht Spannung bis zum Schluss. Hinter den Grizzlies und Mavs lauern Houston, Denver (beide 29:25), Phoenix (28:26) und Utah (28:27). Zwei dieser Teams werden auf der Strecke bleiben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Richtige Reaktion

Coach Rick Carlisle hatte sein Team nach der desolaten Vorstellung gegen L.A. noch zusammengefaltet und gleichzeitig ziemlich ratlos gewirkt.

Gegen Memphis zogen sich die Mavs jedoch angeführt von Nowitzki selbst aus dem Schlammassel. Sie agierten von Beginn an aggressiv und konzentriert.

In den ersten drei Vierteln konnte sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen. Im Schlussabschnitt bewiesen die Mavericks aber einmal mehr ihren Killerinstinkt.

"Sie haben im letzten Viertel alles bekommen, was sie wollten. Wir haben sicher dazu beigetragen, aber du musst davor auch den Hut ziehen", erklärte Grizzlies-Center Marc Gasol.

Marion glänzt in Abwehr und Angriff

Ein furioser 21:4-Lauf über die Spanne von sieben Minuten brachte Dallas den vorentscheidenden 89:77-Vorsprung.

Shawn Marion setzte mit einem Block gegen Rudy Gay und einem unmittelbar darauf folgenden Dunking den Schlusspunkt.

"Wir wollten heute etwas mehr ins Laufen kommen und ihre Fehler in Schnellangriffe ummünzen. Das hat speziell am Ende sehr gute geklappt", sagte "The Matrix".

Der Flügelspieler erzielte während des Zwischenspurts zehn seiner insgesamt 16 Zähler. Terry (15 Punkte) und Delonte West (14) wussten ebenfalls zu überzeugen.

Terry holt Ex-Kollegen ein

Sixth Man Terry holte mit dem 1760. Dreier seiner NBA-Karriere zudem den zurückgetretenen ehemaligen Maverick Peja Stojakovic ein und steht nun gemeinsam mit dem Serben auf Rang fünf der ewigen Bestenliste.

Im Gegensatz zum Clippers-Spiel kompensierten die Guards den Ausfall von Jason Kidd, der wegen einer Leistenzerrung vorläufig pausieren muss.

Der zuletzt nur selten eingesetzte Roddy Beaubois zeigte mit acht Punkten sowie fünf Assists als Teilzeit-Spielmacher eine ordentliche Leistung.

"Uns ist das Benzin ausgegangen"

Bei Memphis war Reservist O.J. Mayo mit 17 Punkten bester Schütze. Europameister Gasol sammelte jeweils zehn Zähler und Rebounds.

Ansonsten schaffte lediglich Point Guard Mike Conley Jr. (11) eine zweistellige Ausbeute. Topscorer Gay verfehlte acht seiner zwölf Würfe.

"Un ist einfach das Benzin ausgegangen. Im vierten Viertel fiel bei uns nichts mehr und sie kamen immer wieder zu leichten Punkten", haderte Conley.

Die Grizzlies stecken aktuell in einem brutalen Teil ihres Spielplans. In Dallas absolvierten sie ihre fünfte von sieben Partien innerhalb von neun Tagen.

"Fünf Spiele in sechs Tagen ist schon hart. Wir haben trotzdem gut genug gespielt, um zu gewinnen. Am Ende haben wir dann das Heft aus der Hand gegeben", ärgerte sich Coach Lionel Hollins.

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