Blake Griffin gewann beim All-Star Weekend 2011 den Dunking-Wettbewerb © getty

Der Clippers-Star zieht sich vor dem Duell mit Nowitzkis Team einer immer härteren Gangart ausgesetzt. Schuld sind die Dunkings.

Von Eric Böhm

München - Es ist die große Chance, im Hinblick auf die NBA-Playoffs ein Ausrufezeichen zu setzen.

Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks empfangen als Fünfter der Western Conference die direkt davor platzierten Los Angeles Clippers (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) zu einem richtungsweisenden Duell.

Denn nach jetzigem Stand käme es bereits in der ersten Runde zum Wiedersehen, umso wichtiger wäre für den Titelverteidiger ein überzeugender Sieg (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Das ist unser Zeil, schließlich steht auch der Heimvorteil in einer eventuellen Serie auf dem Spiel. Diese Gelegenheit sollten wir nutzen", sagt Sixth Man Jason Terry.

Griffin in Topform

Dabei stehen die Mavs vor allem vor der schweren Aufgabe, All-Star Blake Griffin zu stoppen, der in den vergangenen sechs Spielen immer mindestens 20 Punkte markierte.

Seinen Status als Superstar hat der Power Forward aber vor allem seinen spektakulären Dunkings zu verdanken, die ihn zum legitimen Nachfolger des "menschlichen Highlightfilms" Dominique Wilkins machten.

"Er ist ein unglaublich dynamischer Spieler, der zu jedem Zeitpunkt explodieren kann. Er ist ganz schwer zu verteidigen", meint Mavericks-Center Brendan Haywood.

Kontrahenten sind sauer

Doch der Ruhm wird für Griffin immer mehr zum Fluch. Denn seine Gegenspieler sind es leid, sich als Requisiten der Griffin-Show im Internet wiederzufinden.

Deshalb häufen sich die knallharten Fouls gegen den 23-Jährigen. Oklahoma Citys Kendrick Perkins schleuderte ihn Ende März als Vergeltung für einen Dunking im Januar hart zu Boden.

Einen Tag später verpasste ihm Jason Smith von den Hornets einen Bodycheck und wurde für zwei Spiele gesperrt ( 535844 DIASHOW: Die Bilder der 14. NBA-Woche ).

"Wir werden jetzt nicht seine Spielweise ändern. Er lebt von der Athletik und seiner Power. Dann wissen sich die Gegner oft nur mit Fouls zu helfen", wiegelt Clippers-Coach Vinny Del Negro ab.

Schwache Freiwurfquote

Dazu kommt, dass sich die harte Gangart für die Kontrahenten lohnt, da Griffin in dieser Saison nur 54,2 seiner Freiwürfe trifft.

Die von Mavericks-Legende Don Nelson entwickelte "Hack-a-Shaq"-Taktik erfährt also eine Neuauflage. Miamis Trainer Erik Spoelstra nennt es "Dwight-Howard-Behandlung".

Haywood wehrt sich gegen Vorwürfe

Da trifft es sich ausgezeichnet, dass Dallas gerade rechtzeitig auf den passenden Kettenhund zurückgreifen kann.

Haywood feierte beim Sieg in Orlando (Bericht) nach verletzungsbedingter Abwesenheit ein ordentliches Comeback und setzte Magic-Superstar Howard zu.

Dessen Coach Stan Van Gundy beklagte danach, dass er dabei nicht nur regelgerechte Mittel eingesetzt habe. Haywood soll "Superman" mit der Faust in den Rücken geschlagen haben (News).

"Dwight hat mich öfter getroffen als ich ihn. Ich weiß nicht, was mit Stan los ist. Für mich ist das abgehakt", verteidigte sich Nowitzkis Teamkollege.

Carlisle bleibt gelassen

Die Magic haben inzwischen einen Zusammenschnitt an die NBA geschickt, die Verantwortlichen der Mavericks machen sich keine Sorgen.

"Wir haben uns das gesamte Spiel angeschaut und haben nichts gesehen. Es war ein hartes Spiel, mehr nicht", erklärt Cheftrainer Rick Carlisle.

Statistik spricht für Dallas

Mit einem Sieg könnten die Mavs (30 Siege - 23 Niederlagen) den Clippers (31:21) noch näher auf die Pelle rücken.

Die Zahlen sprechen für die Texaner. 17 der vergangenen 19 Duelle wurden gewonnen. Seit 2006 warten die Kalifornier auf einen Erfolg in Dallas.

Für die Clippers geht es darum, zum ersten Mal seit 1992 wieder eine sechs Spiele andauernde Siegesserie zu schaffen.

Jene vor 20 Jahren begann übrigens mit einem Triumph in Dallas.

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